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Saisonbilanz mit Leupolz, Wenninger und Wörle

„Bleibt für immer in Erinnerung“: FCB-Frauen sind stolz auf erfolgreiche Saison

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Mit der deutschen Vizemeisterschaft und dem jeweils erreichten DFB-Pokal- und Champions-League-Halbfinale endet für die FC Bayern Frauen die Saison 2018/2019. Lange kämpften die Münchnerinnen um Titel mit und können mit Stolz auf eine erfolgreiche Saison mit vielen sportlichen Höhepunkten zurückblicken. Cheftrainer Thomas Wörle und die Kapitäninnen Melanie Leupolz und Carina Wenninger ziehen auf fcbayern.com Saisonbilanz.

Mit namhaften Testspielgegnern und Turnieren in Toulouse und der Schweiz starteten die Bayern-Frauen im Juli 2018 in die Saisonvorbereitung: Nach drei Unentschieden – 1:1 gegen Liverpool, 1:1 gegen Paris Saint Germain, 2:2 gegen Montpellier HSC – folgten ein 9:0-Sieg gegen PSV Eindhoven und ein 5:1-Sieg gegen den FC Zürich. Zahlreiche Spielerinnen zeigten sich in Topform, Neuzugang Lina Magull machte gleich mehrere Tore - die Bayern Frauen waren in der Spur und bereit für den Pflichtspielauftakt.

„Kein einfaches Jahr“

Trotzdem hatte die Mannschaft zusätzlich andere Themen zu verarbeiten. „Wir hatten sicher kein einfaches Jahr, nachdem wir zum Saisonbeginn bereits erfahren haben, dass uns der Trainer nach der Saison verlassen wird“, sagte Co-Kapitänin Carina Wenninger rückblickend. „Diese Herausforderung haben wir echt gut gemeistert und haben uns zusammengerauft“, ergänzte Spielführerin Melanie Leupolz. „Wie sich die Mannschaft und das Trainerteam trotz meiner bereits feststehenden Personalie präsentiert haben, war beeindruckend. Das war für alle Beteiligten keine leichte Situation. Trotzdem konnten wir in allen drei Wettbewerben starke Leistungen zeigen“, pflichtete Trainer Wörle bei.

Mit den angesprochenen starken Leistungen starteten die Münchnerinnen ab dem 9. September in drei Wettbewerbe: Mit einem 3:0-Sieg gegen Jena erreichten sie das DFB-Pokal-Achtelfinale. Gleiches, nur spektakulärer, gelang in der UEFA Women’s Champions League mit einem 7:0-Hinspiel- und einem 4:0-Rückspielsieg gegen Spartak Subotica. Der Start in die Bundesliga sollte dies noch toppen: Mit 10:1 (nach 0:1-Rückstand) gegen Leverkusen setzten die FCB-Frauen ein deutliches Zeichen.

„Über weite Strecken der Saison haben wir mit Ball wirklich guten Fußball gespielt. Wir waren zudem immer sehr flexibel und variabel und haben uns auf viele verschiedene Arten schöne Tore erspielt, egal ob nach Standard-Situationen, aus dem Spiel heraus oder nach Kontern“, erinnerte sich Wenninger. Vorwegnehmend ergänzte sie: „In den entscheidenden Spielen haben wir jedoch viele Torchancen liegen lassen und waren oft nicht effizient genug. Daran müssen wir arbeiten, denn das wurde uns in der Meisterschaft und in der Champions League am Ende zum Verhängnis.“

Revanche gegen Wolfsburg 

Der große Dämpfer nach weiteren Siegen kam im dritten Bundesliga-Spiel gegen den VfL Wolfsburg: Mit einem 0:6 mussten die Münchnerinnen wieder aus der Autostadt abreisen und gaben somit die Tabellenführung ab. Trotzdem wussten sie die richtige Antwort darauf. „Nach unserer deftigen Niederlage gegen Wolfsburg im September 2018 haben wir kein Bundesligaspiel mehr verloren. Meine Mannschaft verbucht damit eine starke Serie von 19 Ligaspielen ohne Niederlage!“, betonte Wörle nach Saisonende.

Die größten Highlights der verbleibenden Bundesliga-Saison waren anschließend auch nicht das 9:0 gegen Gladbach, das 8:0 gegen Leverkusen oder das 5:0 gegen Turbine Potsdam. Die vielleicht stärkste Saisonleistung zeigten die FCB-Frauen im Rückspiel gegen Wolfsburg: Mit einem dramatischen 4:2-Sieg im ersten Pflichtspiel 2019 zogen die Münchnerinnen vor über 2.000 begeisterten Fans nach Punkten wieder mit dem VfL gleich. „Neben der derben Niederlage in Wolfsburg wird mir vor allem die Revanche im Rückspiel in Erinnerung bleiben. Meine Mannschaft hat große Mentalität und Charakter gezeigt und als erstes und einziges Team in dieser Bundesligasaison den VFL Wolfsburg besiegt“, so Wörle zurückblickend.

