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Saison-Endspurt

Behringer: „Wir haben noch ein Ziel in der Liga“

Hochspannung im Saisonendspurt der FC Bayern Frauen! Nur noch ein Punkt trennt das Team von Trainer Thomas Wörle vom anvisierten zweiten Tabellenplatz und der damit verbundenen Champions-League-Qualifikation. Vier Spieltage stehen noch aus, darunter das direkte Duell mit dem Zweiten Potsdam. Vor dem Auswärtsspiel am Wochenende in Frankfurt spricht Spielführerin Melanie Behringer (31.) über die zu Ende gehende Saison, 1:0-Siege und Urlaubspläne.

Melanie, noch vier Spiele bis Saisonende. Was macht die Urlaubsplanung?
Behringer:
„Ich habe schon gebucht. Es geht in die USA. Erst nach Miami, dann besuche ich noch Gina Lewandowski (eine Teamkollegin, Anm. d. Red.) in Pennsylvania.

Keine Lust auf Europameisterschaft? Oder anders gefragt: Bereust du deinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft?
Behringer:
„Auf gar keinen Fall. Auch wenn ich weiß, wie schön es ist, eine Europameisterschaft zu spielen. Aber für mich war es richtig, nach Olympia aufzuhören. Ich freue mich darauf, jetzt endlich mal länger Urlaub zu haben. Mein Körper braucht das. Danach werde ich frisch sein für die neue Saison. Und die EM verfolge ich gemütlich am Fernseher.“

Sprechen wir über die noch laufende Saison. Wie gehst du in den Endspurt?
Behringer: „Der zweite Platz ist unser großes Ziel. Darauf ist jede von uns 100-prozentig fokussiert. Denn wir haben es wieder in der eigenen Hand, den zweiten Platz zu schaffen. Im Moment fehlt nur noch ein Punkt auf Potsdam - und wir spielen ja noch gegen Potsdam.“

Ihr könntet auch noch Meister werden...
Behringer: „Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Wolfsburg noch stolpert. Unser Ziel ist klar der zweite Platz. Dafür werden wir nochmal alles geben. Und wenn wir es schaffen, haben wir unter dem Strich eine gute Saison gespielt, auch wenn spielerisch nicht alles toll war. Man darf aber nicht vergessen, dass wir eine große Verletzungsmisere hatten und immer noch haben. Trotzdem haben wir es in der Champions League erstmals ins Viertelfinale geschafft. Im DFB-Pokal sind wir im Viertelfinale gegen Wolfsburg ausgeschieden, aber gegen Wolfsburg kann man verlieren.“

Auch gegen Paris Saint-Germain kann man verlieren. Dennoch war die Enttäuschung nach dem Champions-League-Aus riesig. Wieviel ist davon jetzt noch übrig?
Behringer: „Ein, zwei Tage lang war die Enttäuschung sehr groß. Dazu kam noch die Verletzung von Lena Lotzen, was alles noch verschlimmert hat. Doch dann haben wir uns zusammengesetzt und gesagt: Es bringt jetzt nichts, der Champions League nachzutrauern - wir haben noch ein Ziel in der Bundesliga! Und schon im Spiel danach, beim 1:0 gegen Sand, hat man gesehen, dass es wieder in die richtige Richtung geht. Paris ist jetzt abgehakt. Man muss auch ehrlich eingestehen, dass PSG in beiden Spielen die bessere Mannschaft war.“

Wie groß war im Rückblick die Bürde des olympischen Turniers im letzten Sommer für die Saison?
Behringer: „Ich möchte das Turnier nicht missen, nicht zuletzt wegen der Goldmedaille. Aber natürlich waren viele von uns nach Olympia angeschlagen, einige sind es noch immer, darunter auch ich selbst. Man hatte die ganze Saison über das Gefühl, dass man nie richtig 100-prozentig fit wurde. Irgendwie kam man nie auf sein höchstes Level. Deshalb freue ich mich jetzt schon riesig auf den Sommerurlaub.“

Jetzt geht es aber erst einmal nach Frankfurt, wo es am Sonntag zum Duell mit deinem Ex-Klub kommt.
Behringer: „Ich spiele immer gern gegen meine ehemaligen Klubs. Man sieht dann viele Leute von früher wieder. Auf dem Rasen erwartet uns aber ein schwerer Gegner. Das wird ein ganz enges Spiel. Aber ich weiß auch, dass wir stark genug sind, dort zu bestehen.“

Das Hinspiel habt ihr 1:0 gewonnen.
Behringer: „Unser Standardergebnis. Der Trainer hat vor kurzem erzählt, dass wir seit meiner Rückkehr nach München im Sommer 2014 22 Mal mit 1:0 gewonnen haben. In der laufenden Saison sind es schon neun 1:0-Siege. Irgendwo ist das dann auch eine Qualität von uns und schlussendlich reicht so ein 1:0-Sieg ja. Aber man hat schon das Gefühl, die Siege könnten manchmal klarer sein.“

Trotzdem einverstanden mit vier 1:0-Siegen bis Saisonende?
Behringer: „Liebend gerne. Für uns ist es jetzt einfach wichtig, dass wir die restlichen Spiele gewinnen. Egal wie.“

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