

FC Bayern-Fans reisen von überall an, um ihre Mannschaft bei Auswärtsspielen zu unterstützen – selbst wenn es sie Hunderte Kilometer über Autobahn oder Schienen, über Ozeane und Wüsten führt. Um diejenigen kennenzulernen, die keinerlei Aufwand und Kosten scheuen, um ihren FC Bayern auch außerhalb der Allianz Arena zu erleben, wollen wir sie noch besser kennenlernen: unsere Auswärtsfans mit ihren besonderen Geschichten, ihrer Liebe und ihrer Leidenschaft für den FC Bayern.
Über 81.000 Menschen füllen das Stadion an diesem windigen Samstagabend in Westfalen. Die meisten sind in Schwarzgelb gekommen, den Farben von Borussia Dortmund. Mittendrin zwei Rote: Manuel und sein elfjähriger Neffe Maxi. Beide haben sich klassische Bayern-Trikots angezogen, Manuel trägt das Heimtrikot von 2005, in dem Michael Ballack, Bixente Lizarazu oder Sebastian Deisler aufliefen. Maxi steckt im 1995-Klassiker von Lothar Matthäus, Thomas Strunz und Jürgen Klinsmann. In der einen Hand eine Bratwurst, in der anderen ein Getränk, suchen sie ihren Platz auf der Tribüne. Maxi hat sogar ein selbst bemaltes Pappschild dabei – vielleicht gelingt es nach Spielschluss, Jonas Urbigs Trikot geschenkt zu bekommen?
In Trikots von Ballack und Matthäus
Das Knistern des Topspiels liegt in der Luft, der FC Bayern spielt bei seinem schärfsten Verfolger, dem BVB. „Eigentlich sind wir gar keine richtigen Bayern“, sagt Manuel. „Aber wir sind auf jeden Fall echte Bayern-Fans. Schon immer.“ Beide kommen aus Hamm, eine gute Dreiviertelstunde mit dem Auto östlich von Dortmund. Maxis Augen leuchten, er ist zum ersten Mal im Fußballstadion. „Vom ersten Tag an ist auch er Bayern-Fan, wie sein Vater und sein kleiner Bruder auch“, verrät Manuel – der „kleine Bruder“ und Onkel von Maxi. Die beiden kommen aus einer Region, in der die allermeisten Borussen sind. „Wir sind die einzigen Bayern-Fans, das war schon immer so“, erzählt Manuel. „Warum? Weil wir vielleicht eine Fehlprägung haben? Meine Geschwister und ich waren immer rot. Obwohl unsere Eltern eingefleischte Borussen sind.“

Die Leidenschaft für den FC Bayern wurde in der Familie weitergegeben – Manuels älterer Bruder war derjenige, der die Liebe zum Rekordmeister einst entfachte. Manuel war vielleicht vier, sein Bruder sieben, als der ihm beibrachte: „Die Bayern sind einfach die Besten. Das klang für mich logisch. Und wenn du klein bist, bist du halt erst recht dann dabei.“ Trotz mancher Anfeindungen in der Schule hielten die Geschwister fest zu ihrem Verein. „Es war dadurch manchmal eine richtig harte Kindheit - aber am Ende zählt nur, dass du eben immer gewinnen willst.“
„Das geilste Spiel der Saison“
Das heutige Spiel war für Maxi ein ganz besonderer Tag: Sein erstes Spiel live im Stadion - und dann gleich gegen den ewigen Rivalen Dortmund: „Mega-Tag, geilstes Spiel der Saison!“ Das Stadion beeindruckte beide, und der 3:2-Auswärtssieg des FC Bayern machte den Abend perfekt. Mit diesem Sieg baut der FC Bayern den Vorsprung auf Borussia Dortmund auf elf Punkte aus – ein klares Zeichen der Dominanz in der Liga.
Es ist ein großes Team mit vielen Legenden, eine Aura, immer ein bisschen FC Hollywood. Das macht den Verein für mich so besonders.
Maxi und Manuel lieben den FC Bayern
Für Manuel steht der FC Bayern aber für viel mehr als nur Siege. „Es ist ein großes Team mit vielen Legenden, eine Aura, immer ein bisschen FC Hollywood. Das macht den Verein für mich so besonders.“ Maxi schaut zu seinem Onkel auf, stolz in seinem alten Trikot und bereit, diese Leidenschaft für den FC Bayern weiterzutragen.
Zum Abschluss des Abends wird noch ein Foto gemacht – ein Moment, der die besondere Verbindung zwischen Onkel und Neffe, zwischen Fans und Verein, für immer festhält.

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