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'Das wurmt einen'

FCB will die 'richtigen Lehren ziehen'

Thomas Müller hatte wohl eine Vorahnung. „Je länger so eine Serie bisher gehalten hat, desto wahrscheinlicher ist, dass sie irgendwann wieder reißt“, hatte der Profi des FC Bayern im Vorfeld des Bundesligaspitzenspiels bei Borussia Mönchengladbach gesagt. Und auch wenn sich Müller damit auf die Erfolgsserie der bis dahin in neun Spielen unbesiegten Fohlen bezog, sollte er im Nachhinein Recht behalten. Denn der Rekordmeister musste sich den Gladbachern mit 1:3 (0:0) geschlagen geben, die eigene Serie von 14 ungeschlagenen Spielen war damit gerissen.

„Natürlich sind wir nicht erfreut“, meinte Müller nach der überraschenden Niederlage im mit 54.010 Zuschauern ausverkauften Borussia-Park. „Natürlich war es weder geplant noch erwünscht, noch fahren wir jetzt zufrieden nach Hause. Das wurmt einen, vor allem wie es gelaufen ist“, zeigte sich Müller nach der ersten Saisonniederlage enttäuscht. Für den FCB war es zugleich die erste Niederlage in einer Bundesliga-Vorrunde seit über drei Jahren (Oktober 2012, 1:2 gegen Bayer Leverkusen).

Ribérys Treffer kommt zu spät

Vor allem das Zustandekommen des 1:3 sorgte im Lager des Rekordmeisters für Gesprächsstoff. In einer von beiden Seiten hochklassig geführten Partie konnte der FCB seine Vorteile in den ersten 45 Minuten nicht in Zählbares ummünzen. „Heute haben wir in der ersten Halbzeit versäumt, die Tore zu machen“, erklärte Kapitän Philipp Lahm. Gut ein halbes Dutzend hochkarätiger Chancen hatten die Gäste, doch entweder verpassten sie knapp das Ziel oder scheiterten am glänzend aufgelegten Gladbacher Torhüter Yann Sommer. „Da hat uns auch das Quäntchen Glück gefehlt“, meinte Müller.

„Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt“, befand auch Bayern-Trainer Pep Guardiola, der nach dem Seitenwechsel aber sehen musste, wie seine Mannschaft nach dem 0:1 durch Oscar Wendt (54. Minute) das Spiel aus der Hand gab. „Da haben wir große Probleme bekommen und die Stabilität und Kontrolle verloren“, analysierte Guardiola. Lars Stindl (66.) und Fabian Johnson (68.) erhöhten wenig später mit einem Doppelschlag auf 3:0 aus Gladbacher Sicht. Der Ehrentreffer durch den kurz zuvor eingewechselten Franck Ribéry (81.) bei seinem Comeback nach neunmonatiger Verletzungspause fiel zu spät.

Die richtigen Lehren ziehen

„Wir sind es nicht mehr gewohnt, in Rückstand zu geraten“, meinte Lahm und bemängelte besonders die Phase zwischen der 64. und 68. Minute, in der Manuel Neuer den FCB durch eine Glanzparade gegen Julian Korb sogar vor einem weiteren Gegentreffer bewahrte. „Wir hatten fünf Minuten, die sehr, sehr schlecht waren. Das muss man analysieren. Wir haben das Spiel innerhalb von fünf Minuten hergeschenkt“, ergänzte Lahm. „Wir haben nie gesagt, dass wir unschlagbar sind. Wir wollten unsere Serie so lange wie möglich aufrechterhalten, heute ist sie eben gerissen.“

„Die Niederlage tut nicht gut. Wir müssen die richtigen Lehren daraus ziehen“, erklärte Sportvorstand Matthias Sammer, betonte aber auch: „Es ist keine Niederlage, die uns umwirft.“ Viel Zeit zum Nachdenken bleibt den Bayern ohnehin nicht, nach einer regenerativen Trainingseinheit am Sonntag beginnt am Montag bereits die Vorbereitung auf das letzten Champions-League-Gruppenspiel bei Dinamo Zagreb. Und so gab Rückkehrer Ribéry die Losung aus: „Wir müssen das schnell vergessen und auf das nächste Spiel schauen.“

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