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'Räume gut genutzt'

Vollgas-Bayern macht das Kontern Spaß

Sieben Spiele in 22 Tagen gehen natürlich an die Substanz. Aber wie sagte Pep Guardiola vor einigen Wochen doch so schön? „Wenn der Kopf fit ist, sind es auch die Beine.“ Und so ließ der Spanier sein Team am Samstagnachmittag einfach das machen, was es am allerbesten kann: Vollgas-Offensiv-Fußball-Spielen - der VfB Stuttgart wurde schlichtweg überrannt. Spätestens nach dem 4:0 durch Thomas Müller in der 40. Minute spielte es keine Rolle mehr, dass seit dem Arsenal-Spiel erst 55 Stunden vergangen waren.

„Die Mannschaft hat es gut gemacht“, lobte Karl-Heinz Rummenigge, „nach einem Mittwoch-Spiel in der Champions League, das man auch 5:1 gewonnen hat, kann man hoch zufrieden sein.“ Manuel Neuer, der sein Tor zum achten Mal in dieser Bundesliga-Saison sauber hielt, betonte: „Es ist nicht immer so einfach, wie es am Ende aussieht. Deswegen sind wir sehr froh und glücklich - über das Ergebnis und die Art und Weise, wie wir gespielt haben.“

Vor allem die erste Halbzeit war einmal mehr Fußball zum Genießen. Anders als in den vergangenen Wochen trafen die Bayern diesmal auf einen Gegner, der versuchte mitzuspielen. „Es ist schön, wenn wir auch mal Räume bekommen. Das haben die Spieler auf dem Platz auch genossen“, meinte Kapitän Philipp Lahm, der von Guardiola gegen den VfB eine Verschnaufpause bekam. „Wir hatten viel Tempo in den Gegenangriffen.“

Ja, richtig, die Bayern, die ihre Gegner von Woche zu Woche am Strafraum einschnüren, durften gegen die Stuttgarter sogar ab und zu Kontern. Und das im eigenen Stadion! „Mit unseren fünf Stürmern konnten wir schnell spielen und die Räume gut nutzen“, analysierte Guardiola. Arjen Robbens 1:0 (11.) fiel wenige Sekunden nach einer Ecke des VfB Stuttgart, auch Douglas Costas 2:0 (18.) entstand, weil die Schwaben zuvor weit aufgerückt waren. Erst danach richtete sich der VfB etwas defensiver aus - Robert Lewandowski (37.) und Müller (40.) trafen trotzdem.

Stolz und froh, Teil dieser Mannschaft zu sein

Insgesamt feuerten die Bayern in Durchgang eins alle zwei Minuten einen Torschuss ab. 33 waren es am Ende - so viele wie seit Februar 2009 nicht mehr. „Es macht Spaß. Ein jeder ist stolz und froh, Teil dieser Mannschaft zu sein“, sagte Robben, der am Samstagnachmittag zum dritten Startelfeinsatz nach seiner achtwöchigen Verletzungspause kam und nach der Pause weitere Tore auf dem Fuß hatte.

Das emotionale Highlight der zweiten Halbzeit aber war das Comeback von Holger Badstuber. „Ich habe auf der Bank Gänsehaut bekommen. Das ging nicht nur mir so, sondern allen im Stadion“, blickte Lahm zurück auf den Moment der Einwechslung in der 59. Minute (eigener Artikel). Vorstandschef Rummenigge zeigte sich „sehr glücklich“ über die Rückkehr Badstubers. „Wir wünschen ihm, dass er nach der langen Leidenszeit jetzt unverletzt bleibt.“

Das wünscht sich Coach Guardiola für all seine Spieler, die ab Montag mit ihren Nationalteams wieder auf dem ganzen Globus unterwegs sind. Denn nach den zwei Wochen Pause wollen die Bayern im schweren Auswärtsspiel auf Schalke weiter siegen. „Unser Ziel ist es, bis zur Winterpause mit dieser Mentalität zu spielen“, so Guardiola. Leicht wird das bei dem hohen Pensum natürlich nicht - weder für die Beine, noch für den Kopf.

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