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Benvenuto, Carlo!

Gestatten, Ancelotti - Teil 1: Der Fußballer

In keiner deutschen Stadt leben so viele Italiener (rund 28.000) wie in München. Am Montag bekommt die Azzurri-Gemeinde prominenten Zuwachs: Dann tritt Carlo Ancelotti seinen Dienst als Cheftrainer beim FC Bayern an. fcbayern.de stellt den 57-Jährigen in einer zweiteiligen Reihe vor.

Teil 1: Der Fußballer

Der Spieler:
Schon als Spieler galt Ancelotti als einer der besten seines Fachs. Im (defensiven) Mittelfeld wurde er als kreativer Stratege und Teamplayer von allen seinen Trainern hochgeschätzt. Profi wurde er 1976 beim AC Parma in der dritten italienischen Liga. Nach dem Aufstieg in die Serie B wechselte er zum Erstligisten AS Rom (1979-87), wo er (ab 1984 als Kapitän) seine erste Meisterschaft (1984) und drei Pokalsiege feierte. Den Höhepunkt seiner Spielerkarriere erlebte er ab 1987 beim AC Mailand. Als Teil der sogenannten Unsterblichen (Gli Immortali mit Spielern wie Ruud Gullit, Marco van Basten, Franco Baresi und Paolo Maldini) gewann er unter anderem zweimal in Folge (1989, 1990) den Europapokal der Landesmeister. 1992 hängte er aufgrund anhaltender Knieprobleme die Fußballschuhe an den Nagel. Mit der Nationalmannschaft (26 Länderspiele) nahm er an zwei Welt- (1986, 1990) und einer Europameisterschaft (1988) teil.

Der Trainer:
Bei Milan spielte Ancelotti unter Trainerlegende Arrigo Sacchi und startete bei ihm auch seine Trainerlaufbahn. Von 1992 bis 1995 ging er als Co-Trainer des italienischen Taktikfuchses bei der Squadra Azzurra quasi in die Lehre. 1995 trat Ancelotti schließlich beim Zweitligisten AC Reggiana seinen ersten Cheftrainer-Posten an - und schaffte schon im ersten Jahr den Aufstieg.

Über den AC Parma (1996-98) und Juventus Turin (1999–2001) kam er schließlich zu seinem Ex-Klub AC Mailand, wo er die bislang längste (2001-09) und erfolgreichste Zeit seiner Trainerkarriere erlebte. Wie schon als Spieler gewann er hier zweimal (2003, 2007) die Champions League, wurde erstmals als Trainer italienischer Meister (2004) und Pokalsieger (2003).

Auch bei seinen folgenden Stationen (Chelsea 2009-11, Paris Saint-Germain 2012/13) feierte er national große Erfolge, ehe er bei Real Madrid (2013-15) erneut den Champions-League-Titel feierte. Danach legte er ein Sabbatjahr ein.

Seine Erfolge:
Ancelotti ist einer der erfolgreichsten Fußballtrainer der Welt. Als einziger Coach hielt er schon drei Mal die Champions-League-Trophäe in Händen. Als einer von nur fünf Trainern (wie Ottmar Hitzfeld, Jupp Heynckes, Jose Mourhinho, Ernst Happel) gewann er die Königsklasse mit verschiedenen Klubs. Zudem gehört er zum elitären Zirkel (Pep Guardiola, Miguel Munoz, Giovanni Trapattoni, Johan Cruyff, Frank Rijkaard), der sowohl als Spieler als auch als Trainer einen Triumph in der Champions League bzw. im Landesmeistercup feierte.

Seine FCB-Bilanz:
Im Laufe der Jahre haben sich die Wege von Carlo Ancelotti und dem FC Bayern schon mehrfach gekreuzt. Als Spieler traf der damalige Kapitän des AS Rom nur einmal auf den deutschen Rekordmeister. Dabei, im März 1985, zog er den Kürzeren: Nach zwei Niederlagen (0:2 in München, 1:2 in Rom) war im Viertelfinale des Europapokals der Pokalsieger Endstation.

Ganz anders sieht Ancelottis Trainer-Bilanz gegen Bayern aus: In acht Spielen kassierte er mit dem AC Mailand (4 Siege, 2 Remis) und Real Madrid (2 Siege) keine einzige Niederlage. Drei Mal warf er die Bayern dabei in einer K.o.-Runde aus dem Wettbewerb, zuletzt im Halbfinale 2013/14, als er mit Real nach einem 1:0 im Hinspiel das Rückspiel in München mit 4:0 gewann.