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Exponat der Woche

Rummenigges Torjägerkanone

„Das wird nie einer“, sagte Franz Beckenbauer, als Karl-Heinz Rummenigge 1974 zum FC Bayern München wechselte. Naja… der Kaiser hat (fast) immer Recht. In diesem Fall aber nicht. Und im Nachhinein dürfte ihm dieser Satz wohl auch ein bisschen peinlich sein.

Immerhin verbuchte Rummenigge in seiner aktiven Zeit nicht gerade wenige Erfolge: Zweimal Vize-Weltmeister (1982, 1986), Europameister (1980), zweimal Europapokalsieger (1975, 1976), Weltpokalsieger (1976), zweimal deutscher Meister (1980, 1981) und deutscher Pokalsieger (1982, 1984) mit Bayern München. Und an jedem dieser Triumphe war er maßgeblich beteiligt. Nicht nur deshalb, sondern auch, weil Karl-Heinz Rummenigge an diesem Mittwoch 58 Jahre alt geworden ist, gebührt ihm das „Exponat der Woche“ der FC Bayern Erlebniswelt.

Zahlreiche Ausstellungsstücke in Deutschlands größtem Vereinsmuseum drehen sich um den heutigen Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern. In der Hall of Fame ist er ebenso vertreten wie in der Hörbar ("Alan & Denise" widmeten ihn 1982 den Song: Rummenigge, what a man), auf zahlreichen Bildschirmen spricht er über „seinen“ Verein. Am besten aber konnte Rummenigge zu seiner aktiven Zeit Tore schießen. Das „Exponat der Woche“ ist daher die Torjägerkanone der Saison 1983/84 – übrigens die dritte, die Rummenigge in den achtziger Jahren gewann.

"Breitnigge" mischt den Weltfußball auf

Wenn der 1,82 Meter große Außenstürmer zu einem seiner gefürchteten Dribblings ansetzte, wurden die Abwehrreihen unruhig, und die Fans auf den Rängen sprangen vielfach - schon in freudiger Erwartung auf den nun kommenden Angriff - auf. Nach einigen guten und erfolgreichen Jahren, in denen Rummenigge reifte, wurde er Ende der achtziger Jahre endgültig zum Weltstar. Als Paul Breitner 1978 von Eintracht Braunschweig zurückkehrte, hatte er eine durch nichts zu erschütternde Siegermentalität und das Wissen um hochprofessionelle, moderne Mannschaftsbetreuung mitgebracht. In dem vom ungarischen Trainer Pal Csernai entwickelten und für die Bundesliga revolutionären Raumdeckungs-System spielte der einstige Offensiv-Verteidiger die Rolle des Spielgestalters – und somit Passgebers für den hochtalentierten Stürmer Rummenigge.

Die Boulevardpresse taufte das gefürchtete Duo „Breitnigge“.  An der Seite des kämpferischen Strategen Breitner wurde Rummenigge zum gefeierten Star. Der Dribbelkönig und Torjäger brachte es auf 218 Pflichtspiel-Tore für die Bayern, Mittelfeldspieler Breitner immerhin auf 110 Treffer. Gemeinsam wurden sie zwei Mal deutscher Meister und ein Mal DFB-Pokalsieger. „Die große Bayern-Elf der siebziger Jahre“, sagte Rummenigge später, „erlebte damals eine Wiedergeburt.“

Mit 26 Treffern zur dritten Torjägerkanone

1980 gewannen die Bayern erstmals nach sechs Jahren wieder die Deutsche Meisterschaft, Rummenigge war mit 26 Toren maßgeblich beteiligt. 1981 verteidigten die Bayern den Titel, mit 29 Saison-Treffern setzte Rummenigge seine persönliche Bestmarke und wurde wieder Torschützenkönig. Auf nationaler Ebene folgten mit zwei Siegen im DFB-Pokal 1982 und 1984 weitere Titel. Rummenigge sicherte sich zudem 1984 mit 26 Toren zum dritten Mal die Torjäger-Kanone – zu sehen in der FC Bayern Erlebniswelt.

In der Koje von Rummenigges bester Zeit, die die Jahre zwischen 1980 und 1989 beschreibt, ist die Kanone zu bewundern. Auch Rummenigge kommt immer wieder gerne in die FC Bayern Erlebniswelt. Ob zu Interviews, zu Terminen oder einfach mal, weil er in der Nähe ist. Er liebt es, in der Geschichte des deutschen Rekordmeisters zu stöbern.

"Größere Oberschenkel als Gerd Müller"

Eine Lieblingsanekdote hat er natürlich auch:  „Ich hatte vom Umfang her größere Oberschenkel als Gerd Müller. Man glaubt es kaum, hat mir aber unser Doktor gesagt“, sagte er neulich bei einem Besuch in der Hall of Fame. Kein Wunder, dass er so viele Tore geschossen hat…

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