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Harmonische JHV 2015

'Die vielleicht beste Zeit des FC Bayern'

Den Anfang machte der Präsident. Um Punkt 19 Uhr eröffnete Karl Hopfner im Audi Dome die diesjährige Jahreshauptversammlung des FC Bayern München eV. Es sollte ein harmonischer, entspannter Freitagabend werden. Ohne Wahlen, ohne große Show. Aber einmal mehr mit beeindruckenden Zahlen. Und stolzen Vorständen und Präsidenten, die 2.590 anwesenden Bayern-Mitgliedern nur Positives berichten konnten. „Wir erleben seit einigen Jahren die vielleicht beste Zeit des FC Bayern in seiner 115-jährigen Geschichte“, sagte Karl-Heinz Rummenigge unter tosendem Applaus.

Der Umsatz aus dem Triple-Jahr (528,7 Mio.) wurde zwar nicht getoppt (523,7 Mio.), dafür aber dürfen sich die Bayern über einen Rekordgewinn von 23,8 Millionen Euro (nach Steuern) freuen. „Wir stehen hervorragend da“, erklärte Jan-Christian Dreesen, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der FC Bayern München AG. Verkündet wurden zudem die Vertragsverlängerungen der beiden Vorstände Andreas Jung und Jörg Wacker bis 2019. Und die neue, imposante Mitgliederzahl von 270.329, die den FC Bayern weiterhin zum größten Sportverein der Welt macht. „Der Zuspruch ist ungebrochen“, so Hopfner.

Es gab viele Themen an diesem Abend im Audi Dome, der Heimat der FC Bayern Basketballer. So sprach Rummenigge in seiner rund einstündigen Rede einen Tag vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Hertha BSC natürlich auch über die aktuelle sportliche Situation des Klubs. „Wir sind in allen Wettbewerben wunderbar unterwegs“, betonte er, „wenn mir vor ein paar Jahren einer gesagt hätte, dass wir heute in einem Atemzug mit dem FC Barçelona und Real Madrid genannt werden, hätte ich das nicht geglaubt!“

Lob für die Neuzugänge

Auch die Sympathiewerte des FC Bayern waren niemals höher, schwärmte Rummenigge. „Die Zeiten des FC Hollywood sind passee - und das ist auch gut so. Die Schlagzeilen werden mittlerweile auf dem Platz geschrieben.“ Zum Beispiel durch Toptransfers wie Kingsley Coman, Arturo Vidal oder Douglas Costa, der von den Mitgliedern besonders bejubelt wurde. „Das ist ein Mann, der für viele eine Überraschung war“, meinte der Vorstandschef, „er hat große Qualität. Alle Neuzugänge haben uns nochmal verstärkt und passen gut in diese ohnehin schon tolle Mannschaft.“

Rummenigge zog für die aktuelle Saison ein positives Zwischenfazit. Vor allem das Pokalspiel in Wolfsburg Ende Oktober hat sich im Gedächtnis verankert. „Diese erste Halbzeit war das Beste, was ich je von einer Mannschaft des FC Bayern gesehen habe. Das war perfekt“, sagte der 60-Jährige. Mit solchen Leistungen könnte im kommenden Jahr vielleicht wieder der ganz große Coup in der Champions League gelingen, aber: „Wir sollten nicht glauben, dass alles außer dem Triple keinen Erfolg mehr darstellt. Wir dürfen uns da nicht vor der medialen Öffentlichkeit verführen lassen.“

Die vierte Deutsche Meisterschaft in Folge sei weiterhin Ziel Nummer eins. „Das ist der ehrlichste Titel. Es sieht immer so einfach aus, aber es ist verdammt schwierig.“ Erfolge sind nicht selbstverständlich, betonte Rummenigge. „Wir erinnern uns alle gerne an das Triple-Jahr 2013. Das waren tolle Momente und natürlich wäre es schön, wenn uns das nochmal gelingt. Aber in aller Ruhe, aller Bescheidenheit und mit einem Schuss Demut. Dann ist es vielleicht wieder möglich.“ Apropos Erfolge: Statistisch gesehen ist der FC Bayern seit dem Bundesliga-Aufstieg 1965 in jedem zweiten Jahr Meister geworden. „Eine unglaubliche Zahl“, so der Vorstandsvorsitzende.

Schweinsteiger, Beckenbauer und TV-Einnahmen

Mächtig Applaus gab es auf der Jahreshauptversammlung für „Mister FC Bayern“ Bastian Schweinsteiger, bei dem sich Rummenigge nochmals bedankte. Er sei als „großer Freund“ gegangen und werde sein Abschiedsspiel in München bestreiten, verriet der Bayern-Boss: „Bastian wird dem Verein immer verbunden bleiben.“ Genau wie Franz Beckenbauer. Man gehe derzeit „nicht fair“ mit dem „Kaiser“ um, merkte Rummenigge an. „Er hat in allen Funktionen Überragendes für den FC Bayern geleistet“. Auch Hopfner stellte klar: „Franz Beckenbauer ist zu Recht unser Ehrenpräsident und wird es auch bleiben.“

Nachholbedarf sieht Rummenigge derweil im Nachwuchsbereich des Klubs. Die letzten Jahre seien „nicht befriedigend“ gewesen, aber „ich bin jetzt wieder zuversichtlich. Wir sind wieder besser aufgestellt.“ Uli Hoeneß habe hier „frischen Wind“ hereingebracht. Sorgen macht sich Rummenigge währenddessen um die TV-Einnahmen. Vor allem die Klubs der englischen Premier League sind weit enteilt. „Das ist ein dramatischer Nachteil“, so Rummenigge, „die DFL muss dafür sorgen, dass die deutschen Topklubs in Europa wettbewerbsfähig bleiben.“ Das Schlusswort des Vorstandschefs: „Wir haben uns in den letzten Jahren Großes beim FC Bayern aufgebaut - das werden wir nicht so einfach aufgeben.“

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