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„Wir sind im Flow“

Bayern freuen sich über „großes Polster“

Es lief die 65. Minute im Heimspiel des FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt und es war der Gänsehaut-Moment in der Allianz Arena. Erst feierte der Frankfurter Kapitän Marco Russ nach 311 Tagen Abwesenheit wegen einer Krebserkrankung sein Bundesliga-Comeback. Nur wenige Sekunden später betrat auch Weltmeister Jérôme Boateng den Rasen, er hatte dem FCB 108 Tage verletzt gefehlt (eigener Bericht). Mit stehenden Ovationen wurden die beiden Akteure von den 75.000 Zuschauern im weiten Rund begrüßt.

Das Spiel zwischen dem Rekordmeister und den Hessen war zu diesem Zeitpunkt längst entschieden. Robert Lewandowski (38. Minute) und Douglas Costa (41.) hatten den FCB mit einem Doppelschlag kurz vor der Halbzeitpause in Führung gebracht, nach dem Seitenwechsel markierte Lewandowski (55.) mit seinem 21. Saisontreffer den 3:0-Endstand. Durch den 18. Sieg in der laufenden Spielzeit bauten die Bayern ihren Vorsprung an der Tabellenspitze gegenüber Verfolger RB Leipzig weiter aus.

Seit 18 Spielen ungeschlagen

„Zehn Punkte Vorsprung auf den Zweiten ist natürlich ein großes Polster“, erklärte Kapitän Philipp Lahm nach einem „super Wochenende für uns“. Sowohl Leipzig als auch der Dritte Borussia Dortmund verloren ihre Spiele, der FCB ist dem fünften Titelgewinn in Folge wieder einen großen Schritt näher gekommen. „Die Saison ist noch lang, der April wird hoch interessant, deswegen ist es immer gut, wenn man auf die Tabelle schaut und einen kleinen Puffer hat“, meinte Thomas Müller.

Doch bei aller Freude über den neuerlichen Erfolg gab es bei den Bayern auch Anlass zur Selbstkritik. Vor allem in der ersten halben Stunde bereiteten „aggressive und giftige“ Frankfurter (Manuel Neuer) dem FCB einige Probleme. „Wir waren absolut unkonzentriert und haben sehr, sehr viele Ballverluste gehabt im Aufbau in der eigenen Hälfte. Da konnten wir froh sein, dass wir nicht in Rückstand geraten sind“, analysierte Lahm. Die 2:0-Führung habe „nicht dem Spielverlauf“ entsprochen.

Bayern vor dem Tor eiskalt

„Frankfurt hat besser gespielt als wir. Sie hatten die besseren Chancen, wir haben viele Fehler gemacht“, sagte auch Trainer Carlo Ancelotti nach dem Spiel. „Ehrlich gesagt hatten sie es nicht verdient, zur Pause 0:2 zurückzuliegen.“ Doch dann profitierten die Bayern von der mangelnden Chancenauswertung der Hessen und von der eigenen Effizienz und individuellen Qualität vor dem gegnerischen Tor. „Dann zeigt sich natürlich auch unsere Klasse, dass wir mit einer Führung in die Halbzeit gehen“, meinte Lahm. „Vorne waren wir eiskalt.“

Und so bleibt die Erkenntnis beim Rekordmeister, dass trotz der beeindruckenden Serie von nunmehr 18 ungeschlagenen Pflichtspielen in Serie (Neuer: „Wir sind im Flow“) Anspannung und Konzentration weiter hoch gehalten werden müssen. „Es war ein top Spieltag für uns, wir haben aber nicht so gut gespielt, dass wir auf Wolke sieben schweben. Uns ist schon bewusst, dass wir weiter dranbleiben müssen“, sagte Müller. Und Lahm warnte: „Wir haben noch sehr, sehr schwierige Aufgaben vor der Brust. Aber zehn Punkte Vorsprung sollten wir eigentlich nicht verspielen.“

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