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Exponat der Woche: Die fünf Double seit 2003

Schweinsteigers schwere Entscheidung

Die Entscheidung fiel Bastian Schweinsteiger sichtlich schwer. Immerhin gab es ja auch bei seinem zweiten Besuch in der FC Bayern Erlebniswelt viel zu entdecken. „Die Fußballschuhe hier beeindrucken mich, die von Giovane Elber in den Farben eines Brasilianers zum Beispiel“, sagt der 28-Jährige beim Blick in die Vitrinen. Auch das Glückwunschschreiben von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum DFB-Pokalsieg 2008 sei „immer wieder schön zu lesen“. Lachen muss der Nationalspieler, als er einen Medizinball entdeckt, den einst Felix Magath mit nach München gebracht hat.

„Es ist jedes Mal beeindruckend, hier zu sein“, sagt Schweinsteiger bei seiner kurzen Stippvisite am vergangenen Montag. Alle Exponate faszinieren ihn auf ihre eigene Art und Weise – aber wenn er sich eben doch entscheiden muss? „Dann freue ich mich immer wieder, die fünf Double zu sehen, an denen ich beteiligt war“, sagt er. In Deutschlands größtem Vereinsmuseum stehen sie in Reih und Glied. 2003, 2005, 2006, 2008, 2010: „Und vielleicht können wir in diesem Jahr auch so etwas feiern.“

Für Schweinsteiger mag das Double angesichts seiner Erfolge – noch nie hat er in einem Meisterjahr nicht auch den DFB-Pokal gewonnen – fast Normalität sein. Nach zwei titellosen Jahren allerdings ist der Gewinn der begehrten Trophäen auch für den Bayern-Regisseur keine Selbstläufer mehr. „Es steht noch nicht fest, wer Meister wird. Wir müssen immer noch viel dafür tun“, sagt er daher. Immerhin, dass die „Ausgangsposition sehr gut“ ist, weiß er aber.

"Wenn wir deutscher Meister werden, müssen wir auch den Pokal holen"

Ein gutes Omen, das stellt Schweinsteiger beim Besuch der Zeitkoje der Jahre 2000 bis 2009 fest, liegt über seiner Bilanz. „Wenn wir deutscher Meister werden sollten, müssen wir den Pokal holen“, sagt er grinsend. Die „schwierige Hürde“ Borussia Dortmund, die in rund zwei Wochen im Viertelfinale auf den deutschen Rekordmeister wartet, muss „erstmal genommen werden“ – aber dann ist alles möglich.

Schweinsteiger will auf dem Weg zu seinem sechsten Double (oder auch dem ersten Triple) vorangehen. „Ich konnte mir Vieles von Mark van Bommel abschauen, als ich mit ihm zusammengespielt habe“, sagt er, als er vor der Tafel „Alle Spieler - alle Zeiten“ steht. Als Leadertyp könne man sich am ehemaligen Bayern-Kapitän orientieren: „Nicht nur fußballerisch, auch das Dirigieren, das Reden.“

Stylingtipps von den Besten

Nicht abschauen solle man sich allerdings das Styling einiger Spieler, die auf der Wand der Ehemaligen zu sehen sind. „Die Frisur von Michael Sternkopf ist der Hammer, oder die von Stefan Effenberg“, sagt Schweinsteiger. Auch dass er selbst sich seit seinem Debüt vor elf Jahren enorm verändert habe, stellt er in der FC Bayern Erlebniswelt fest: „Wahnsinn, wie ich damals aussah.“

Als Schweinsteiger die Erlebniswelt verlässt, weg von der Fotowand, durch die Hall of Fame, geht er auch wieder an den Vitrinen mit seinen Double-Trophäen vorbei. Er hat es eilig, es steht noch ein Termin an. Aber er blickt noch einmal kurz rüber. Es wäre schön, wenn bald eine weitere Vitrine mit zwei Pokalen dort stünde.

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