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Nach Trainingslager

Walter: „Es herrscht eine gute Stimmung“

Acht intensive und kräftezehrende Tage liegen hinter den Amateuren des FC Bayern. Die Reserve des Rekordmeisters absolvierte in Ruhpolding ihr Vorbereitungs-Trainingslager auf die neue Saison in der Regionalliga Bayern. Elf Trainingseinheiten, ein Testspiel sowie ein Biathlon- und Fußballgolf-Wettbewerb standen für die Bayern auf dem Programm. Am Sonntagnachmittag kehrte der FCB II nach München zurück.

Für Trainer Tim Walter, der die Amateure im Sommer übernommen hat, war es das erste Trainingslager mit seiner neuen Mannschaft. Im Interview mit fcbayern.com spricht der ehemalige FCB-U17-Trainer über Trainingsformen für „Kopf und Beine“, wissbegierige Spieler und die Mentalität, immer gewinnen zu wollen.

Das Interview mit Tim Walter

fcbayern.com: Hallo Herr Walter, in der vergangenen Woche waren Sie mit den Amateuren zum Trainingslager in Ruhpolding. Wie fällt Ihr Fazit aus?
Walter: „Sehr positiv! Mit den Eindrücken, die wir hier gesammelt haben, können wir zufrieden sein. Die Jungs haben super mitgezogen und versucht, alles umzusetzen, was wir ihnen vorgegeben haben. Wir haben im taktischen und physischen Bereich sehr hart gearbeitet. Aufgrund der hohen Intensität waren die Spieler zum Ende hin müde und die Konzentration ist etwas abgefallen, was wir aber verkraften können.“

fcbayern.com: Woran haben Sie in den acht Tagen gearbeitet?
Walter: „In der gesamten Vorbereitung geht es darum, dass wir unsere Spielidee mit den Jungs umsetzen. Dazu haben wir Übungsformen gewählt, die sowohl für den Kopf als auch für die Beine anspruchsvoll sind. Wir wollen das physische und auch das psychische Tempo forcieren. Die Jungs sollen gefordert und an ihre Grenzen gebracht werden, damit sie es im Spiel letztendlich einfacher haben, unsere Ideen umzusetzen.“

fcbayern.com: Wie genau sieht Ihre Spielidee aus?
Walter: „Wir wollen den Gegner sehr früh attackieren, immer nach vorne verteidigen und attraktiv für die Zuschauer spielen.“

fcbayern.com: Was war im Trainingslager besonders positiv?
Walter: „Der Mannschaftsgeist und das Miteinander hat mir sehr gut gefallen. Wir wollten das Zusammengehörigkeitsgefühl des Teams insgesamt stärken. Das ist hier im Trainingslager super gelungen. Die Jungs haben einiges miteinander unternommen, es herrscht eine gute Stimmung.“

fcbayern.com: In welchen Bereichen müssen Sie in den kommenden Wochen noch arbeiten?
Walter: „Wir müssen weiter daran feilen, dass die Jungs schnell erkennen, wann ein Ballverlust droht. Dabei gilt es, bereits in Ballbesitz die Situation nach einem Ballverlust vorzubereiten und die Abstände der einzelnen Mannschaftsteile gering zu halten, um den möglichen Ballverlust sofort abzusichern. Wir tun uns aktuell noch etwas schwer zu erkennen, wann der Mitspieler in Bredouille kommt und wann wir ihn absichern müssen. Durch diese Abstimmungs- und Abstandsprobleme haben wir nach Ballverlust keinen Zugriff und laufen noch zu häufig in Kontersituationen.“

fcbayern.com: Nach vielen Jahren im Jugendfußball sind die Amateure Ihre erste Station im Männerbereich. Wie groß ist die Umstellung?
Walter: „Die Umstellung ist nicht so groß, auch, weil wir eine sehr junge Mannschaft haben. Ich bin mir sicher, dass die Dinge, die bei der U17 oder auch bei der U19 des Karlsruher SC gut funktioniert haben, auch im Männerfußball funktionieren. Die Überzeugung meiner Spielidee will ich auch bei den Spielern implementieren.“

fcbayern.com: Inwieweit unterscheidet sich der Männer- vom Jugendfußball?
Walter: „In erster Linie natürlich im physischen Bereich. Die Gegner wählen häufig eine rauere Gangart und haben gewiefte und erfahrene Spieler. Oft fehlt bei Spielern, die aus der Jugend kommen noch ein wenig die Cleverness. Wir arbeiten daran, dass unsere Jungs eine gewisse Abgezocktheit an den Tag legen und ihre Qualitäten in den Vordergrund stellen. Wenn wir dem Gegner unser Spiel aufzwingen, werden wir auch erfolgreich sein.“

fcbayern.com: Vielen Spielern scheint der Schritt vom Jugendbereich in den Männerfußball schwer zu fallen. Worauf kommt es an, damit die Jungs diesen Sprung möglichst schnell schaffen?
Walter: „Die Anpassungsfähigkeit ist von enormer Bedeutung. Derjenige, der die Qualität hat, schnellstmöglich unter den neuen Begebenheiten sowohl im physischen als auch im technisch und taktischen Bereich seine Topleistung abzurufen, der wird es letztendlich auch nach oben schaffen. Für uns gilt es, die Jungs an die neuen Umstände heranzuführen.“

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fcbayern.com: Sie sind nun dreieinhalb Wochen Amateure-Trainer. Wie ist Ihr genereller Eindruck von der Mannschaft?
Walter: „Die Jungs sind sehr wissbegierig und wollen alles nachvollziehen können. Wir als Trainer sind es den Spielern schuldig, dass sie Antworten bekommen. Dadurch werden sie besser und verstehen das Spiel und die Abläufe. Unser Ziel ist es, den Jungs aufzuzeigen, um was es geht. Wir wollen nicht spielen, um zu spielen, sondern immer ein Ziel verfolgen, in jeder Trainingseinheit und natürlich auch in jedem Spiel. Die Jungs sind sehr gewillt, unsere Ideen anzunehmen. Die Mannschaft ist auf einem sehr guten Weg, unsere Spielidee umzusetzen.“

fcbayern.com: Der Kader ist aktuell noch recht dünn besetzt. Sind noch Neuzugänge geplant?
Walter: „Ich denke, dass wir mit der Mischung aus viele jungen und einigen erfahrenen Spielern sehr gut aufgestellt und für alles gewappnet sind. Allerdings brauchen wir in jedem Fall noch einen Stürmer und eine Verstärkung auf der linken Seite.“ 

fcbayern.com: Welche Ziele verfolgen Sie in dieser Saison?
Walter: „Unser Ziel ist es, jedes Spiel zu gewinnen. Für mich liegt es in der Natur des Fußballers, dass er immer gewinnen will. Das will ich auch den Jungs beibringen. Sie müssen sich diese Mentalität aneignen, dass sie jedes Trainingsspiel und natürlich jedes Punktspiel gewinnen wollen. Wenn das der Fall ist, werden wir unsere Ziele in jedem Fall erreichen.“­­­­­

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