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Exponat der Woche

Erinnerungen an den ersten „Rohr“ bei Bayern

Es gibt nicht mehr ganz so viele Bayern-Fans, die die erste Meisterschaft im Jahr 1932 schon live miterlebt haben – der Name Oskar Rohr († 8. November 1988) aber dürfte auch denjenigen, die damals noch nicht auf der Welt waren, ein Begriff sein. Der Innenstürmer, den die meistern zu seiner Zeit in München nur „Ossi“ nannten, war immerhin einer der Finalhelden, derjenige, der mit seinem Treffer zum 1:0 den allerersten Triumph des heutigen deutschen Rekordmeisters einleitete. Vergessen wird man ihn nie.

83 Jahre ist es inzwischen her, dass das Meisterschaftsendspiel gegen Eintracht in Nürnberg stattfand. Es war der 12. Juni 1932, im Frankenland warteten 30 Grad im Schatten und ein gewaltiger Zuschauerandrang. Die Anhänger des FC Bayern waren in Sonderzügen angereist, 421 Bayern-Fans hatten die rund 150 Kilometer nach Nürnberg tatsächlich auf dem Fahrrad zurückgelegt, um ihren Lieblingsklub zu unterstützen.

Rohr setzt den Grundstein für den Sieg

Sie sahen ein Spiel, in dem zunächst die Frankfurter das Kommando übernahmen. Die Bayern von Trainer Richard Dombi befreiten sich aber nach 20 Minuten und kombinierten immer sicherer. Und dann schlug Rohrs Stunde: Per Strafstoß sorgte der gebürtige Mannheimer für die Führung, Krumm sorgte später für die Entscheidung. 2:0, die erste deutsche Meisterschaft, die Viktoria als Trophäe: Tausende stürmten das Spielfeld, die Spieler um Rohr wurden auf den Schultern der Fans vom Platz getragen. Am nächsten Tag ging es in Pferdedroschken durch München, vom Hauptbahnhof über den Stachus zum Marienplatz schließlich in den „Löwenbräukeller“ zur Meisterfeier.

Rohr war gerade mal 20 Jahre alt, als er den ersten Titel seiner Karriere feiern durfte. Seit 1930 spielte er schon bei den Bayern, Talent und Torinstinkt hatten in schon in jungen Jahren ausgezeichnet. In seinem ersten Jahr in München hatte er die Endrundenteilnahme um die Deutsche Meisterschaft noch knapp verpasst, in der Saison 1931/32 klappte es dann als süddeutscher Vizemeister aber nach Siegen über Minerva 93 Berlin, den Chemnitzer Polizei-SV und den 1. FC Nürnberg mit dem Finaleinzug und letztendlich dem Sieg.

Auch sein Großneffe spielte bei Bayern

Rohr, der die Bayern 1933 in Richtung Schweiz verließ, war übrigens der Erste der Familie Rohr im roten Trikot, aber nicht der Letzte. Sein Großneffe Gernot Rohr tat es ihm von 1972 bis 1974 gleich. Pünktlich zum Jahrestag seines Geburtstages am 24. April 1912 soll aber nochmal an Oskar Rohr erinnert werden. Unser Exponat der Woche ist ein von ihm getragenes Trikot, das alle Besucher der FC Bayern Erlebniswelt in der Vitrine zur Meisterschaft 1932 sehen können.

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