unterstützt durch
In Mainz entstanden, in allen Stadien zuhause

„Humba Tätärä“ – auch in der FC Bayern Erlebniswelt

Natürlich tat es Thomas Müller auch an diesem Tag – und wie! Der Rasen in der Allianz Arena war schon von Lametta bedeckt, die Meisterschale übergeben und die ersten Bierduschen verteilt, da stieg der Nationalspieler auf den Zaun in der Südkurve. Ein Megafon war für den Anlass zu klein, also schnappte sich Müller – in mehreren Metern Höhe von  zahlreichen Fans gestützt – lieber gleich ein Stadionmikrofon. Und dann ging der Dialog mit seinen Teamkameraden und mehreren zehntausend Bayern-Fans los.

Gib mir ein H! – H!

Gib mir ein U! – U!

Gib mir ein M! – M!

Gib mir ein B! – B!

Gib mir ein A! – A!

Und es geht HUMBA HUMBA HUMBA TÄTÄRÄ…

Die Freude auf dem Rasen und in der Kurve kannte keine Grenzen. Die Spieler hüpften, die Fans auch: Der FC Bayern bejubelte am 23. Mai 2015 die 25. Meisterschaft. Gegner am 34. Spieltag der Saison 2014/15 war – wie an diesem Wochenende – der FSV Mainz 05. Die Partie, nach der die Bayern zehn Punkte Vorsprung auf den Vizemeister aus Wolfsburg hatten, endete 2:0, Robert Lewandowski und Bastian Schweinsteiger schossen die letzten beiden Bayern-Tore der erfolgreichen Bundesliga-Saison und machten die Meisterfeier zu einer perfekten Party. Sogar die Gäste aus Rheinland-Pfalz hatten ein Geschenk dabei : Der Bilderrahmen, den die Verantwortlichen dem FC Bayern an diesem Tag übergaben, erinnert heute im Archiv der FC Bayern Erlebniswelt an diesen schönen Mai-Tag – und erzählt seine eigene Geschichte.

Die Mainzer bringen den Bayern das „Humba“ mit

Als Präsent nämlich hatten sich die Mainzer etwas Besonderes ausgedacht. Denn zusätzlich zum gerahmten Trikot, auf dem alle Spieler der Saison 2014/15 unterschrieben hatten, ließen sie den Bayern auch eine Original-Single aus dem Jahr 1964 zukommen. Der Interpret: Ernst Neger, der „singende Dachdeckermeister“. Der Titel: „Humbta Täterä“.

Ein symbolisches Geschenk – denn das Lied, das heute in fast allen deutschen Stadien und auch sehr gerne beim FC Bayern gesungen wird, stammt ursprünglich aus Mainz. Mitte der sechziger Jahre hat der Mainzer Komponist Toni Hämmerle den Karnevalssong für Ernst Neger geschrieben. Schon damals landete das Duo ein Hit: Er belegte die Top 20 der deutschen Bestenliste, brachte dem Komponisten bis zu dessen Tod im Jahr 1968 rund 60.000 Mark an Tantiemen ein und wurde auf anderen Kontinenten angeblich sogar fälschlicherweise mal für die deutsche Nationalhymne gehalten.

Auch im Fußball waren die Mainzer „Humba“-Vorreiter

Im Fußball ist das „Humbta“, das inzwischen zum „Humba“ wurde, Anfang der neunziger Jahre angekommen – und auch hier: Zunächst beim FSV Mainz 05. Die Siegesfeiern mit „Humba“ haben in der Karnevalsmetropole die längste Tradition, sind aber spätestens seit der Fußball-EM 2008 und Vorsinger Lukas Podolski auch in anderen Stadien zu sehen und zu hören. Wenn man sich den Originaltext anschaut, kann das kein Zufall sein. Denn die zweite Strophe lautet:

Und schießt bei uns der Sportverein am Sonntag mal ein Tor

 Steht alles auf dem Kopf, denn das kommt selten vor

 Dann geht es mit Hipp- Hipp- Hura ins Dorf vom Fußballplatz

 Denn im Vereinslokal gibt's dann Rabatz

 Ja da geht's Humba Humba Humba Tätärä Tätärä Tätärä

 Ja da geht's Humba Humba Humba Tätärä Tätärä Tätärä

 Da ruft der ganze Saal da selbe noch einmal.

Dieses Jahr ist Mainz nicht der letzte Heim-Gegner der Saison – aber trotzdem kann man sich sicher sein, dass Thomas Müller sich nicht lange bitten lassen wird: Wenn ihn die Fans am 20. Mai 2017 auf den Zaun bitten, wird es ein „Humba“ geben.

Weitere Inhalte