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2:2 gegen Twente

CL-Aus! FCB-Frauen nicht belohnt

Alles gegeben! Gekämpft bis zum Schluss! Doch es hat nicht gereicht! Nach einem 2:2 (1:1) im Rückspiel gegen den FC Twente Enschede sind die FC Bayern Frauen im Sechzehntelfinale der Women's Champions League unglücklich ausgeschieden. Da das Hinspiel vor einer Woche 1:1 geendet hatte, erreichten die Holländerinnen aufgrund der Auswärtstorregelung die nächste Runde.

1.072 Zuschauer im nass-kalten Grünwalder Stadion sahen einen packenden Thriller, in dem Twente durch Jill Roord (13. Minute) und Maud Roetgering (56./Handelfmeter) zweimal in Führung ging. Die feldüberlegenen FCB-Frauen gaben aber nie auf und glichen durch ein Eigentor von Kristina Erman (29.) sowie einen verwandelten Foulelfmeter von Melanie Behringer (78.) jeweils aus. Der Siegtreffer in einer hektischen Schlussphase wollte aber nicht mehr fallen.

„Die Enttäuschung ist groß, auch in der Kabine“, sagte FCB-Trainer Thomas Wörle nach dem Schlusspfiff und machte seiner Mannschaft trotzdem „ein Kompliment. Sie hat unheimliche Moral und Mentalität bewiesen. Sie hat beide Spiele dominiert. Aber wenn man trotzdem nicht weiterkommt, hat irgendwas nicht gepasst: Wir waren in beiden Spielen nicht effizient genug.“

Erster Schuss sitzt

Vor dem Anpfiff gab es eine gute Nachricht für Wörle. Seine zuletzt angeschlagene Spielführerin Behringer gab grünes Licht für ihren Einsatz. Die vor der Partie ebenfalls fragliche Caroline Abbé musste allerdings passen. Für sie begann Carina Wenninger in der Dreier-Abwehrkette. Im Vergleich zum Hinspiel gab es noch eine Änderung: Auf dem linken offensiven Flügel begann Kristen Mewis anstelle von Sara Däbritz. Twente lief mit dem exakt gleichen Personal wie im Hinspiel auf, wenn auch in veränderter taktischer Formation (3-4-3 statt 5-3-2).

Wie vor einer Woche nahmen die Bayern sofort das Heft in die Hand. Miedema (9., 10.) erarbeitete sich erste Möglichkeiten. Doch wie im Hinspiel erwies sich Twente als cleverer und kaltschnäuziger Gegner, der mit seinem ersten Torschuss in der ersten Halbzeit in Führung ging: In der 13. Minute schloss Roord einen Konter mit einem platzierten Schuss aus 16 Metern ab - der Ball sprang vom Innenpfosten ins Tor.

Nach der Führung hatten die Gäste ihre beste Phase in der ersten Halbzeit. Mit Pressing und einem engmaschigen Defensivverbund ließen sie die Münchnerinnen nicht mehr zur Entfaltung kommen. Und vorne hätte Roetgering beinahe das 2:0 erzielt - Tinja-Riikka Korpela fischte ihren 30-Meter-Knaller aus dem Torwinkel (27.)! Kurz darauf war die FCB-Torfrau auch bei einem Kopfball von Shanice van de Sanden zur Stelle (29.).

Die Bayern hatten zu kämpfen, einzig Behringer kam zum Torschuss (15.) - bis zur 29. Minute: Dann nutzten Vivianne Miedema und Lisa Evans den plötzlich sich bietenden Platz zu einer sehenswerten Zusammenspiel. Am Ende grätschte Erman Miedemas Querpass vor Evans aus kurzer Distanz über die Torlinie - 1:1!

Mit dem Ausgleich fanden die Bayern auch zu ihrem Spiel zurück und machten Druck. Evans (31.), Mewis (37., 41.) boten sich Möglichkeiten zum Führungstreffer, Behringers 25-Meter-Schuss wischte Twente-Schlussfrau Marieke Ubachs über die Latte (43.). Dann war Pause.

FCB wirft alles nach vorne

Unverändert kamen beide Teams zurück auf den Rasen und schenkten sich weiter nichts. Roord (52.) auf der einen und Miedema (52.) auf der anderen Seite ließen erste Möglichkeiten ungenutzt. Dann die 54. Minute: Nora Holstad grätschte im Strafraum, bekam den Ball an die Hand und die Schiedsrichterin pfiff Strafstoß. Den nutzte Roetgering zum 2:1 für Twente (56.).

Mit Wut im Bauch versuchten die Münchnerinnen nun alles, Wörle brachte zudem mit Däbritz eine frische Offensivkraft (66.). Doch Twente verteidigte weiterhin geschickt und hinderte die Münchnerinnen immer wieder am Abschluss. Eine Viertelstunde vor dem Schlusspfiff wurde das Anrennen der Bayern schließlich belohnt. Nach einem Foul an der eine Minute zuvor eingewechselten Nicole Rolser, gab es Strafstoß, den Behringer sicher zum 2:2 verwandelte (76.).

In der Schlussphase warf der FCB alles nach vorne. Immer wieder brachten die Münchnerinnen den Ball in den gegnerischen Strafraum, einen Kopfball von Rolser parierte die Twente-Torfrau (83.), Lewandowskis Versuch wurde neben das Tor abgefälscht (86.) und Mewis' Kracher parierte Ubachs klasse (89.). Auch Miedema hatte kein Schussglück mehr (90.). Dann war Schluss.

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