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'Kalt wie eine Hundeschnauze'

Rekord-Bayern sind 'gerüstet' für die Gunners

Die Sportreporter lauschten gerade den Ausführungen von Philipp Lahm, als Thomas Müller von der Bayern-Kabine in die Interviewzone schlenderte. Also stellte sich der Schütze des goldenen Tores an den Rand und wartete unauffällig – bis Lahm zu Müllers Treffer befragt wurde. Klar, dass sich unter dem Gelächter der Journalisten ein humoriger Schlagabtausch entwickelte. Denn nach dem 1:0 (1:0)-Sieg bei Werder Bremen und dem neuen Startrekord war die Laune bestens bei den Münchnern.

„Es war wichtig, nach der Länderspielpause wieder ein Zeichen zu setzen“, freute sich Sportvorstand Matthias Sammer über den knappen Erfolg, den sich der deutsche Rekordmeister bei einer sehr defensiv ausgerichteten Bremer Mannschaft hart erarbeiten musste. „Das war nicht so leicht“, wusste Lahm, „uns haben die Spieler gefehlt, die ins Eins gegen Eins gehen können. So mussten wir uns anders Chancen erarbeiten.“

Vor allem mit scharfen Anspielen aus dem Halbfeld knackten die Münchner wenigstens einige Male das Bremer Bollwerk – etwa, als Robert Lewandowskis Flugkopfball nach Müller-Flanke per Kopf das Außennetz traf (23.). Ansonsten bissen die Münchner häufiger auf Granit. „Wir hatten keine Räume und nur wenige Chancen, aber so ist es im Fußball manchmal“, blieb der ausnahmsweise nicht erfolgreiche Lewandowski gelassen. „Wir haben drei Punkte geholt, deswegen fliegen wir mit Spaß nach Hause.“

Startrekord für Müller 'faszinierend'

Für die Pointe hatte diesmal nur wenige Sekunden nach Lewandowskis Chance Müller gesorgt (24.). Den Traumpass von Thiago nahm der Nationalstürmer „exzellent mit, er hat ihn gestreichelt - so, wie man ihn kennt“, lachte Lahm unter Beobachtung des nebenan wartenden Müller, der vor dem Tor eben „kalt wie eine Hundeschnauze“ ist. Und das war wichtig: Denn mit seinem 9. Saisontor im 9. Bundesliga-Spiel stellte der Ur-Bayer den 9. Sieg sicher – und so auch den neuen Startrekord. Wuff!

„Für die nächsten Spiele bringt uns der Rekord nichts“, weiß Müller zwar, „aber sowas hat es in der Bundesliga-Geschichte noch nie gegeben, deswegen ist er faszinierend.“ „Dass man vom ersten Spieltag an da ist und neun Spiele gewinnt, ist unglaublich“, lobte Kapitän Lahm derweil, „es ist beeindruckend, wie die Mannschaft will und immer wieder Gas gibt. Das wollen wir beibehalten.“ Auch am Dienstag, wenn mit dem FC Arsenal die nächste schwierige Aufgabe auf die Münchner wartet.

„In London müssen wir alles abrufen, um zu gewinnen“, weiß Manuel Neuer, der nach seinem 137. BL-Spiel ohne Gegentor mit Sepp Maier gleichzog. „Ich hoffe, unser Spiel wird noch besser“, ergänzte Lewandowski, der oberhalb des Knies ein wenig gezeichnet war nach dem elfmeterwürdigen Foul von Werder-Keeper Felix Wiedwald (71.). Doch der Pole gab Entwarnung: „Es ist nichts passiert.“ Und so können Lewandowski & Co. auch in Englands Hauptstadt wieder voll angreifen, wie Lahm betonte: „Es wird keine leichte Aufgabe. Aber wir sind gerüstet.“

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