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Effenberg und das Exponat der Woche

"Zu 100 Prozent sicher"

Dass jeder Einzelne dieser Mannschaft das Gefühl an diesem Abend erleben würde, wusste Stefan Effenberg irgendwie schon im Vorfeld. “Ich habe dem Brazzo (Hasan Salihamidzic, d. Red.) mittags von Hotelzimmer zu Hotelzimmer eine SMS geschickt und geschrieben, dass er heute den Pokal in den Händen halten wird. Weil ich mir einfach so sicher war“, erinnert sich der 44-Jährige beim Blick in die Champions-League-Ecke in der FC Bayern Erlebniswelt. Dort steht er, der Henkelpott von 2001, natürlich in diesen Tagen das „Exponat der Woche“. Und Effenberg ist nicht der Einzige, der sich wünscht, dass ab der kommenden Woche ein weiterer hinzukommt…

„Beide Daumen“ drücke er den Mannschaft von Jupp Heynckes im Endspiel der Königsklasse am kommenden Samstag gegen Borussia Dortmund, sagt der Kapitän der Mannschaft von 2001: „Sie hätten es verdient, sie standen ja auch schon ein paar Mal im Finale. Haben zum Teil verdient, zum Teil unglücklich verloren.“ Auch wenn ein Gegner nach Wembley reist, „der in den letzten Jahren bewiesen hat, dass er die Bayern knacken kann“, ist Effenberg sich sicher: „Es ist an der Zeit.“

Immerhin ist es bereits zwölf Jahre her, dass der deutsche Rekordmeister sich die europäische Fußballkrone aufsetzte. Am 23. Mai 2001 führte Effenberg sein Team im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion zum bisher letzten Champions-League-Sieg. Im Elfmeterschießen, das zum Endstand von 5:4 führte, schoss der Kapitän nach dem wichtigen Ausgleich zum 1:1 (50.) auch den Strafstoß zum 3:2.

Spieler außergewöhnlicher Klasse, den besten Trainer

Noch heute weiß er, warum er damals trotz des enormen Drucks keine Angst hatte: „Ich war mir zu 100 Prozent sicher, auch aufgrund der Niederlage, die wir 1999 einstecken mussten. Wir hatten eine tolle Mannschaft. Spieler außergewöhnlicher Klasse und mit den besten Trainer überhaupt“, sagt Effenberg über die von Ottmar Hitzfeld gecoachte Elf. Immer noch hat er diesen Glanz in seinem Blick, wenn er über das grandiose Finale und den ersten Champions-League-Titel seit 1976 spricht.

Es liegt wohl daran, dass die Momente von damals auch zwölf Jahre später beim Gang durch die FC Bayern Erlebniswelt noch präsent sind. „Ich kann mich an alles genau erinnern. Wir sind zwei Tage vorher in Mailand angereist, um aus München wegzukommen, zur Ruhe zu kommen, uns total zu fokussieren auf diesen großen Tag“, sagt der damalige Regisseur. Dieses „Kribbeln“ habe man in Mailand ununterbrochen gespürt: „Dieser Zusammenhalt war einfach da. Alle waren loyal zueinander. Und davon überzeugt, dass es klappt.“

Sicher waren sich auch die Fans, die die unvergessene Choreografie mit der Inschrift „Heute ist ein guter Tag, um Geschichte zu schreiben“ in der Mailänder Nacht zum Besten gaben. Ob es am 25. Mai 2013 in London ähnlich sein wird? Effenberg bezweifelt das keineswegs – und freut sich auf „einen gemütlichen Fernsehabend mit Familie und Freunden“.

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