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Exponat der Woche

Kopfballungeheuer Lizarazu

Es gab zu Zeiten von Bixente Lizarazu beim FC Bayern ein Gerücht, das sich lange gehalten hat. Der Franzose, so hieß es, spreche nicht sonderlich gut deutsch. Mit Reportern unterhielt sich der Verteidiger lieber auf Englisch, das stimmt. Aber mancher war dann doch ein wenig verwundert, wenn er sich mal der deutschen Sprache bediente. Lizarazu sprach durchaus passables Deutsch – und ein (sogar vergleichsweise kompliziertes) Wort hat er bis heute nicht verlernt: „Kopfballungeheuer.“

Man weiß nicht genau, was mit Lizarazu in diesen zwei Wochen im Februar 2003 los war. Aber es gab tatsächlich eine Zeit, in der der 1,69 Meter große Abwehrspieler, der für den FC Bayern München sieben Bundesliga-Tore schoss, in zwei Spielen hintereinander traf – und zwar mit dem Kopf. Die Premiere gelang ihm am Sonntag vor genau zwölf Jahren: Im Derby gegen den TSV 1860 München zeigte Lizarazu am 15. Februar 2003 zum ersten Mal seine unverhofften neuen Qualitäten.

Nach zwei Treffern von Mehmet Scholl führten die Bayern im 197. Aufeinandertreffen der beiden Münchner Klubs bereits, als die Flanke von Ze Roberto auf Lizarazu kam. Der kleine Franzose stieg in die Luft und köpfte an den Innenpfosten, der Ball landete von da aus zum 3:0 im Tor. Der Jubel war groß. Aber damit sollte es noch nicht genug sein.

Sieben Tage später tut er es wieder

Nur sieben Tage später traf Lizarazu schon wieder mit dem Kopf. Dass er sich beim Treffer zum 1:0 gegen den Club auf seinem Gegenspieler aufgestützt hatte, nahm ihm keiner übel.  "Wenn man nur 1,50 oder 1,60 Meter groß ist, ist das erlaubt“, sagte Giovane Elber nach der Partie lachend. Der Brasilianer war es auch, der als Erster das Wort „Kopfballungeheuer“ im Zusammenhang mit Lizarazu in den Mund nahm. In der Folge ein „running gag“.

Die „Kopfball-Woche“ von Bixente Lizarazu ist neben den 18 Titeln, die der Welt- und Europameister mit dem FC Bayern sammelte, unvergessen. Passend zum Jubiläum dieser verrückten Zeit soll daher auch das Exponat der Woche der FC Bayern Erlebniswelt dem heute 45-Jährigen gewidmet werden. In der Hall of Fame, der er neben 15 weiteren besonders um den Verein verdienten Spielern natürlich angehört, ist das goldene „K“ ausgestellt, das Lizarazu vom Fachmagazin „kicker“ im Jahr 2005 verliehen bekam. Nicht als Kopfballungeheuer, sondern als bester Liga-Spieler auf der „Außenbahn defensiv“. Das war er ja ganz nebenbei auch noch…

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