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Exponat der Woche

Trapattonis Trainingsanzug

Eigentlich war alles wie immer an diesem 10. März 1998. Markus Hörwick und Giovanni Trapattoni betraten das Pressestüberl an der Säbener Straße zur routinemäßigen Pressekonferenz. Der Mediendirektor half dem damaligen Coach des FC Bayern noch, die letzten Mikrofone zu positionieren. Und dann ging es auf einmal los. Eine Minute und 56 Sekunden später war nichts mehr wie es vorher war.

Nicht einmal Hörwick hatte geahnt, was Trapattoni im Schilde führte. Dass der Trainer nach fünf Spielen ohne Treffer seiner Mannschaft, dem Aus in der Champions League und einer Niederlage auf Schalke sauer war, hatte man ahnen können. Aber dass er derart explodieren würde? Hörwick erinnerte sich später einmal mit den Worten: „Was tun? Den Ausbruch des Vesuvs bremsen? Unmöglich! In diesem Moment musste man die Sache laufen lassen. Und ganz ehrlich: Ich wusste selbst auch nicht so genau, ob ich dieses Feuerwerk mit einem Lächeln oder ernst verfolgen sollte."

 Selbst der „Maestro“ kann inzwischen darüber schmunzeln

Inzwischen kann eigentlich jeder über die Wutrede von Trapattoni lachen, die sich an diesem Dienstag zum 17. Mal jährt. Sogar der Italiener selbst sagt:  „Egal, wo ich heute noch hinkomme: Ich werde immer auf diese Geschichte angesprochen. Heute muss ich selbst darüber schmunzeln.“ Mehr als eineinhalb Millionen Mal wurde das Video der Brandrede bis heute bei „Youtube“ angeklickt, der „Maestro“ hat die wohl berühmteste Rede der Bundesliga-Geschichte gehalten.

Sieben Zettel hatte Trapattoni damals vorbereitet, um die Generalkritik an seiner Mannschaft standesgemäß zu formulieren. Die wohl bekanntesten Auszüge der Rede: „Ein Trainer ist nicht ein Idiot! Ein Trainer sehen was passieren in Platz. In diese Spiel es waren zwei, drei oder vier Spieler, die waren schwach wie eine Flasche leer“ und „Struuuuuunz, was erlauben Struuuuunz?“ sind bis heute jedem Fußball-Fan bekannt.

„Das entsprach nicht seinem Naturell“

„Wir waren alle geschockt über das Ausmaß seines Zorns“, erinnerte sich Thomas Strunz einst: „Die ganze Sache entsprach ja weder seinem Naturell noch seinem Umgang mit uns.“ Aber auch er blickt – obwohl er direkt angegangen wurde – inzwischen mit Humor zurück. So wie viele Besucher der FC Bayern Erlebniswelt, wenn sie im Vereinsmuseum einen Original-Trainingsanzug von Trapattoni sehen – zum Jubiläum der Brandrede unser Exponat der Woche.

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