From Tel Aviv to Istanbul

Co-favorite Fenerbahce is the next big challenge for Bayern

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Ein paar Flaschen gut gekühltes Paulaner (!), dazu ein Rotwein von sehr passabler Qualität, organisiert am nahen Strandkiosk von Reiseleiter Marko Pesic, viel mehr Amüsement war nicht möglich für den Staff um Chefcoach Andrea Trinchieri nach dem 85:82-Coup bei Maccabi Tel Aviv. Israels Metropole befindet sich aktuell wieder im Lockdown, aber die Bayern-Basketballer werden Teil eins ihres sechstägigen Trips in sehr guter Erinnerung halten. Erstmals überhaupt gewannen die Münchner beim fünfmaligen EuroLeague-Gewinner Maccabi, angeführt vom MVP des Spieltags, Co-Kapitän Vladimir Lucic, und auf der Basis eines herausragenden Teamspirits.

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Eine erste Halbzeit mit elf Steals hatte die FCBB-Defense produziert, Maccabi bei nur 25 Punkten gehalten. Das ließ sich nach der Pause nicht aufrechterhalten gegen den starken Solisten Scottie Wilbekin (27 Punkte); dafür kam aber die Offense der Gäste mehr und mehr auf Touren, getragen vom unfehlbaren Leader Lucic, durch Wade Baldwin, Paul Zipser oder auch Jalen Reynolds. Nur elf Ballverluste leistete sich der junge Backcourt der so kämpferischen Münchner gegen Maccabis hochfahrende Verteidigung – zwei davon in der Schlussminute, als man den feinen Sieg fast noch herschenkte.

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Der junge FCBB-Backcourt belässt es bei nur elf Ballverlusten

Andrea Trinchieri war sichtbar stolz über diesen bemerkenswerten Erfolg, „ich stehe fest zu meinem Team, wenn ich sehe, was sie für einen Einsatz bringen und wie die Jungs über das Parkett nach dem Ball hechten“, sagte er später der Medienrunde. „Wir haben tonnenweise Fehler gemacht, zwischendurch hatte ich deshalb Kopfweh. Aber bei so einer Einstellung kann ich mit den Fehlern leben. Es gibt einfach keinen Ersatz für ein Team, das so über das Parkett fliegt. Ich bin sehr zufrieden.“

Am Donnerstagmorgen ging es bereits weiter nach Istanbul, Fenerbahce wartet, der nächste Topfavorit. Mit Danilo Barthel, der nach vier erfolgreichen Jahren an den Bosporus übergesiedelt ist. Das türkische Spitzenteam dürfte mit Wut im Bauch auflaufen nach der unglücklichen Heimniederlage im Spitzenspiel gegen ZSKA Moskau, einem 77:78 nach Verlängerung. Der Franzose Nando De Colo (21) und Eddie Jarell (18) waren die besten Werfer von Fener, Danilo Barthel kam in 16 Minuten auf zwei Zähler und vier Rebounds. Vorige Woche hatte man einen Prestigesieg im EuroLeague-Derby bei Efes Istanbul (80:71, ohne Barthel) gefeiert.

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Andrea Trinchieri sagt: „Wir müssen jetzt irgendwie mit unserer Energie haushalten, frisches Blut finden in der Rotation. Für mich selbst ist es das erste Mal, dass ich in so einer Doppelwoche auswärts gegen Teams wie Maccabi und Fenerbahce spiele. Das ist eine große Aufgabe und Fenerbahce ist eines der besten Teams in der EuroLeague. Wir versuchen, uns physisch und mental wieder aufzuladen nach diesem schweren Spiel, um wieder auf Augenhöhe zu sein.“                                      

Auch bei Fenerbahce, das nun ebenfalls bei 2:1 Siegen steht, ist es im Sommer zu einschneidenden Veränderungen gekommen, angefangen bei der Trainerposition: Coaching-Legende Zeljko Obradovic verabschiedete sich nach sieben Jahren mit dem EuroLeague-Triumph 2017 und neun nationalen Trophäen ins Sabbatical. Sein Nachfolger ist der gebürtige Serbe Igor Kokoskov, 48, der die vergangenen zwei Jahrzehnte als Assistenztrainer in der NBA arbeitete, am längsten bei den Detroit Pistons und bis zum Frühjahr in Sacramento. In der Saison davor war er Head Coach der Phoenix Suns und damit erster Cheftrainer in der NBA, der nicht in den Staaten aufwuchs oder geboren wurde. Sein größter Erfolg ist aber wohl der überraschende Gewinn der Europameisterschaft 2017 als Nationaltrainer Slowenien, damals unter anderem mit Luka Doncic.

Wiedersehen mit Danilo Barthel

Kokoskovs Team hat ebenfalls ein verändertes Gesicht erhalten: Neben Barthel sind Eddie (aus Murcia), Dyshawn Pierre (Sassari), Johnny Hamilton vom Lokalrivalen Darussafaka, Lorenzo Brown (Roter Stern), der Litauer Edgaras Ulanovas (Kaunas) und der einheimische Guard Kenan Sipahi (Sevilla). Von den Stars gingen Luigi Datome (Mailand) von Bord, Kostas Sloukas (Olympiakos), Derrick Williams und Nikola Kalinic (beide Valencia); in De Colo und Jan Vasely tragen aber weiterhin große Namen das gelb-schwarz-gestreifte Jersey des im vergangenen Jahrzehnts dominierenden türkischen Großklubs.

„Für mich sind sie momentan eines der besten Teams in Europa“, sagt Vladimir Lucic. „Sie haben wie wir im Sommer große Veränderungen erlebt und einen großartigen Coach Kokoskov, der die Erfahrung eines Head Coaches in der NBA hat. Das ist sicher eine ihrer größten Qualitäten. Sie haben am Mittwoch eine harte Niederlage in der letzten Minute der Verlängerung gegen ZSKA erlitten. Sie werden gegen uns zurückschlagen wollen, das macht es noch mal schwerer.“      

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