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Küsschen & Rekorde

Bayern in Zagreb 'absolut zufrieden'

Nach getaner Arbeit verteilte Pep Guardiola Küsschen. Eines für die Dolmetscherin, eines für die Pressesprecherin von Dinamo Zagreb. Eine halbe Stunde später beim Bankett im Mannschafthotel ließ er sich mit einem Zwinkern am Tisch nieder, hob sein Glas Weißwein und prostete dem FCB-Vorstand sowie Klub-Präsident Karl Hopfner zu. Selten war nach einem Champions-League-Spiel ein derart gelöster Pep Guardiola zu beobachten gewesen wie nach dem 2:0 (0:0)-Sieg in Zagreb am Mittwochabend. Und der Bayern-Trainer hatte ja auch allen Grund dazu. Genau genommen sogar mehrere.

Erstens hatte seine Mannschaft mal wieder einen Rekord aufgestellt. 15 Punkte und 19:3 Tore - so gut wie nie zuvor hat der FC Bayern die Gruppenphase der Champions League abgeschlossen. Zweitens hatte Guardiola an diesem Abend auch zwei persönliche Meilensteine erreicht: seinen 50. Champions-League-Sieg als Trainer (so schnell wie keiner vor ihm) und seinen 100. Pflichtspielsieg für den FC Bayern (in nur 132 Spielen).

Als „stolze Zahl“ und „etwas sehr Honoriges“ würdigte Karl-Heinz Rummenigge wenige Minuten vor Mitternacht die Erfolge des Cheftrainers in seiner Bankettrede. 240 Gäste im Emerald Ballroom des Mannschaftshotels Esplanade in Zagreb applaudierten. Einst nächtigten in diesem edlen und traditionsreichen Hotel die Passagiere des Orient Express, jetzt diente es als Zwischenstation für den FC Bayern auf dem Weg zu „großen Zielen“ (Rummenigge). Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern wünschte seinem Klub im neuen Jahr „hoffentlich noch viele schöne Reisen in der Champions League“.

'Step by step'

Rummenigge mahnte aber im selben Atemzug an, „step by step zu denken und uns nicht in eine große Favoritenrolle drängen zu lassen. Die Champions League muss man auch mit einem Schuss Demut angehen.“ Das haben die Münchner auch wieder in Zagreb gemerkt, wo sie bei nass-kalten Temperaturen im Maksimir-Stadion auf unangenehme und leidenschaftlich kämpfende Gastgeber trafen.

„Das war ein sehr schwieriges Spiel“, sagte Robert Lewandowski, der die Partie in der zweiten Halbzeit innerhalb von drei Minuten mit einem Doppelschlag (61., 64.) entschied. „Manchmal musst du Geduld haben“, meinte der Pole. „Wir haben nochmal ein ganz ordentliches Spiel gemacht und sind absolut zufrieden“, sagte Thomas Müller, der kurz vor dem Schlusspfiff mit einem Foulelfmeter am Pfosten scheiterte (88.). „Ich hab zwar das erreicht, was ich wollte, und habe den Torwart in die falsche Ecke geschickt, aber leider die Hüfte zu weit aufgedreht.“

Ulreich auf dem Posten

25:13 Schüsse, 23:8 Flanken, 73 Prozent Ballbesitz belegen die Überlegenheit des FCB in Zagreb. Doch vor allem in der ersten Halbzeit konnten sich die Münchner auch bei Champions-League-Debütant Sven Ulreich bedanken, der mit der einen oder anderen Parade die Null festhielt. „Ich freue mich, dass ich zeigen konnte, dass ich da bin, wenn ich gebraucht werde“, meinte die Nummer zwei des FC Bayern.

Lange aufhalten mochte sich der FCB mit der Partie in Zagreb allerdings nicht. Der Blick ging schon wieder nach vorne. „Wir haben jetzt noch drei Spiele in acht Tagen. Das ist nochmal eine sehr wichtige Phase für uns. Wir müssen alles geben, was wir noch haben“, sagte Lewandowski. Guardiola verteilte ein „großes Kompliment an die Mannschaft für diese Wahnsinns-Gruppenphase. Jetzt fokussieren wir uns auf die letzten drei Spiele.“ Zunächst einmal genoss der FCB-Chefcoach aber den Abend. Noch bis weit nach Mitternacht unterhielt er sich angeregt am Vorstandstisch.

Für fcbayern.de in Zagreb: Nikolaus Heindl

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