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Große Rückrunden-Ziele

Müller möchte 'ganz oben bei der Musik' mitspielen

Für Thomas Müller ging es am Montagvormittag etwas ruhiger zu im Wintertrainingslager des FC Bayern in Doha. Nach zwei intensiven Übungseinheiten am Vortag trat der Offensivspieler am sechsten Tag etwas kürzer und trainierte lediglich im regenerativen Bereich. „Wir sind ja immer im Konsens mit den Fitnesstrainern und Physiotherapeuten. Wenn es mal sinnvoller ist, eine Einheit Pause zu machen, dann ist das oft besser“, erklärte Müller diese Maßnahme, „ich denke, am Nachmittag trainiere ich wieder mit.“

Weniger ruhig ging es hingegen für Müller nach der Einheit zu, als er den Fitnessbereich der Aspire Academy verließ und sich auf den Weg zurück ins Mannschaftshotel begab. Lautstark riefen die zahlreichen Trainingskiebitze immer wieder Müllers Namen - unter allen Profis des Rekordmeisters gehört der 26-Jährige zu den begehrtesten für Autogramm- oder Fotowünsche.

Beste Profi-Bilanz

„Die Bekanntheit hier liegt auch an den Weltmeisterschaften“, erläuterte Müller. „Wenn du Weltmeister wirst hast du auch im Ausland einen ganz anderen Stellenwert oder wirst anders gesehen. Das hat man schon gemerkt seit 2014.“ Doch der Hype um seine Person prallt am gebürtigen Oberbayern weitgehend ab. „Ich gehe da ganz entspannt mit um“, merkte er an.

Aber nicht nur bei den Fans, auch beim FC Bayern ist Müllers Stellenwert in den letzten Monaten mehr und mehr gestiegen. Die abgelaufene Hinrunde war in vielerlei Hinsicht seine beste als Profi, mit 21 Pflichtspieltoren stellte er schon zur Winterpause seine Toranzahl aus der gesamten Vorsaison ein. „Natürlich bin ich mit meiner eigenen Leistung und Ausbeute nicht unzufrieden. Da mache ich keinen Hehl draus“, sagte Müller, betonte aber: „Grundsätzlich steht und fällt die Stimmung mit dem Mannschaftserfolg.“

'Thomas ist Thomas'

Insbesondere nach dem Wechsel von Bastian Schweinsteiger zu Manchester United im vergangenen Sommer ist Müller „etwas mehr in den Fokus gerückt“, wie er selbst bemerkte. „Natürlich versuche ich auch, die Lücke, die Basti hinterlassen hat, zumindest ähnlich auszufüllen.“ Mehr Verantwortung auf und neben dem Platz übernehmen, dabei aber normal und bodenständig bleiben - kaum einem Spieler dürfte das so gut gelungen sein wie Müller, der sich seine Lockerheit und Natürlichkeit stets bewahrt hat.

„Aus meiner Sicht habe ich mich nicht verändert“, meinte Müller über seine Art, „ich fahre ja ganz gut damit. Ich muss mich auch selbst in meiner Haut wohlfühlen und muss mich nicht verstellen.“ Dem konnte sein Mannschaftskollege Arjen Robben, der Müllers Entwicklung seit dessen Wechsel ins Profilager 2009 hautnah miterlebt hat, nur bestätigen: „Thomas ist Thomas. Für mich ist er bis heute derselbe geblieben, das ist genau seine Kraft.“

Vetragsverlängerung und große Ziele

Seinen Vertrag beim FCB hat Müller kurz vor Weihnachten langfristig bis 2021 verlängert. „Es war ein Statement vom Verein und auch von mir, dass wir zueinander stehen und uns miteinander wohlfühlen.“ Zudem sei es „ein kleines Zeichen, dass der FC Bayern eine Adresse ist, wo man nicht weggeht. Der FC Bayern ist mehr als nur ein Arbeitgeber. Das Umfeld, die Infrastruktur, die Geschichte und auch die Spielkultur in den letzten Jahren sind ja auch Anreize, die nicht jeder Verein oder jede Stadt zu bieten hat.“

Für die zweite Saisonhälfte hat Müller „große Ziele“ mit den Münchnern, mit denen er „ganz oben bei der Musik“ mitspielen möchte. „Wir wollen eine gute Rückrunde spielen und wieder nach den Titeln greifen. Dann werden wir sehen, was übrig bleibt, bestmöglich natürlich alles.“ Dazu will Müller auch weiterhin seinen Beitrag leisten: „Ich will der Mannschaft helfen, und da tun Tore nicht schlecht.“

Für fcbayern.de in Doha: Carsten Zimmermann und Niko Heindl

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