präsentiert von
Menü
Boatengs Tor-Debüt

'Es wurde auch Zeit, dass er mal reingeht'

Ecke. Abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Boateng schießen. Boateng schießt. Und trifft! Mit seinem ersten Nationalmannschaftstor im 63. Länderspiel ist für Jérôme Boateng nicht nur ein persönlicher Traum in Erfüllung gegangen. Gleichzeitig brachte er das DFB-Team im EM-Achtelfinale gegen die Slowakei (3:0) auch früh auf Siegkurs. „Es war nicht so einfach, den Ball zu nehmen. Er hat ihn klasse getroffen. Ein frühes Tor ist uns nicht so oft gelungen. Das hat uns weiter Sicherheit gegeben“, lobte Joachim Löw seinen Abwehrchef und „Führungsspieler“, der jetzt auch noch Tore schießt.

„Es wurde auch Zeit, dass er mal reingeht“, meinte der Innenverteidiger zu seinem Tor-Debüt durch eine wuchtige Direktabnahme in der achten Spielminute, „ich freue mich für die Mannschaft, die heute sehr gut gespielt hat.“ Nach dem Treffer führte Boatengs erster Weg zur Bank. Im Überschwang der Gefühle schloss er dort Teamarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Physiotherapeut Klaus Eder in seine kräftigen Arme. „Die letzten Tage haben die Physiotherapeuten Vollgas gegeben. Ohne sie hätte ich nicht spielen können“, erklärte Boateng, der zuletzt an Wadenproblemen laboriert hatte.

In der deutschen Defensive ist der Innenverteidiger vom FC Bayern seit langem der Sicherheitschef. Wegen seiner klugen und präzisen Pässe in der Spieleröffnung wurde er von Kollege Thomas Müller auch schon augenzwinkernd als „Kaiser“ bezeichnet - in Anspielung an die Künste von Franz Beckenbauer. „Seinen Wert brauche ich nicht extra hervorzuheben. Er ist ein Spieler, von dem die Mannschaft weiß, auf ihn ist Verlass“, sagte Löw über den 27-Jährigen, der sich auch nicht scheut, wenn nötig Kritik zu äußern. „Ich denke, dass ich mir meine Position selbst erarbeitet und erkämpft habe“, sagte Boateng, der seiner Erfolgsgeschichte bei der EM in Frankreich noch das eine oder andere Kapitel hinzufügen möchte.