„Das war der Festtag schlechthin“

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Der Meistertitel der Saison 1999/2000 gehört zu den unerwarteten in der Geschichte des FC Bayern. Vor dem 34. Spieltag hatten die Münchner noch drei Punkte Rückstand auf Tabellenführer Bayer Leverkusen. Dann gewann der FCB seinen Saisonabschluss aber deutlich mit 3:0 gegen Werder Bremen und Bayer unterlag der SpVgg Unterhaching mit 0:2. Dank des Teams aus dem Münchner Vorort zog der Rekordmeister an der Werkself vorbei und Stefan Effenberg durfte die Schale doch noch in Empfang nehmen.

„Ganz Fußballdeutschland schaute auf das kleine Hachinger Dorf", erinnert sich der damalige Unterhachinger Danny Schwarz an diesen Tag, als er und seine Hachinger dem FCB zum Titel verhalfen. „Als ehemaliger Bayern-Spieler war das der Festtag schlechthin. Wir haben mit Unterhaching die Klasse gehalten und haben meinen ersten Verein zum Meister gemacht, zumindest unterstützt. Das war ein toller Tag", muss FCB-Jugendspieler und Unterhachings damaliger Mittelfeldmotor Matthias Zimmermann grinsen, als er daran zurückdenkt.

Dank Zimmermann & Co. konnten die Bayern also doch noch eine große Meistersause starten -- und ließen es sich dabei nicht nehmen, ihre Freunde aus dem Münchner Vorort einzuladen. „Auf einmal kam ein Anruf, ob wir nicht zur Meisterfeier kommen und anstoßen wollen", erklärt der heutige U16-Trainer Schwarz diesen unerwarteten Party-Besuch. Die Feierlichkeiten fanden in der alten Gärtnerei in Taufkirchen statt, „also nur einen Steinwurf von uns entfernt. Da sind wir dann um ca. 21:30 Uhr zusammen eingelaufen", blickt Zimmermann zurück.

Dann ging es richtig los und der Mittelfeldspieler verrät: „Je später der Abend, umso weniger Erinnerungen habe ich. Wir hatten am nächsten Morgen noch einen Termin, da kamen einige sehr angeschlagen an." Die Meisterfeier ist ein besonderes Ereignis, denn als Spieler arbeitet man ab der Sommer-Vorbereitung darauf hin. Schwarz und Zimmermann war dieser Titel als Spieler nie vergönnt, auf der entsprechenden Feier waren sie trotzdem. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mich nicht gerne dran erinnre", so der 47-Jährige. Unerwartet ist halt doch meistens am Besten.