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Exponat der Woche

Eintrittskarte zum Wunder

Eins ist klar: Wenn der FC Bayern im Zuge seiner derzeitigen China-Reise auf Inter Mailand trifft, wird es nicht ganz so hitzig zu gehen wie in manch anderen Partien, in denen diese beiden Klubs aufeinander getroffen sind. Sieben Mal hat man sich im Europapokal bereits duelliert, die Bilanz ist ausgeglichen – die schmerzhafteste Niederlage aber hat Inter einstecken müssen. Und zwar im 7. Dezember 1988.

Wenn man heute vom „Wunder von Mailand“ spricht, weiß wohl jeder, was gemeint ist. Denn dieser Tag war ein Highlight in der zweifellos nicht ereignisarmen Europacup-Geschichte des FC Bayern. Mit einem 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel flog die Mannschaft des deutschen Rekordmeisters in der Adventszeit nach Italien. Besonders schmerzhaft: Lothar Matthäus und Andreas Brehme spielten bei den Italienern.

Schadensbegrenzung war also das Ziel der Reise, Trainer Jupp Heynckes sprach von einer „minimalen Chance“. Aber die wusste seine Mannschaft plötzlich zu nutzen. Aus dem geplanten Schaulaufen von Inter vor 75.000 Zuschauern im Giuseppe-Meazza-Stadion wurde nichts.

Drei Tore binnen acht Minuten

Eine halbe Stunde lang verwaltete Inter seinen Vorsprung, dann schlugen die Bayern zu: Drei Tore binnen acht Minuten durch Roland Wohlfarth, Klaus Augenthaler und Jürgen Wegmann stellten die Weichen auf Viertelfinale, Serenas 1:3 konnte das nicht mehr ändern, denn Raimond Aumann hatte einen Glanztag erwischt. Dass die Verlierer ihren Frust im Kabinengang rausließen, konnten die Bayern nach dem Einzug in die Runde der letzten Acht verkraften. Matthäus aber weinte in der Kabine.

Kuriose Randnotiz: Weil in Deutschland kaum jemand an das Wunder geglaubt hatte, wurde das Spiel nicht live im TV, sondern nur als Aufzeichnung gezeigt. Mancher zumindest hatte aber das Glück, dabei zu sein. Die Eintrittskarte zu diesem kuriosen Spiel ist unser Exponat der Woche. Und mit ihr verbunden ist die Gewissheit, dass es Wunder immer wieder gibt…

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