Im DFB-Pokal erreichten die Bayern noch im alten Jahr mit einem 3:0-Sieg gegen Werder Bremen das Viertelfinale. In der Champions League gelang der Einzug in die Runde der letzten Acht mit zwei souveränen 2:0- und 3:0-Siegen gegen den FC Zürich. Die Halbfinal-Einzüge in beiden Wettbewerben machten die Münchnerinnen in extrem belastenden englischen Wochen mit einem 3:1-Sieg gegen Frankfurt sowie einem 1:1-Unentschieden und einem 5:1-Sieg gegen Slavia Prag perfekt und schreiben so auf internationaler Bühne Geschichte.

„Auf jede Spielerin war Verlass“

„Die Saison verlief sehr vielversprechend, wir waren fast bis zum Schluss in allen drei Wettbewerben dabei“, erinnerte sich Melanie Leupolz an diese starke Phase zurück. „Wir haben das gesamte Jahr von der Breite im Kader, sowie einer guten Belastungssteuerung, profitieret. Wir konnten dadurch unser Leistungslevel auch in den vielen strapaziösen, englischen Wochen hochhalten und sehr gute Ergebnisse einfahren. Die Konkurrenzsituation in unserem Team hat alle motiviert und angetrieben, auf jede Spielerin war Verlass“, hob Wörle dazu hervor.

Am Ende einer Phase von sechs Spielen in 20 Tagen stand das Halbfinale im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg: Die Wölfinnen machten mit einem 4:0-Sieg den Traum vom erneuten Pokalfinal-Einzug der Bayern zunichte und wenige Wochen später hatten die Münchnerinnen nach zwei Unentschieden gegen Essen und Sand auch im Kampf um die Meisterschaft wieder Rückstand auf den VfL. „Besonders in den Topspielen müssen wir lernen, unsere Qualität auf den Platz zu bringen und unsere Tore zu machen. Daran sind wir zuletzt gescheitert“, so Leupolz.

Gemeint waren damit auch die beiden Halbfinal-Spiele gegen den FC Barcelona in der Königsklasse. Beide Spiele gingen im April mit 0:1 verloren. Das Hinspiel verdient, das Rückspiel nach einer grandiosen Leistung sehr ärgerlich. Trotzdem war das Erreichen der top Vier Europas nicht nur ein historischer Meilenstein, sondern auch der unumstrittene Saisonhöhepunkt.

CL-Halbfinale „bleibt für immer in Erinnerung!“

„Es war ein unglaubliches Erlebnis, ein Champions-League-Halbfinale zu spielen. Besonders auf unsere Leistung im Rückspiel vor dieser außergewöhnlichen Kulisse bin ich stolz, das war das Highlight der Saison. Die Stimmung war einmalig und wir haben am eigenen Leib dieses riesige Interesse gespürt, das der Frauenfußball in Spanien gerade erfährt. Die Leistung, die wir als Mannschaft auf den Platz gebracht haben, und die gesamte Emotionalität rund um das Spiel und innerhalb des Teams waren einfach der Wahnsinn, das hat jedem mega Spaß gemacht. Das bleibt uns sicher für immer in Erinnerung!“, dachte Wenninger trotz des Ausscheidens mit Freude zurück.

Die abschließenden drei Bundesliga-Spiele konnten die Münchnerinnen gewinnen und blicken auch ohne Titel auf eine erfolgreiche Saison zurück. „Ich bin sehr stolz auf uns, da wir eine wirklich gute Saison gespielt haben, da wir in drei Wettbewerben weit gekommen sind und da wir das mit den Trainern gemeinsam in dieser Situation geschafft haben. Das zeigt für mich die charakterliche Stärke unserer Mannschaft“, so Spielführerin Leupolz.

Rekorde und Abschiede

Mit 75 erzielten Treffern haben die Bayern-Frauen in der nun abgelaufenen Saison die meisten Tore in der Bundesligageschichte des FC Bayern München geschossen. Mit 13 Punkten Abstand zum Drittplatzierten sind die Münchnerinnen erneut deutscher Vizemeister und somit auch zum fünften Mal in Folge für die Champions League qualifiziert.

Doch nicht nur eine Saison, sondern auch die Laufbahn des Cheftrainers Wörle endeten mit dem 5:0-Sieg am letzten Spieltag in Gladbach. „Ich blicke auf eine äußerst intensive, aber vor allem spannende und erfolgreiche Zeit zurück. Nach neun Jahren als verantwortlicher Trainer und sportlicher Leiter ist es nun Zeit, neue Wege zu gehen. Ich wünsche der Frauenabteilung des FC Bayern München weiterhin alles Gute und möchte mich an dieser Stelle bei allen Spielerinnen der letzten neun Jahre sowie allen Kollegen, Weggefährten, Unterstützern und Fans bedanken. Mein besonderer Dank gilt meinem überragendem Trainerteam!“, so die letzten Worte des scheidenden Trainers.

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