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Nach dem Viertelfinaleinzug

„Wir wissen genau, was wir wollen“

Der Applaus war groß, als Spieler und Trainerstab des FC Bayern zu später Stunde den festlichen Bankettsaal „Grand Ballroom 2“ im altehrwürdigen Londoner Landmark-Hotel betraten. Mit einem deutlichen 5:1 (0:1) hatte der deutsche Rekordmeister keine zwei Stunden zuvor den FC Arsenal bezwungen und mit dem beeindruckenden Gesamtergebnis von 10:2 das Viertelfinale in der Champions League erreicht. Da durfte der Beifall der mitgereisten Fans, Partner und Sponsoren schon etwas ausgiebiger ausfallen.

„Ich darf die Gelegenheit nutzen, dem Trainer Carlo Ancelotti und der Mannschaft ganz herzlich zu gratulieren“, eröffnete Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge seine Bankettrede und sprach von zwei „klaren Ergebnissen“ des FCB gegen den englischen Topklub, der auch schon das Hinspiel in München mit 1:5 verloren hatte. Zum sechsten Mal in Folge steht der FC Bayern damit unter den letzten Acht in der Königsklasse, insgesamt sogar zum 16. Mal – das hat noch keine andere europäische Mannschaft geschafft.

Nicht träumen

Doch trotz des am Ende verdienten Viertelfinaleinzugs kam im Lager des Titelträgers von 2001 und 2013 keinerlei Euphorie auf. „Wir tun gut daran, uns jetzt nicht gleich zum Favoriten der Champions League abstempeln zu lassen. Wir sind jetzt gerade mal im Viertelfinale, und alles, was sich da qualifiziert hat und noch qualifizieren wird, das sind schwere Brocken“, bemerkte Rummenigge und forderte dazu auf, „ganz ruhig zu bleiben. Wir sollten jetzt nicht träumen, sondern wirklich ganz in Ruhe abwarten, wen wir im Viertelfinale bekommen.“

Denn ganz so klar war das Duell mit den Gunners am Ende nicht. „Es war schwieriger, als die zwei Ergebnisse das mit 10:2 Toren aussagen. Wir hatten jeweils in der ersten Halbzeit, sowohl in München als auch heute, Probleme gegen diesen Gegner. Das muss uns eine Lehre sein, dass wir total konzentriert, fokussiert und auch mit einem Schuss Demut die nächsten Spiele angehen. Die Champions League verzeiht keine schwachen Spiele, keine schwachen Halbzeiten“, betonte Rummenigge.

Elfmeter nimmt den Druck 

„Das Ergebnis gibt nicht wieder, was auf dem Platz passiert ist“, erklärte auch Ancelotti und sprach von einem „schwierigen Spiel“, in dem Arsenal Mitte der ersten Halbzeit durch einen Treffer von Theo Walcott durchaus verdient führte. „Wir hätten das Spiel besser kontrollieren müssen. Wir waren in unserer Spielanlage nicht so klar und am Ball nicht so gut wie sonst“, analysierte Ancelotti. „Wir waren nachlässig“, übte auch Mats Hummels Selbstkritik über einen zunächst „pomadigen“ Auftritt. „Die ersten 50 Minuten waren auf jeden Fall nicht gut.“

Erst nach dem Platzverweis gegen Arsenal-Kapitän Laurent Koscielny kurz nach dem Seitenwechsel und Robert Lewandowskis Ausgleich per Foulelfmeter „war für uns der Druck weg, und wir haben mit einem Mann mehr einige Tore erzielt“, so Ancelotti. Arjen Robben, der eingewechselte Douglas Costa und zwei Mal Arturo Vidal sorgten am Ende für den ersten Auswärtssieg in einem K.o-Spiel der Champions League seit Februar 2014 - auch damals hieß der Gegner FC Arsenal.

Schritt für Schritt weitergehen

„Mit dem Elfmetertor ist das Spiel zu unseren Gunsten gekippt“, betonte Rummenigge, der im ersten Durchgang noch „ein bisschen gezittert“ hat. „Wenn du da ein zweites Tor kriegst, wird es etwas enger.“ Hummels forderte, das Spiel im Emirates Stadium „schon realistisch einzuschätzen“ und die Lehren für die nächsten Partien zu ziehen. Auf wen der FCB dann treffen wird, entscheidet sich bei der Auslosung am 17. März in Nyon/Schweiz.

Fakt ist, dass die Münchner nun aber mehr wollen. „Lass uns Schritt für Schritt weitergehen, nicht zu euphorisch. Wir sind erst im Viertelfinale. Und da kommen nur starke Mannschaften. Das wird ein ganz schweres Ding“, meinte Robben und ergänzte: „Das Viertelfinale muss nicht das Ende sein. Wir wissen genau, was wir wollen.“

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