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Eindrücke aus Madrid

Atlético sieht sich als Außenseiter

Rund sieben Kilometer liegen zwischen dem Bernabéu und dem Vicente Calderón. Luftlinie. Keine allzu große Distanz - und doch trennen Real und Atlético, Bayerns Halbfinal-Gegner in der Champions League, Welten. Dort: Glamour, Reichtum und die Fußball-Oper Bernabéu. Hier: Harte Arbeit, vergleichsweise wenig Geld und das in die Jahre gekommene Vicente Calderón, unter dessen Haupttribüne eine Autobahn durchrauscht.

Viele Gegensätze, reichlich Rivalität, aber sportlich messen sich die beiden Madrider Spitzenklubs in der jüngeren Vergangenheit auf Augenhöhe. Atlético, der spanische Meister von 2014, liegt in der Primera División drei Spieltage vor Saisonende einen Zähler vor den Königlichen auf Platz zwei, Spitzenreiter FC Barcelona hat lediglich das bessere Torverhältnis. Die elfte Meisterschaft ist also greifbar - und im Champions-League-Halbfinale warten nun die Bayern.

In der spanischen Hauptstadt herrscht zwei Tage vor dem Hinspiel noch weitestgehend Ruhe. Die Zeitungen stürzen sich (noch) auf das Duell zwischen Manchester City und Real, das ja schon am Dienstagabend steigt. Rund um das Vicente Calderon aber bringen sich die Menschen schon langsam auf Betriebstemperatur. Genau wie das Team von Diego Simeone, auf dessen Vereinsgelände fcbayern.de am Montagnachmittag vorbeischaute.

'Werden zwei enge Spiele'

„Es wird schwierig, aber wir haben unsere Chancen“, sagte Abwehrmann Filipe Luis und fasste damit die generelle Stimmungslage bei Atlético treffend zusammen. Der Respekt vor dem FC Bayern ist groß, in Madrid ja sowieso, allerdings haben die Rojiblancos auch nichts dagegen, den Münchnern die Favoritenrolle zuzuschieben. „Wir spielen gegen einen Klub mit einer großen Historie“, so Mittelfeldspieler Augusto, „wir sind der Außenseiter.“

Atlético setzt auf sein starkes Kollektiv. „Niemand denkt bei uns an sich, alle für das Team. Das ist unsere größte Stärke“, erklärte der Brasilianer Luis. Auch Keeper Jan Oblak betonte dies: „Wir haben eine super Stimmung in der Kabine, das ist unser Erfolgsgeheimnis.“ Dazu kommt aber natürlich noch viel, viel fußballerische Qualität - defensiv wie offensiv. „Es werden zwei enge Spiele“, ist sich der slowenische Torhüter sicher, „Lewandowski und Müller sind schwer zu stoppen. Aber wir glauben an uns.“

Für fcbayern.de in Madrid: Nikolai Kube

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