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Interview

Behringer: 'Wir sind noch lange nicht am Ziel'

Am Sonntag also 2:0 gegen Werder Bremen, das 38. Ligaspiel in Folge ohne Niederlage - unbeirrbar steuern die FC Bayern Frauen der Titelverteidigung in der Allianz Frauen-Bundesliga entgegen. Mit zehn Punkten Vorsprung führen sie die Tabelle an, sieben Spieltage stehen noch aus.

Jetzt ist aber erst einmal Länderspielpause. Bevor sie mit dem deutschen Nationalteam zum SheBelieves Cup in die USA flog sprach FCB-Spielführerin Melanie Behringer mit dem BAYERN MAGAZIN über die Erfolgsserie der Bayern. Lesen Sie hier das Interview in Auszügen:

Frage: Melanie, wie oft fällt bei euch in der Kabine inzwischen das Wort „Meisterschaft“?
Behringer: „Fast gar nicht. Zehn Punkte sind natürlich ein super Polster. Aber darauf ruhen wir uns nicht aus. Wir wissen, dass noch sehr schwere Spiele auf uns warten: in Freiburg, in Sand, in Essen - das waren schon immer die Teams, gegen die wir uns schwer getan haben. Wenn wir nicht aufpassen, schmilzt der schöne Vorsprung ganz schnell. Deshalb heißt es weiter: Gas geben!“

Frage: Was kann denn auf dem Weg zur Titelverteidigung noch schief gehen?
Behringer: „Wir müssen weiter von Spiel zu Spiel schauen. Sonst macht man sich mit dem ewigen 'Was wäre wenn?' verrückt. Ich bin auch überzeugt, dass uns das weiter gut gelingt. Denn jede von uns ist so gefestigt, dass sie weiß, worum es geht. Der Trainer macht es außerdem richtig gut. Er fokussiert uns immer nur auf den nächsten Gegner, blickt nicht weiter nach vorne.“

Frage: Die tolle letzte Saison habt ihr mit dem Meistertitel gekrönt - und in dieser Saison macht ihr einfach weiter. Warum wird euer Hunger nicht weniger?
Behringer: „Es ist schon toll, dass unsere Serie weitergeht. Wir sind jetzt seit 37 Spielen ungeschlagen (inzwischen sind es sogar 38, Anm. d. Red.) - das gab es noch nie! Ich glaube, es liegt zum einen daran, wie der Trainer uns einstellt. Zum anderen haben wir richtig ehrgeizige Spielerinnen. Alle sind total gierig, wollen immer besser werden. Man merkt jeden Tag, dass wir noch lange nicht am Ziel sind. Ich habe das Gefühl, hier entsteht etwas. Wir sind mittendrin und es würde sich seltsam anfühlen, jetzt nachzulassen.“

Frage: Auch das frühe Champions-League-Aus hat euch nicht aus der Bahn geworfen. Warum?
Behringer: „Das Aus gegen Twente war total ärgerlich und unbefriedigend. Wir hatten uns so auf die Champions League gefreut - und dann war nach zwei Spielen Schluss! Ohne dass wir ein Spiel verloren hatten! Der Trainer hat es nach dem Aus geschafft, unsere Blicke wieder nach vorne zu richten. Uns war schnell klar: Wir greifen wieder an! Es ist für uns eine riesige Motivation, nächste Saison wieder Champions League zu spielen.“

Frage: Und welche Motivation weckt das Wort „Double“ in dir?
Behringer: „Das hört sich gut an. Ich habe das auch im Hinterkopf. Aber es ist noch ein weiter Weg. Nicht nur in der Meisterschaft, sondern auch im Pokal. Das Halbfinale gegen Sand wird sehr schwer. Der Platz dort ist sehr klein, der Wind kommt aus allen Richtungen. Uns erwartet ein echter Pokalfight. Ich bin mit dem Trainer von Sand befreundet. Er war schon an Weihnachten richtig heiß auf das Spiel.“

Frage: Jetzt fährst du mit dem deutschen Nationalteam erstmal zum SheBelieves Cup in die USA. Was erwartet euch da?
Behringer: „Das ist ein wichtiges Vorbereitungsturnier für Olympia. Wir treffen auf die USA, Frankreich, England - lauter Topteams. Das werden sehr intensive Spiele, in denen uns sicher Fehler aufgezeigt werden. Der Zeitpunkt ist perfekt. Danach haben wir noch genügend Zeit bis zum Sommer, um uns zu verbessern.“

Frage: Sommer. Olympische Spiele. Rio de Janeiro. Wie groß ist deine Vorfreude darauf?
Behringer: „Das hört sich auf jeden Fall gut an. Ich war ja schon 2008 in Peking dabei. Olympia ist einfach etwas sehr Besonderes. Ich habe das als Fernziel im Hinterkopf, freue mich aber auch schon auf die Spiele mit Bayern nach der Länderspielpause.“

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