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JHV 2016

Rummenigge: „Diese Kombination ist einmalig“

Bilder sagen manchmal mehr als tausend Worte, und so ließ auch Karl-Heinz Rummenigge während seiner Rede bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern im Audi Dome ein Video sprechen. „Ich möchte es in diesem Jahr ein bisschen anders machen“, sagte der Vorstandschef des FC Bayern zu Beginn seines Berichts, „wir zeigen Ihnen einen Film – das ist emotionaler und stimmungsvoller.“ Das Gänsehautfeeling war folglich groß, Szenen vom Meistertitel, dem DFB-Pokalsieg und den schönsten Momenten in der Champions League ließen die 7.152 Mitglieder regelmäßig in Jubel ausbrechen.

„Wenn ich für die Saison 2015/16 eine Schulnote zu vergeben hätte, würde ich Trainer und Mannschaft die Note 1 geben“, blickte Rummenigge zurück. Die vierte Meisterschaft in Folge ist ein „historischer Wert“, so der Vorstandschef,  „selbst in den ganz großen Zeiten hatten wir maximal dreimal das Glück, diese Meisterschaft in Folge zu gewinnen. Damit hat die Mannschaft ein neues Stück Geschichte in unserer Vereinschronik geschrieben.“ Auch den Gewinn des DFB-Pokals gegen Dortmund hob Rummenigge hervor, die Auftritte in der Champions League waren mit dem Erreichen des Halbfinales „aller Ehren wert. Wir haben zum fünften Mal in Folge mindestens das Halbfinale erreicht. Auch das gab es in dieser Kontinuität noch nicht beim FC Bayern.“

Rummenigge machte eine schier unheimliche Rechnung auf. Seit 2012 hat der deutsche Rekordmeister 12 Titel gewonnen! „Das sind unglaubliche Zahlen“, so der Vorstandschef, „ohne Übertreibung darf ich sagen, wir dürfen stolz sein auf das, was unsere Trainer und Spieler geleistet haben.“ Ausdrücklich bedankte sich der frühere Weltklassestürmer bei Pep Guardiola, der „drei Jahre ein starker und sehr erfolgreicher Trainer des FC Bayern“ war. „Auch wenn wir in dieser Zeit nicht die Champions League gewonnen haben, waren es großartige Jahre, die wir mit Pep verbringen durften.“

„Wir gewinnen gemeinsam, wir verlieren gemeinsam“

Unter Carlo Ancelotti soll die Erfolgsgeschichte der letzten Jahre fortgeschrieben werden. Rummenigge lobte den neuen Cheftrainer, der ebenfalls in den Audi Dome gekommen war; der Italiener sei „sehr geerdet, seriös und ein bisschen ein Schlitzohr. Er ist ein Mann mit großer Qualität und großer Erfahrung.“ Rummenigge betonte zudem, dass Ancelotti aktuell der einzige Trainer ist, „der die Champions League dreimal gewonnen hat. Das sind große Referenzen. Aber wir würden einen Fehler machen, wenn wir von ihm die vierte erwarten“, erklärte der Vorstandschef. „Wir wünschen sie uns, das ist klar. Aber wir sollten step by step denken. Ab dem Achtelfinale geht es richtig los.“

Die K.o.-Phase in der Königsklasse hat der FC Bayern durch das 2:3 in Rostov als Gruppenzweiter erreicht, für Rummenigge ist das aber kein Beinbruch. „Carlo kam nach dem Spiel am Mittwoch zu mir und hat sich für die Niederlage entschuldigt. Ich habe zum ihm gesagt: Carlo, wir gewinnen hier gemeinsam, wir verlieren hier gemeinsam. Du hast unser vollstes Vertrauen.“ Der Italiener habe „die wundervolle Gabe, Menschen mitzunehmen. Wir werden Titel gewinnen! Beim FCB gilt: Einer für alle, alle für einen.“ An der Qualität des Kaders hat Rummenigge ebenfalls keine Zweifel: „Die Qualität unserer Mannschaft ist sehr gut. Daran ändern auch zwei Niederlagen in Dortmund und im eiskalten Rostov nichts“, hielt er fest.

