





Das war nichts für schwache Nerven: Mit einer späten Energieleistung und einem einzigen gewonnenen Viertel, dem letzten (33:20), haben die Bayern-Basketballer zum Start ins Playoff-Halbfinale die Telekom Baskets Bonn noch 83:78 (30:34) niedergerungen. Wegen des verlorenen Rebound-Duells und vieler Ballverluste fanden die Münchner lange nicht in den Rhythmus. Im letzten Viertel holte der Titelverteidiger jedoch auch dank des starken Supports der 8.100 Fans gegen die selbstbewusst aufspielenden Gäste noch 13 Punkte Rückstand auf und führt nun 1:0. Da Silva war erneut bester Werfer mit 13 Punkten, Dimitrijevic glänzte mit einem Double-Double aus zehn Zählern und 14 Assists.
Die Fortsetzung folgt bereits in rund 50 Stunden, am Montagabend ab 20.30 Uhr, wieder im Münchner SAP Garden.
FC Bayern Basketball – Telekom Baskets Bonn 83:78 (30:34)
- FCBB:Oscar da Silva (13 Punkte, 5 Rebounds), Andreas Obst (11), Xavier Rathan-Mayes (11), Neno Dimitrijevic (10, 14 Assists), Wenyen Gabriel (9, 5 Rebounds), Vladimir Lucic (9), Justinian Jessup (6), Niels Giffey (5), Justus Hollatz (4), Isiaha Mike (3), Johannes Voigtmann (2), Elias Harris (n.e.)
- Topscorer Bonn:Joel Aminu (23 Punkte)
- SchiedsrichterAnne Panther, Steve Bittner, Martin Matip
- Zuschauer8.100

Pesic mahnt: „Müssen unsere Lehren ziehen“
Coach Svetislav Pesic vertraute dem Kader aus der Vorwoche, mit Gabriel auf der großen Position und noch ohne Rückkehrer Baldwin. Gabriel war es auch, der den Ball nach zweieinhalb Minuten erstmals in den Korb lenkte und die ersten fünf Punkte erzielte. Doch der offensive Rhythmus stand weiter auf der Fahndungsliste, was nicht mal mit Bonner Physis zu tun hatte; das letzte Spiel im allzu luftigen BBL-Spielplan war eine Woche her.
Bonn indes warf besser, die Bayern hatten zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Ballverluste, 18:27 (13.) - Auszeit Pesic. Der siebte folgte umgehend, ehe Obst per Dreier und Assist die Maschine kurzzeitig in Gang brachte (28:29/18.). Die Themen Rebounds am eigenen Brett und Turnover nahm der FCBB jedoch mit in die Kabine.
32:45 im dritten Viertel
Die allgemeine Unordnung blieb dem Münchner Spiel noch erhalten, nach den nächsten drei Ballverlusten erhöhte Bonn auf 45:32 (24.). Jetzt checkte erstmals Mayes ein mit elf Punkten, doch die Baskets blieben noch im Flow (43:53/28.). Nach den ersten beiden ging auch das dritte Viertel an die Gäste.
Offensive Rebounds der Baskets
52:64 nach dem neunten Bonner Dreier, der letzte Abschnitt geriet zur Herausforderung, das war jetzt endgültig klar (32.). Die Halle pushte nun heftig die Bayern: Da Silva hustlete zweimal am Brett zum 63:67, Obst verkürzte mit zwei Dreiern auf 69:71, Lucic glich an der Linie aus - und wieder da Silva legte zur 73:71-Führung ab (38.)! Die allerletzten Rebounds holten endlich die Bayern, Dimitrijevic behielt wieder die Übersicht für da Silvas Dunk zum 77:73. Mit individueller Qualität zwangen die Münchner die Rheinländer spät in die Knie.
