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Positives Gespräch

Klinsmann: 'Podolski muss angreifen'

Erstes Spiel, erstes Tor - vier Tage nach seinem Urlaubsende trug sich Lukas Podolski am Sonntag beim Testspiel gegen den Fanklub Nabburg gleich in die Torschützenliste ein. „Es war ein langer Ball von Bastian Schweinsteiger, ich umkurve dann den Torwart und brauche den Ball nur noch reinschieben - eigentlich ganz einfach“, erzählte er am Tag danach von seinem ersten Treffer in der neuen Saison. Es wird nicht sein letzter im FCB-Trikot gewesen sein.

„Auf jeden Fall“ werde er in der anstehenden Saison für den FC Bayern auf Torejagd gehen, äußerte sich der deutsche Nationalstürmer am Montag erstmals selbst zu Spekulationen um seine Zukunft, die in den letzten Wochen die Zeitungen gefüllt hatten. „Ich konzentriere mich jetzt voll auf die neue Saison, ich freue mich darauf“, betonte der 23-Jährige.

Vier-Augen-Gespräch mit Klinsmann

Im Interview mit FCB.tv schloss auch Jürgen Klinsmann einen Wechsel Podolskis kategorisch aus. „Das kommt in keinster Weise in Frage, weil wir in eine Saison gehen, die es in sich haben wird“, sagte Bayerns Cheftrainer, „um international zu bestehen, brauchen wir mindestens drei Topstürmer - und Lukas ist einer von den Dreien.“

Das hat Klinsmann seinem Angreifer am vergangenen Freitag bereits unter vier Augen mitgeteilt. „Das Gespräch war durchwegs positiv“, berichtete der FCB-Chefcoach. „Ich habe ihm das bestätigt, was ich ihm schon vor der Europameisterschaft gesagt habe: Dass er nach wie vor in der Entwicklung steckt, dass er viel Talent hat, dass er in seinen jungen Jahren schon viel geleistet hat, aber auch dass noch einige Schritte auf ihn zukommen, um noch besser zu werden. Dabei möchte und werde ich ihm helfen.“

Konkurrenzkampf mit Toni und Klose

Eine Rückkehr nach Köln, über die öffentlich viel spekuliert worden war, sei der falsche Schritt für Podolski. „Ich finde es ja toll, was jetzt in Köln abläuft, dass sie ihren Prinz Poldi zurückhaben wollen. Es sind viele Emotionen damit verbunden“, meinte Klinsmann, der Podolski aber „ganz klar“ sagte: „Dein Schritt geht in den internationalen Bereich, dein Schritt ist es, in der Champions League mitzuhalten und in der Nationalmannschaft eine tragende Rolle mit zu übernehmen - und da ist der FC Bayern das Nonplusultra. Da muss er sich durchboxen, und da wird sich Lukas durchboxen.“

Podolski müsse sich jetzt in München im Konkurrenzkampf gegen Luca Toni und Miroslav Klose behaupten. „Er hat die Pflicht, die anderen beiden zu attackieren, ihnen einen Konkurrenzkampf zu liefern, in dem es rund geht“, sagte Klinsmann, der seinem Angreifer zusagen konnte: „Lukas wird seine Spiele bekommen.“

Ziel: Einsätze und Titel

Zu wenige Einsätze waren es, die Podolski nach zwei Jahren beim FC Bayern zu Abschiedsgedanken bewegt hatten. „Ich kann mit dem letzten Jahr nicht zufrieden sein. Ich habe kaum gespielt. Deswegen habe ich mir Gedanken gemacht, das hätte jeder andere auch getan“, berichtete er. Nur sieben Spiele bestritt der 23-Jährige in der vergangenen Saison über die vollen 90 Minuten, insgesamt wurde er 41 Mal eingesetzt, dabei erzielte er zehn Tore.

„Mein Ziel ist es nicht, auf der Bank zu sitzen. Ich will Titel gewinnen und Spiele bekommen“, nahm sich Podolski für die neue Saison vor. Die zurückliegende EM sowie die Rückrunde der letzten Saison dürften sein Selbstbewusstsein stärken. „Im letzten halben Jahr inklusive der EM hat er eine gute bis sehr gute Rolle gespielt. Wenn er sich auch künftig so präsentiert, dann wird er seinen Platz hier haben“, sagte Uli Hoeneß.

Klinsmann überzeugt von Podolski

Auch dass sich Podolski inzwischen privat in München besser eingelebt hat, dürfte weiter für Auftrieb sorgen. „Ich habe mich nicht so richtig wohl gefühlt in München. Durch die Geburt meines Sohnes ist das aber um ein Vielfaches besser geworden“, sagte der Nationalstürmer, der im April Vater eines Sohnes geworden war. „Ich werde mein Bestes in der Vorbereitung geben“, versprach er.

Das Gespräch mit Klinsmann bezeichnete auch der Linksfuß als „positiv“. Podolski wisse noch aus gemeinsamen Zeiten bei der Nationalmannschaft, „dass er einen Trainer hat, der ihm immer zuhört und immer für ihn da ist“, sagte Klinsmann. Der FCB-Chefcoach ist überzeugt: „Wenn Lukas jetzt körperlich in Rhythmus kommt, werden die Bayern-Fans viel Freude an ihm haben.“