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Zum 113. Geburtstag des FC Bayern München

Exponat der Woche: Gründungsurkunde

Die gute Nachricht vorweg: ZUM 113. GEBURTSTAG DES FC BAYERN VERTEILT AUSNAHMSWEISE DER JUBILAR DIE GESCHENKE!!
Ab sofort erhält jedes Geburtstagskind an seinem Ehrentag freien Eintritt in die FC Bayern Erlebniswelt. Einfach den Ausweis an der Kasse vorlegen - und einen wunderschönen Geburtstag in Deutschlands größtem Vereinsmuseum erleben.

„Lasst sie doch gehen, sie kommen ja doch wieder“, schallte es an jenem Dienstag aus dem Restaurant Bäckerhöfl. „Werden wir nicht“, dachten sich wohl die elf jungen Männer, die das Gasthaus in der Münchner Innenstadt am frühen Abend verließen.
Sie hatten ganz anderes vor. Einen Fußballclub gründen, einen erfolgreichen am besten. Und genau so kam es: Am 27. Februar wird der FC Bayern München 113 Jahre alt - für die FC Bayern Erlebniwelt ein willkommener Anlass, die Gründergeschichte so zu erzählen, wie sie tatsächlich geschah.

„Bis wir die Erlebniswelt eröffnet haben, wurde die Gründung in diversen Chroniken anders dargestellt. Verfälscht, wie wir auf unserer Recherche herausgefunden haben“, sagt Fabian Raabe, maßgeblich beteiligt an der Planung des größten Vereinsmuseums in Deutschland. Nicht wie oft verbreitet 17 Männer haben den heutigen Rekordmeister gegründet. Tatsächlich - und obwohl sich auf der Gründerurkunde 17 Unterschriften befinden - gab es nur elf eigentliche Gründungsmitglieder.

Vom "Bäckerhöfl" ins "Gisela"

Schon einige Wochen vor der Versammlung des MTV München im „Bäckerhöfl“ hatten 17 Männer auf einem Blatt Papier signiert, das heute auch als Urkunde zur Vereinsgründung des Münchner Fußballclubs „Bayern“ gilt. Diese 17 Männer, allesamt Fußballer des Männer-Turnvereins, hatten ihre Unzufriedenheit über das mangelnde Interesse der Turner an den Zielen und Plänen ihrer Abteilung in einem „Drohbrief“ zum Ausdruck gebracht. Sollte der MTV das Bestreben der Fußballer, in den Süddeutschen Fußballverband einzutreten und damit am Ligabetrieb teilzunehmen, nicht unterstützen, seien diese 17 Männer gewillt, einen eigenen Verein zu gründen, hieß es.

Diskutiert wurden die Pläne der Fußballer auf eben jener Versammlung am 27. Februar 1900. Von Beginn an war die Sitzung im Restaurant „Bäckerhöfl“ geprägt durch die Unabhängigkeitsbestrebung der Gruppe um Franz John und seinen Freund Josef Pollack. Besänftigungsversuche seitens des MTV fruchteten nicht mehr, die Fußballer waren zum Austritt entschlossen.

Aus der Drohung ein paar Wochen vorher wurde dann auch schnell Wirklichkeit: Die elf anwesenden der 17 Männer, die den Drohbrief unterschrieben hatten, verließen die Versammlung des MTV und gründeten im Restaurant "Gisela“ ein paar Straßen weiter den Münchner Fußballclub „Bayern“. Um 23.15 Uhr schloss die verlagerte Gründungssitzung: Der FC Bayern München war geboren.

Die Urkunde stützt die wahre Gründungsgeschichte

„Bisher wurde überliefert, dass die sechs nicht anwesenden Männer nachträglich unterschrieben hatten. Fakt ist aber, dass nicht mal sicher ist, ob diese sechs überhaupt tatsächlich den Verein gewechselt haben“, erklärt Raabe. Als Gründungsmitglieder können daher nur jene Elf um den ersten Vorsitzenden Franz John gesehen werden, die auch tatsächlich am 27. Februar 1900 im „Café Gisela“ anwesend waren.

Schlüssig ist diese Geschichte, wenn man die Gründerurkunde genau ansieht. In der Inschrift „Unterzeichnende würden beabsichtigen, in den FC Bayern einzutreten“ wurden einige Worte per Hand durchgestrichen. Die neue, darüber geschriebene Erklärung hatte den Wortlaut: „Unterzeichnende erklären ihren Zutritt in den FC Bayern.“ Die Absichts- wurde zur Beitrittserklärung, der einstige Drohbrief zum zeithistorischen Dokument - und die kleine Abteilung des MTV München zum erfolgreichsten deutschen Fußballclub!

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