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Interview

Xabi Alonso: 'Wir mögen das Leben hier'

Es gibt Menschen, die strahlen eine ganz besondere Aura aus - Xabi Alonso gehört sicherlich dazu. Der 33-jährige Baske ist nicht nur einer der erfolgreichsten aktiven Fußballer, sondern eine große Persönlichkeit zugleich. Nach fünf erfolgreichen Jahren beim FC Liverpool und weiteren fünf bei Real Madrid wechselte er im Sommer 2014 zum FC Bayern, um beim deutschen Rekordmeister eine neue sportliche Herausforderung anzunehmen. Auch in seiner zweiten Saison ist Alonso Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Münchner. Das Bayern-Magazin führte vor dem Köln-Spiel ein ausführliches Interview mit dem Spanier, fcbayern.de veröffentlicht Auszüge.

Das Interview mit Xabi Alonso:

Frage: Xabi, was macht mehr Spaß: Ein Pass über 50 Meter, der genau da landet, wo er hinsollte - oder doch das Tackling, mit dem du eine Torchance des Gegners verhinderst?
Xabi Alonso: „Natürlich braucht man auf meiner Position auch Fähigkeiten im Defensiv-Zweikampf. Aber ich bevorzuge es, selbst den Ball zu haben. Ich bin zufrieden, wenn meine Mannschaft den Ball hat und die Dinge auf dem Platz so laufen, wie wir uns das vorstellen - und wofür jeden Tag im Training hart arbeiten.“

Frage: Manche Trainer sagen: Solange wir den Ball haben, kann der Gegner kein Tor schießen…
Xabi Alonso: „Ich glaube, wir haben bei Bayern in mindestens 90 Prozent der Spiele höhere Ballbesitz-Quoten als der Gegner. Wenn du den Ball kontrollierst, kontrollierst du auch das Spiel. Die meisten Mannschaften stehen gegen uns tief in der eigenen Hälfte und lauern auf Konter. Da muss man dann einfach ein bisschen Geduld aufbringen und den Gegner weichkochen, um zum Erfolg zu kommen.“

Frage: War es die richtige Entscheidung gewesen, Real zu verlassen und nach München zu wechseln?
Xabi Alonso: „Ich denke schon. Bisher genieße ich es sehr, hier bei diesem Klub zu sein. Es ist eine großartige Erfahrung für mich und ich hoffe, wir werden in dieser Saison noch erfolgreicher sein als in der vergangenen.“

Frage: Wie gefällt dir und deiner Familie das Leben in München?
Xabi Alonso: „Wir fühlen uns wirklich alle sehr wohl. Meine Kinder mögen das Leben hier, und das ist für mich als Familienvater sehr wichtig. Ich kann die Zeit auch nur genießen, wenn es meiner Familie gutgeht - das ist hier in München sehr wohl der Fall.“

Frage: Wer kann mittlerweile besser Deutsch: du oder deine Kinder?
Xabi Alonso: „Wahrscheinlich sprechen meine Kinder besser Deutsch, aber ich versuche fleißig zu lernen, und es klappt auch schon ganz gut. In der Kabine versuche ich mit den deutschen Spielern auf Deutsch zu sprechen. Wenn ich aber merke, mir fehlen die Wörter, dann wechsle ich ins Englische.“

Frage: Du hast in deiner Karriere alle Titel gewonnen, die es zu gewinnen gibt. Was treibt dich noch an?
Xabi Alonso: „Ich fühle mich nach wie vor gut und genieße jede Minute auf dem Platz. Wenn das mal nicht mehr der Fall sein sollte, dann ist es Zeit aufzuhören. Aber momentan spüre ich immer noch die Herausforderung, weitere Titel zu gewinnen. Ein Champions League-Titel mit Bayern wäre wirklich etwas sehr Spezielles für mich. Ich hätte dann mit drei unterschiedlichen Klubs diesen Erfolg erreicht, das hat bisher nur Clarence Seedorf geschafft. Es gibt also noch Ziele, die ich mir gesteckt habe.“

Frage: Nehmen wir mal an, ihr würdet in der K.o-Phase der Champions League auf Real Madrid treffen. Wäre das für dich ein Duell wie jedes andere?
Xabi Alonso: „Nein, das wäre schon etwas sehr Besonderes für mich, eine emotionale Geschichte. Ich habe fünf Jahre lang das Trikot der Königlichen getragen und habe immer noch eine enge Bindung zu dem Klub und den Menschen dort, genauso wie zu Liverpool.“

Frage: Würdest du sagen, dass du bisher eine perfekte Karriere hattest?
Xabi Alonso: „Perfekt ist ein großes Wort. Es hätte bisher für mich kaum besser laufen können, das ist richtig. Ich bin auch sehr zufrieden und dankbar für alles, was ich erlebt und erreicht habe. Als ich als junger Spieler bei San Sebastian angefangen habe, habe ich nicht mal von so einer Karriere zu träumen gewagt. Es war wirklich nicht so schlecht bisher, aber es ist ja noch nicht vorbei. Mailand (Endspielort 2016, d. Red.) ist eine schöne Stadt und der FC Bayern hat dort im San Siro gute Erfahrungen gemacht. Aber wir sind erst ganz am Anfang der Saison und sollten noch gar nicht so weit denken. Wir wollen einfach immer auch das nächste Spiel gewinnen.“

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