präsentiert von
Menü
Abschied von Guardiola

'Bayern war eine große Erfahrung für mich'

Die riesige Aufmerksamkeit zu später Stunde war ihm fast ein wenig unangenehm. Karl-Heinz Rummenigge rief Pep Guardiola ein allerletztes Mal zu sich auf die große Bühne der Telekom-Hauptstadtrepräsentanz - und lobte den scheidenden Bayern-Trainer in den höchsten Tönen, frenetisch bejubelt von den zahlreichen Gästen in Berlin.

„Wir haben jetzt drei Jahre mit Pep erlebt. Es waren drei großartige Jahre, das kann ich Ihnen sagen“, lobte der Vorstandschef seinen Coach, der am Samstagabend mit seiner Mannschaft im Elfer-Drama gegen Dortmund das Double perfekt gemacht hatte. Es war Guardiolas siebter Titel mit den Bayern: drei Meisterschaften, zwei Pokalsiege, die FIFA-Klub-WM, den UEFA Supercup. Was für eine Erfolgsstory!

„Welcher Trainer kann das schon vorweisen?“, fragte Phillip Lahm, der den Pokal nicht wie üblich selbst als erstes in den Nachthimmel reckte, sondern ihn seinem Trainer überließ. „Ich habe mir gedacht, das würde passen. Der Trainer hat viel geleistet für die Mannschaft und den Verein. Er hat sich den Pokal verdient.“ Müller ergänzte: „Er hat uns taktisch sehr viel gegeben“, und Welttorhüter Manuel Neuer sagte: „Bayern München hat noch nicht so einen Fußball gespielt wie unter Pep Guardiola.“

'Erfolgsstory, die ihresgleichen sucht'

Der Vielgelobte blieb derweil auch im Triumph bescheiden. „Es war eine riesen, riesen Ehre für mich, bei Bayern München und in Deutschland zu sein. Es war eine richtige Entscheidung, hierher zu kommen“, war der Katalane überglücklich. Schon auf dem Platz waren Tränen der Freude geflossen, „das zeigt mir, dass er hier drei schöne Jahre hatte und die Stadt, den Verein mit einem weinenden Auge verlässt“, so Lahm. Und Müller sagte: „Wenn das letzte Spiel vorbei ist, kann man auch mal Mensch sein.“

Besonders imponiert hat Rummenigge, wie Guardiola nach dem Triple 2013 die Titelgier seiner neuen Spieler aufrechterhielt. „Normalerweise fällst du nach so einem Jahr total in ein Loch, und da musst du dich erst mal rauskämpfen“, weiß der Vorstandschef. „Dank diesem Mann haben wir dieses Loch nicht erlebt, sondern eine Erfolgsstory erlebt, die ihresgleichen sucht.“ Und auch in diesem Jahr „verlassen wir die Saison durch das große Tor“, wie Müller hochzufrieden anmerkte.

Nach seinen drei Jahren in München kann Guardiola auf eine herausragende Bilanz blicken. Sieben seiner insgesamt 21 Titel holte er mit dem FC Bayern. Von 161 Pflichtspielen hat er 124 gewonnen, in der Champions League erreichte er drei Mal in Folge das Halbfinale und bestritt somit 36 von 39 möglichen Partien. Im DFB-Pokal waren es 17 von 18. Mit 82 Siegen in 102 Bundesligaspielen weist er die beste Siegesquote aller Trainer der gesamten Bundesliga-Historie auf.

„Ich werde es vermissen, jeden Tag mit diesen Spielern zu arbeiten. Diese Jungen sind überragend“, war Guardiola auch etwas traurig an diesem tollen Bayern-Tag. „Es war eine große Erfahrung für mich, mein Leben in München war super. Auch die Bundesliga: Die Stadion sind immer voll, die Fans respektieren sich. Alles war sehr, sehr gut. Ich wünsche Bayern das Beste für die nächsten Jahre.“ Und Bayern sagt: Gràcies, Pep!

Weitere Inhalte