Die Stimmen:
Svetislav Pesic, Chefcoach FC Bayern Basketball: „Ich will auch meinen Spielern gratulieren, dass wir aus einer schweren Situation heraus, dass es praktisch verloren war, noch gewonnen haben. Doch meine Gratulation geht vor allem an Coach Stankovic und seine Mannschaft, sie haben heute nicht zufällig so gut gespielt. Ich glaube, ich war die einzige Person in unserem Team, die wusste, dass wir gegen eine sehr gute Mannschaft spielen. Das habe ich schon bei der Pressekonferenz diese Woche gesagt, dass Bonn vielleicht individuell keine EuroLeague-Qualität hat, aber ein Team mit sehr guter Teamdefense ist. Alles fängt mit Defense und Rebound an und wenn Bonn heute gewonnen hätte, wäre das ein verdienter Sieg gewesen. Denn sie haben das ganze Spiel dominiert und am Ende haben wir eben irgendetwas gefunden mit individueller Qualität.
Wir müssen versuchen, aus diesem Spiel unsere Lehren zu ziehen. Denn wenn eine Mannschaft 18 Offensivrebounds holt und das nicht das erste Mal, dann muss man nachdenken. Sie haben 71 Würfe gehabt, wir 58, also hatten sie 13 Angriffe mehr, ich weiß gar nicht, wie sie da nicht gewinnen konnten. Unsere Offense war besser, aber wenn wir auch in den nächsten Spielen denken, wir werden sowieso gewinnen – dann werden wir verlieren. Jeder weiß hier, dass ich nur einen Wunsch habe: dass wir gewinnen. Doch wir müssen so schnell wie möglich in der Realität ankommen. Wir müssen Bonn respektieren, wie jeden Gegner, aber zuerst müssen wir uns und unseren Gameplan respektieren.“
Neno Dimitrijevic: „Bonn ist ein sehr gutes Team, sehr solide. Wir wussten, dass es schwer werden würde. Wir haben dann Dinge angepasst und einen wichtigen Sieg geholt (…) Bonn hat ein fünftes Spiel gespielt, wir nur drei, also hatten wir ein paar Tage frei. Aber wir sollten immer bereit sein. Die erste Hälfte war schwer, aber in der zweiten Halbzeit sind wir gut zurückgekommen. (…) Es ist immer wichtig, den Heimvorteil zu beschützen. Wir wollten in der Hauptrunde Erster werden, damit wir diesen Heimvorteil haben. Unsere Fans unterstützen uns großartig. Das war heute sehr schwierig, jetzt müssen wir uns auf das zweite Spiel vorbereiten.“
Justus Hollatz: „Bonn kam super raus, sie haben kaum Fehler gemacht. Sie haben uns mit ihrer Energie geschlagen. Im letzten Viertel haben wir es hinbekommen, Stops zu generieren und offensiv das zu bekommen, was wir gesucht haben. Da haben wir die Würfe getroffen, die sie nicht getroffen haben. (…) Bonn hat in der Saison die Dreier nicht so gut getroffen, aber irgendwann würden sie sie treffen, das war nur eine Frage der Zeit. Klar wollten wir die Drives stoppen, haben ihnen die Dreier deshalb gegeben und wenn sie fallen, dann ist das so. Zur Halbzeit hatten sie 34 Punkte. Wir waren offensiv aber einfach schlecht und haben nicht das gespielt, was wir wollten. Das hat uns Sveti in der Halbzeit auch gesagt, und dementsprechend haben wir dann auch die Kurve bekommen. (…) Bonn hat mit die beste Defense der Liga, kommen anders als Trier nicht über die Offense, sondern über die Defense. Sie sind ein athletisches Team, das ist eine ganz andere Serie. Jetzt heißt es viel Video gucken und auf das zweite Spiel vorbereiten.“
HALBFINALE vs BONN (Best-Of-Five), Stand 1:0
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Spiel 2: Montag, 01. Juni, 20.30 Uhr (SAP Garden, Dyn)
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Spiel 3: Donnerstag, 4. Juni, 18.30 Uhr, Bonn
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opt. Spiel 4: Samstag, 6. Juni 20.30 Uhr, Bonn
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opt. Spiel 5: Dienstag, 9. Juni, 18.30 Uhr (SAP Garden)