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'Wir brauchen einen Sieg'

Optimistische Bayern wollen ins Halbfinale

Es ist alles angerichtet für einen großen Fußballabend: eine ausverkaufte Allianz Arena, zwei internationale Topteams und jede Menge Spannung. Wenn der FC Bayern am Mittwochabend den englischen Rekordmeister Manchester United zum Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League empfängt (ab 20:45 Uhr im Liveticker und im Free-Webradio), geht es laut FCB-Trainer Pep Guardiola auf sportlicher Ebene um „Tod oder Leben“. Nach dem 1:1-Unentschieden im Hinspiel in der Vorwoche haben beide Teams Chancen auf den Halbfinal-Einzug - mit kleinem Vorteil für die gastgebenden Münchner.

Denn durch den in Manchester erzielten Auswärtstreffer würde dem Titelverteidiger bereits ein torloses Remis zum Erreichen der Vorschlussrunde genügen. Doch darauf will sich im Lager der Münchner niemand verlassen. „Wir können nicht mit unserem Ergebnis aus Manchester spekulieren“, erklärte Guardiola am Dienstag auf der abschließenden Pressekonferenz und machte deutlich: „Wir brauchen eine gute Leistung und einen Sieg, um ins Halbfinale einzuziehen. Ich bin optimistisch.“

Konterstarkes Manchester

Das sieht auch Kapitän Philipp Lahm so. „Wir wollen nichts anbrennen lassen. Wir gehen in das Spiel, um zu gewinnen. Wir haben es selbst in der Hand.“ Allerdings warnte Lahm auch vor der Partie gegen eine „absolute Weltklassemannschaft“ mit „sehr guten und erfahrenen Spielern“ davor, sich zu sicher zu fühlen. „Wir müssen immer hellwach sein“, meinte Lahm angesichts der „gefährlichen Konterspieler“ des zweimaligen Titelgewinners (1999, 2008).

Damit ist auch klar, wie die Bayern den Tabellen-Siebten der Premier League erwarten: ähnlich defensiv wie schon im Hinspiel. „Die warten auf unsere Fehler. Die warten auf Freistöße und Ecken. Daher ist es wichtig, intelligent zu spielen“, meinte Guardiola, der reichlich Erfahrungen gegen englische Teams gesammelt hat. „Sie spielen sehr defensiv und dann auf Konter, das machen sie sehr gut. Es ist nicht einfach, gegen englische Mannschaften zu spielen.“ Interessant: 2009 und 2011 gewann Guardiola mit dem FC Barcelona die Champions League, beide Male hieß der Finalgegner Manchester United.

Besser angreifen als im Hinspiel

Viel dürfte allerdings auch davon abhängen, ob sich der zuletzt angeschlagene Wayne Rooney bei United einsatzfähig meldet. „Er wird spielen, hundertprozentig“, ist Guardiola überzeugt, dass sich der englische Nationalstürmer das entscheidende Rückspiel auf keinen Fall entgehen lassen wird. Mit Rooney, Danny Welbeck, Antonio Valencia oder Shinji Kagawa verfügt Manchester auch ohne den verletzten Robin van Persie über reichlich Offensivpotenzial.

„Wir müssen wieder gut verteidigen“, meinte Lahm in Anlehnung an das Hinspiel, in dem der FCB den Gastgebern lediglich zwei Chancen gewährte. Steigerungsbedarf besteht dagegen in der Offensive. „Uns hat in Manchester der letzte Pass im Sechzehner gefehlt, die letzte Aktion“, betonte Lahm. Und Guardiola ergänzte: „Wir wollen das Spiel dominieren wie wir es in Manchester getan haben. Aber wir müssen besser angreifen und mehr Chancen kreieren.“

Verletztenliste wird länger

Dabei muss der 43 Jahre alte Spanier allerdings personell improvisieren. Tom Starke, Xherdan Shaqiri und Lukas Raeder verlängerten am vergangenen Wochenende die Verletztenliste der Münchner, auf der zuvor schon Thiago, Diego Contento und Holger Badstuber standen. Zudem fehlen die gesperrten Bastian Schweinsteiger und Javi Martínez. „Wir haben noch 14 Spieler für die erste Mannschaft“, erklärte Guardiola. „Ausfälle sind nie positiv für eine Mannschaft, es bleiben nicht mehr so viele Spieler übrig“, betonte Lahm.

Trotz der vielen Ausfälle hat Guardiola schon genaue Vorstellungen, wie er das Abwehrbollwerk der Engländer knacken will. „Ich weiß, wie wir spielen müssen“, versicherte er - ohne es zu verraten. Er sei aber davon überzeugt, dass seine Spieler  „ihre beste Leistung abrufen werden. Das Ziel morgen ist, das Spiel zu gewinnen und die Chance zu wahren, die Champions League zu gewinnen.“