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Halbjahres-Bilanz

Kimmich: 'Der Wechsel war genau das Richtige'

Wenn Joshua Kimmich ein Jahr zurückblickt, sieht er sich in einer anderen Welt. Damals, Mitte Dezember, 2. Liga, Auswärtsspiel mit Leipzig in Aalen. 5.015 Zuschauer sind überliefert, keine Tore. In der 59. Minute wurde er eingewechselt. Fast auf den Tag genau zwölf Monate später hat sich der inzwischen 20-Jährige gerade ins DFB-Pokal-Viertelfinale gespielt. Mit dem FC Bayern. Vor 72.500 Zuschauern in der Allianz Arena.

„Es ist nicht so, dass ich unbedingt damit gerechnet hätte“, zieht er im Gespräch mit fcbayern.de eine Bilanz seines ersten halben Jahres in München. 9 Bundesliga-, 5 Champions-League- und 2 DFB-Pokal-Spiele hat er absolviert. „Ich bin positiv überrascht. Aber dafür arbeite ich ja jeden Tag im Training, dass ich spielen darf.“

Mit einer Mischung aus Demut, Selbstbewusstsein und harter Arbeit hat Kimmich Eindruck hinterlassen. Drei Mal in Folge ließ ihn Pep Guardiola zuletzt über 90 Minuten spielen. Ginge es nach dem Mittelfeldspieler, könnte die Winterpause noch ein bisschen auf sich warten lassen. „Ich habe es vorhin schon zu Thomas (Müller, Anm. d. Red.) gesagt: Von mir aus können wir noch ein bisschen weiterspielen“, erzählt er. Seine Augen leuchten.

'Ein ganz anderer Fußball'

115 Ballaktionen, 96 Pässe, von denen 92 Prozent ankamen - gegen Darmstadt wies meist nur Xabi Alonso bessere Werte auf als Kimmich. „Von ihm kann man sich jeden Tag einiges abgucken. Von seiner Erfahrung, wie er mit schwierigen Situationen umgeht, sie löst oder davon, wenn er mal einen Fehlpass spielt“, sagt der deutsche Junioren-Nationalspieler über den Spanier, der schon so etwas wie ein Vorbild für ihn ist. „Ich versuche, das dann auch im Spiel umzusetzen.“

Kimmich hat in seinen ersten sechs Monaten an der Isar versucht, möglichst viel aufzusaugen. Nicht nur von Alonso. „In Leipzig war es ein komplett anderes Spiel. Die Ausrichtung war nur gegen den Ball“, berichtet der 20-Jährige, „hier bei Bayern lernt man extrem viel mit dem Ball. Die Räume zu besetzen, miteinander zu spielen, den Ball zu halten und Chancen zu kreieren. Es ist ein ganz anderer Fußball.“

Weihnachten zuhause

Guardiola ist offensichtlich sehr angetan von seinem Youngster. „Er ist fast wie mein Sohn“, sagte der FCB-Chefcoach kürzlich über den 20-Jährigen, den er auf verschiedensten Positionen Erfahrungen sammeln ließ: als Sechser, als Achter, auf dem rechten offensiven Flügel oder zuletzt gegen Darmstadt als Rechtsverteidiger. Hinten rechts habe er zuvor nur beim Paulaner Cup vor ein paar Wochen und ab und zu in der Jugend gespielt, erzählt Kimmich. „Aber da wird es ein bisschen anders interpretiert als hier. Hier ist der Rechtsverteidiger fast schon ein Mittelfeldspieler. Daher war es kein Problem.“

Die Chancen stehen gut, dass Kimmich auch zum Jahresabschluss am Samstag in Hannover noch Einsatzzeit bekommt. Danach freut aber auch er sich auf Weihnachten und Urlaub. „Zuerst fahre ich nach Hause zu meinen Eltern. Dann fliege ich mit Kumpels und meiner Freundin in den Urlaub“, erzählt er und stellt rückblickend fest: „Der Wechsel nach München war genau das Richtige.“

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