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Exponat der Woche

Die Eintrittskarte zum dritten Meistertitel

Es gibt solche Spiele, an die erinnern sich Bayern-Fans heute noch mit Gänsehaut. Aus der jüngsten Vergangenheit ist sicherlich das Champions League-Finale 2013 dabei, wohl auch das Halbfinale gegen Real Madrid im Jahr zuvor. Und denkt man ein bisschen weiter zurück, kommt man um eine Partie nicht herum: Den letzten Spieltag der Bundesliga-Saison 1971/1972. Das erste Spiel der Bayern in München Olympiastadion. Gegner wie in dieser Woche: Schalke 04.

Eine spannendere Konstellation hat man sich vor dem entscheidenden Spiel nicht wünschen können. Die Gelsenkirchener reisten als Tabellenzweiter hinter den Bayern nach München. 53 Punkte aus 33 Spielen hatte der FC Bayern, 52 der FC Schalke 04. Der Sieger der Partie, das war klar, wird deutscher Meister. Und der Sieger, das wissen wir heute, hieß Bayern München.

Ein "lebenswichtiger" Erfolg

79.032 Menschen erlebten am Mittwoch, den 28. Juni 1972 einen Fußballabend, der schöner gar nicht hätte sein können. Der FC Bayern blieb seiner Favoritenrolle nach der bis dato schon starken Saison gerecht – und fertigte die Gäste mit 5:1 (2:0) ab. Die dritte Meisterschaft nach 1932 und 1969 machten die Torschützen Johnny Hansen (31.), Paul Breitner (40.), Wilhelm Hoffmann (69.), Uli Hoeneß (80.) und Franz Beckenbauer (90.) perfekt. Als „lebenswichtig“ bezeichnete der damalige Präsident Wilhelm Neudecker den Triumph: „Unsere hochbezahlte Truppe muss im nächsten Jahr das Olympiastadion füllen, damit ich sie bezahlen kann.“

Als Franz Beckenbauer die Trophäe um 21.53 Uhr deutscher Zeit in die Luft hob, kochte die Stimmung im niegelnagelneuen Münchner Fußballtempel beinahe über. „Dieses Publikum war einmalig“, schwärmte Beckenbauer im Siegesrausch. Tatsächlich waren die Zuschauer im Olympiastadion an diesem Tag gleich in dreifacher Hinsicht historische Zeitzeugen geworden.

„Sauft’s Buam, mia san Meister“

Zum Ersten, weil sie schon vor dem Start der Olympischen Sommerspiele das erste Bayern-Spiel im neuen Heimspiel-Stadion miterleben durften. Zum Zweiten, weil Gerd Müller seinen 40. Saison-Treffer schoss, bis heute Bundesliga-Rekord. Und zum Dritten, weil der Treffer von Hoeneß das 100. Bayern-Tor der Saison war (am Ende waren es 101 – auch bis heute Bundesliga-Rekord). Hoeneß sagte nach seinem in der Boulevard-Presse als „goldenen Schuss“ titulierten Treffer: „Meine gute Leistung habe ich heute in erster Linie Gerd Müller zu verdanken. Was er heute gelaufen ist, ist unwahrscheinlich.“

„Sauft’s Buam, mia san Meister“ war das Zitat, das von der rauschenden Siegesfeier herausdrang und in allen Gazetten veröffentlicht wurde. Das hatte sich das Team auch wirklich verdient. Denn Bayern stand damals, am Tag der dritten Meisterschaft, „trotz schwieriger finanzieller Engpässe als Deutschlands erfolgreichste Nachkriegs-Parademannschaft“ da (Zeitungs-Zitat). Der Weg, den der heutige Rekordmeister eingeschlagen hat, nahm seinen Lauf.

Genau deshalb ist pünktlich zum Heimspiel gegen Schalke 04 die Eintrittskarte zu diesem richtigen „Endspiel“ von 1972 das Exponat der Woche. Zu sehen ist es – wie zahlreiche weitere Exponate zur Rekordsaison 1971/72 - natürlich in der FC Bayern Erlebniswelt.

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