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'Noch am Anfang'

'Gute Show' gegen Arsenal - aber Bayern will mehr!

Thomas Müller musste nachsitzen. Wer tut das schon gerne? Vor allem nach einer so starken Leistung. Aber es half alles nichts, Müller musste zur Dopingprobe. Als die Überstunde um kurz vor Mitternacht endlich vorbei war, ging’s nochmal in die Verlängerung - vor den Mikrophonen der ausharrenden Journalisten. Es musste ja noch gesprochen werden, über dieses beeindruckende 5:1 (3:0) gegen den FC Arsenal - den Tabellenzweiten der englischen Premier League, der die Bayern vor zwei Wochen in London noch so geärgert hatte, diesmal aber völlig chancenlos war.

„Es war ein riesiger Schritt“, stellte Müller fest, „vor dem Spiel war die Situation ein bisschen heißer als jetzt danach.“ In der Tat, denn die Aussichten auf den Einzug ins Champions-League-Achtelfinale könnten nun besser kaum sein. Mit einem Heimsieg im fünften Gruppenspiel gegen Olympiakos Piräus (ebenfalls 9 Punkte) wäre neben dem Weiterkommen auch Platz eins fix. „Es liegt jetzt alles in unserer Hand“, weiß Manuel Neuer.

Eine Heimniederlage gegen Arsenal hätte die Situation für die Bayern in der Gruppe sehr, sehr kompliziert machen können. Doch danach sah es am Mittwochabend zu keinem Zeitpunkt aus. Pep Guardiolas Team zog von Beginn an seinen dominanten Ballbesitzfußball auf. Im Gegensatz zum Hinspiel kam diesmal offensiv der Killerinstinkt hinzu. Robert Lewandowski (10. Minute) brach mit seinem Treffer den Bann, Thomas Müller (29./89.), David Alaba (44.) und Joker Arjen Robben (55.) legten nach. Arsenals sehenswertes Tor durch Olivier Giroud war nicht mehr als Ergebniskosmetik.

Lob für Thiago

„Wir wollten unseren Fans eine gute Show liefern“, berichtete Müller. Vor allem in der ersten Halbzeit sei dies „sehr gut“ gelungen. „In der zweiten mussten wir ein paar Mal zu oft nach hinten laufen. Da hatten wir ein paar leichtfertige Ballverluste.“ Coach Pep Guardiola sah dies ähnlich. Natürlich sei er zufrieden, aber es gebe trotz des hohen Sieges noch einiges zu verbessern. „Wir haben zu viele Konter zugelassen“, so der Spanier nach dem achten Heimerfolg in der Königsklasse in Folge.

Auch Matthias Sammer warnte vor zu viel Euphorie. „Was sollen wir heute irgendwelche Superlative finden? Das ist nicht angebracht! Wir stehen noch am Anfang des 10.000-Meter-Laufes“, stellte der Sportvorstand klar. Dennoch müssen große Champions-League-Abende wie dieser natürlich genossen werden. „Wir sind alle sehr froh“, verriet David Alaba, dessen Super-Tor zum zwischenzeitlichen 3:0 die Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena von den Sitzen riss.

Neben Alaba ragten auch Doppel-Torschütze Müller, der in der vereinsinternen Europapokal-Torschützenliste an Karl-Heinz Rummenigge vorbeizog (siehe Inside), und Mittelfeldzauberer Thiago aus einer starken Teamleistung heraus. „Er hat diese Persönlichkeit für wichtige Spiele. In den wichtigsten Spielen zeigt er sein Bestes“, lobte Guardiola seinen Landsmann, dessen geniale Momente das Bayern-Spiel im Zentrum auf ein noch höheres Level hievten.

Und so blieb Arsenal, das nach vier Spielen erst drei Punkte auf dem Konto hat, am Mittwochabend nur die Zuschauerrolle. „Wir standen schon ein bisschen unter Druck nach dem Hinspiel, aber die Mannschaft hat eine gute Reaktion gezeigt“, lobte Sammer und blickte voraus auf die kommenden Aufgaben in der Champions League gegen Piräus und Zagreb: „Wir wollen beide Spiele noch gewinnen. Das ist unser Anspruch.“

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