Nachwuchs? „Sehe wieder Licht im Tunnel“

Rummenigge nutzte zudem die Gelegenheit, sich bei langjährigen Protagonisten des FC Bayern zu bedanken – etwa bei Matthias Sammer. Der ehemalige Sportvorstand hatte den Rekordmeister im Juli auf eigenen Wunsch verlassen. „Matthias war ohne Frage ein wichtiger Mensch in diesem ganzen Konglomerat FC Bayern“, würdigte Rummenigge Sammers Verdienste. „Wir haben alles versucht, ihn hier zu behalten. Er wollte aber neue Prioritäten in seinem Leben setzen. Das galt es zu akzeptieren.“ Auch bei den früheren FCB-Spielern Mario Götze, Sebastian Rode, Medhi Benatia, Pierre-Emile Hojbjerg, Patrick Weihrauch, Ivan Lucic und Serdar Tasci bedankte sich Rummenigge. „Wir sollten diesen Spielern das Beste wünschen, auch wenn sie jetzt bei unseren Konkurrenten sind.“ Dafür freute sich der 61-Jährige über die Zugänge Mats Hummels („Er ist eine große Persönlichkeit“) und Renato Sanches („Wir brauchen Geduld, aber er wird ein wichtiger Spieler für uns werden.“).

Zeit brauchen auch noch die Nachwuchskicker des FC Bayern, in die Rummenigge mittelfristig große Hoffnungen setzt. „Ich sehe wieder Licht im Tunnel. Es sind hoffnungsvolle Talente unterwegs“, so der Vorstandschef. „Es kommen wieder große Talente, die die Chance haben, die neuen Lahms, Müllers und Alabas zu werden.“ Der FC Bayern bleibe seinem Zwei-Säulen-System treu: „Wir kaufen wichtige Spieler wie Robert Lewandowski oder Arjen Robben, aber wir haben auch den Anspruch, eigene Talente selbst auszubilden. Das wird in den nächsten Jahren nachhaltig passieren.“ Die Formel lautet: „Ein sehr gutes, aggressives Scouting, dazu die besten Trainer. Beides verbunden mit den Möglichkeiten der neuen Akademie wird diese Formel am Ende des Tages dazu führen, dass wir wieder den einen oder anderen Spieler im Kader der ersten Mannschaft begrüßen dürfen.“

„Werden hart, konzentriert und seriös arbeiten“

Noch bevor sich Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen ausführlich den Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres widmete, ließ Rummenigge seiner Freude über die finanzielle Entwicklung der FC Bayern München AG seit ihrer Ausgliederung 2002 aus dem eV freien Lauf. Seither ist der Umsatz um insgesamt 400 Prozent gewachsen! „Diese Kombination macht den FCB einzigartig: Wir feiern sportlich größte Erfolge, und das alles selbst erwirtschaftet. Alles wird aus eigener Kraft bezahlt. Und das wichtigste: Wir sind in der Spitze Europas einer der ganz, ganz wenigen Klubs, die total unabhängig sind und in dem Sie, liebe Mitglieder, ein entscheidendes Wort mitsprechen.“ Entscheidend für die positive Entwicklung sei auch die „alternativlose“ Internationalisierung, die die „heimatlichen Wurzeln des FC Bayern wirtschaftlich stärkt“, so Rummenigge. „Würden wir uns nur auf unsere heimischen Wurzeln beschränken, wäre es mit unserer Wirtschaftlichkeit und unserem sportlichen Erfolg schnell vorbei.“ Dennoch: „Mia san mia ist auch international Trumpf.“

Einen Tag vor dem Bundesliga-Topspiel richtete Rummenigge zudem eine kleine Kampfansage an die Konkurrenten. „Gegen Leverkusen beginnt eine neue Zeitrechnung“, kündigte der Vorstandsvorsitzende an. „Wir waren in den vergangenen Jahren der Gejagte. Jetzt werden wir zum Jäger! Wir werden hart, konzentriert und seriös daran arbeiten, dass wir Ihnen auch diesmal nach dem 34. Spieltag die Meisterschale präsentieren dürfen. Diese Genugtuung sollten wir uns auch in diesem Jahr wieder gönnen.“ Und sollte der FC Bayern tatsächlich seine fünfte Meisterschaft in Folge einfahren, dürfte auch bei der nächsten Jahreshauptversammlung einmal mehr emotionales und stimmungsvolles Videomaterial zu sehen sein!

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