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Exponat der Woche: Beckenbauers Verdienstkreuz

Spieler, Trainer, Funktionär, Lichtgestalt

Pelé, Johan Cruyff, Diego Maradona, Zinedine Zidane, Lionel Messi - wer von diesen Weltstars der größte Fußballer aller Zeiten gewesen ist? Keiner, sondern ein anderer. Franz Beckenbauer, sagen viele Experten.

Überragende Balltechnik, Führungsqualitäten, Beckenbauer war einer, den jede Mannschaft brauchen kann. Vor seiner Profi-Karriere, währenddessen und auch danach. „Beckenbauer ist eine geglückte Mischung aus Selbstbewusstsein, Sensibilität und Bescheidenheit“, hat der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder einmal gesagt. Irgendwie gut beschrieben.

Beim FC Bayern muss man wohl niemandem viel erzählen über den „Kaiser“. Um seine Qualität, nicht nur der erfolgreichste Spieler der deutschen Fußballgeschichte, sondern auch einer der besten gewesen zu sein, weiß man. Vier Mal deutscher Meister, vier Mal Pokalsieger, drei Mal Europapokalsieger der Landesmeister, einmal Weltpokalsieger wurde er mit dem FC Bayern alleine als Spieler. Auch den WM- und den EM-Titel gewann er schon während seiner aktiven Zeit.

Kaum weniger glanzvoll als seine aktive Karriere verlief Franz Beckenbauers Laufbahn als Trainer. Neben dem Brasilianer Mario Zagallo ist er bis heute der Einzige, der sowohl als Spieler wie als Trainer den Weltmeister-Titel gewann.  Seine Arbeit war geprägt durch Gewissenhaftigkeit und Detailversessenheit. Auch als Vereinstrainer blieb ihm der Erfolg treu: Mit Olympique Marseille erreichte Beckenbauer 1991 das Europacup-Endspiel der Landesmeister. Beim FC Bayern sprang er zwei Mal kurzfristig als Trainer ein und rettete mit dem Gewinn des Meistertitels 1994 und des UEFA-Pokals 1996 jeweils die Saison.

„Ich habe das Amt nie als Last empfunden“

All das wären sicherlich Gründe, Beckenbauer nicht nur eine gesamte Wand in der „Hall of Fame“ der FC Bayern Erlebniswelt, sondern auch das Exponat der Woche zu widmen. Im Mittelpunkt steht er aber in dieser Woche, weil sich ein Ereignis jährt, das nach seiner aktiven Karriere stattgefunden hat: Am 7. Oktober 1994 war klar, dass Beckenbauer – nach seiner Tätigkeit als Vizepräsident – Präsident beim Rekordmeister werden sollte.

Damit diente der größte Sohn des Vereins seinem Klub in vier Funktionen: als Spieler, Trainer, Vizepräsident und Vorsitzender. „Ich habe es nie als Last empfunden. Ich habe immer versucht, meine Aufgabe auszufüllen. Und eine Stärke von mir ist es auch, Vertrauen und Verantwortung zu delegieren“, sagte der heutige Ehrenpräsident einmal über seine 15 Jahre dauernde Präsidentschaft. 2009 war er sich sicher, „dass ich für den Verein nichts mehr tun kann“ – und übergab an Uli Hoeneß.

Seine Erfahrung und seine Beziehungen zu Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Sport brachte Präsident Beckenbauer stets zum Wohle des FC Bayern ein. Seinen größten Erfolg als Funktionär hatte er allerdings als Vorsitzender des Bewerbungskomitees für die WM 2006. Beckenbauer gebührt maßgeblicher Anteil daran, dass Deutschland den Zuschlag für die Weltmeisterschaft bekam. Das Turnier unter dem Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ veränderte das Deutschland-Bild nachhaltig und wurde in jeder Hinsicht als vorbildlich betrachtet. Dafür mitverantwortlich war das Organisations-Komitee mit seinem Chef: Franz Beckenbauer.

Bundesverdienstkreuz für den Kaiser

Auszeichnungen erhielt Beckenbauer auf Reisen durch die Welt immer wieder. Im Schloss Bellevue allerdings wurde ihm am 4. Oktober 2006 vom damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler mit dem Bundesverdienstkreuz der wohl höchste Orden verliehen. Beckenbauers unermüdlichen Engagement sei es wesentlich zu verdanken, dass die WM 2006 in Deutschland stattfinden konnte und zu einem einmaligen und unvergesslichen Ereignis wurde, hieß es zur Begründung. Das Bundesverdienstkreuz ist heute – wie zahlreiche andere Exponate von und über Franz Beckenbauer - in der FC Bayern Erlebniswelt zu bewundern. Und pünktlich in dieser Woche unser Exponat der Woche.

„Wenn er erklärt, dass der Ball eckig ist, dann glauben ihm das alle“, hat Otto Rehhagel einmal über Beckenbauer gesagt. Sein Wort zählt, auch heute noch. Nicht umsonst ist der „Kaiser“ auch als „Lichtgestalt“ bekannt: Darunter ist eine Person zu verstehen, die dank ihrer besonderen Aura eine magische Anziehungskraft auf die Menschen ausübt. Eine Person wie Franz Beckenbauer.

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