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Klub-WM-Finale

Bayern 'gegen ein ganzes Land'

Einmal noch rein ins Trikot, die Schuhe schnüren, den Worten von Pep Guardiola lauschen, raus auf den Platz und es so machen, wie eigentlich immer in diesem Jahr 2013: Den Gegner besiegen! Dann, so Thomas Müller, hätte man der letztjährigen Triple-Saison endgültig „die Krone“ aufgesetzt und könnte anschließend im wohlverdienten Urlaub genüsslich die Seele baumeln lassen. „Wir haben viel Selbstvertrauen und wollen noch einmal zeigen, wie stark wir sind“, erklärte der Nationalspieler am Tag vor dem Finale der Klub-Weltmeisterschaft gegen Gastgeber Raja Casablanca (Samstag, ab 20:30 Uhr im Liveticker) auf der Pressekonferenz in Marrakesch.

Die Gier nach Titel Nummer fünf in diesem Jahr ist spürbar - bei den Spielern und auch bei Pep Guardiola, der bereits mit Barcelona zweimal Klub-Weltmeister wurde. „Wir müssen uns auf unseren Traum zu 100 Prozent fokussieren“, forderte der Coach und bedankte sich noch einmal bei seinem Vorgänger: „Ich bin hier für Jupp. Ich hoffe, wir werden diesen Titel gewinnen - für ihn, die Spieler, den ganzen Verein.“

Bislang gelangen den Bayern in ihrer Geschichte zwei Triumphe im Vorgänger-Wettbewerb Weltpokal. 1976 feierten die Allstar-Bayern um Franz Beckenbauer und Gerd Müller den Coup in zwei Spielen gegen die Brasilianer von Cruzeiro Belo Horizonte. 25 Jahre später besiegten die Münchner um Oliver Kahn dank des Tores von Sammy Kuffour in Japan das argentinische Team der Boca Juniors. Damals und heute mit dabei: Claudio Pizarro, der als erster FCB-Profi doppelt siegen könnte und seinen im Halbfinale erlittenen Pferdekuss am Oberschenkel auskuriert hat.

Guardiola beeindruckt

Auch sonst stehen Guardiola am Samstagabend alle 23 mitgereisten Spieler zur Verfügung, der Coach hat also die Qual der Wahl. Egal, welche Elf schlussendlich auflaufen wird - sie wird einem leidenschaftlichen Team begegnen. Die Euphorie in Marrakesch ist grenzenlos. Das bekam auch Guardiola zu spüren, als er am Mittwochabend den Sieg von Raja Casablanca gegen Atletico Mineiro live im Stadion verfolgte.

„Die Leute waren unglaublich enthusiastisch und voller Glück“, berichtete der Spanier. Seine Lehren: „Wir spielen gegen ein ganzes Land, nicht nur gegen eine Mannschaft. Das wird ein hartes und heißes Finale.“ Auch FIFA-Präsident Joseph Blatter erwartet eine „eine einzigartige Atmosphäre im Stadion“. Den Bayern-Stars ist dies bewusst. „Das ganze Land wird hinter ihnen stehen, alle werden sie unterstützen. Deshalb ist es eine schwierige Aufgabe für uns“, mahnte Philipp Lahm.

Rajas Coach heiß auf die Bayern

Beide Teams treffen zum ersten Mal in ihrer Historie aufeinander und stehen auch erstmals im Finale der Klub-WM. Die Marokkaner bekamen es bei dieser Turnierserie schon einmal mit einem europäischen Team zu tun: Im Jahr 2000 kassierten sie gegen Real Madrid eine 2:3-Niederlage. Auch wenn die Bayern auf dem Papier aus Sicht der Marokkaner übermächtig scheinen, wird das Team von Trainer Faouzi Benzarti nicht schon vorher die weiße Fahne hissen. „Wir hoffen, dieses wunderbare Abenteuer erfolgreich abzuschließen und den Titel zu gewinnen“, so der Coach.

Seine Mannschaft sei „sehr motiviert, ein weiteres großes Spiel gegen eine Spitzenmannschaft abzuliefern. Bayern ist ein großer und historischer Verein mit einer eigenen Philosophie“, sagte Benzarti, „aber das wird uns nicht einschüchtern. Wir werden versuchen, unsere Chance am Schopfe zu packen.“ Der FCB wird sich wehren im letzten Spiel des Jahres. Lahm: „Wir wissen um unsere Stärke. Wenn wir unsere Leistung abrufen, wird es für Casablanca schwer.“

Für fcbayern.de in Marrakesch: Nikolai Kube und Carsten Zimmermann

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