
Mein nächster Stopp auf meiner Entdeckungstour durch die bayerische Landeshauptstadt liegt nur einen kurzen Spaziergang vom letzten Halt entfernt. Gerade noch war ich am Marienplatz unterwegs, jetzt schlendere ich ein paar Schritte durch die verwinkelten Gassen der Altstadt und schon taucht mein neues Ziel vor mir auf: eine Kirche mit einem stolzen Turm, den die Münchner liebevoll „Alter Peter“ nennen.
Der Alte Peter ist die älteste Pfarrkirche Münchens mit einem Aussichtsturm, der mir schon von unten ins Auge fällt, denn er ragt riesig über die Altstadt hinaus. Von dort oben hat man einen der besten und schönsten Blicke auf die Heimatstadt unseres Herzensvereins.
Um zur Aussichtsplattform zu kommen, braucht man ein bisschen Bärenpower. 306 Stufen führen im Turm nach oben auf 56 Meter Höhe. Stufe für Stufe arbeitest du dich weiter nach oben, die Treppe schlängelt sich eng im Kreis. Und mit jedem Schritt steigt die Spannung: Wie wird der Blick von ganz oben wohl aussehen?
Oben angekommen, liegt ganz München vor einem. Über das Geländer hinweg sieht man den Marienplatz mit dem Rathaus, die Türme der Frauenkirche und die vielen kleinen und großen Dächer ringsum. Die Menschen unten auf den Straßen wirken winzig, fast wie kleine Ameisen, die zwischen den Häusern umherflitzen. Und wenn der Himmel besonders klar ist oder Föhn weht, tauchen am Horizont die Alpen auf. Dann liegt die Stadt vor den Bergen und alles zusammen sieht aus wie ein riesiges Bild einer Postkarte.
Der Turm des Alten Peter ist aber nicht nur ein genialer Aussichtspunkt, sondern auch ein Glockenturm. Insgesamt acht Glocken hängen hier oben und wenn sie läuten, klingt das über die ganze Innenstadt. Unterwegs im Turm kann man durch Fenster in der Nähe des Glockenstuhls spicken und die Glocken beim Schwingen beobachten. Manche von ihnen sind schon richtig alt und läuten seit Jahrhunderten für die Menschen in München. Wenn alle Glocken zusammen klingen, ist das wie eine Musik, die zur Stadt gehört, genau so wie unsere Fangesänge in der Allianz Arena.
Nicht nur der Turm, auch die Kirche selbst ist sehr besonders. St. Peter ist eng mit Münchens Vergangenheit verbunden. Ihre Wurzeln reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Im Laufe der Zeit wurde sie immer wieder verändert und erneuert. Im Inneren steht ein prachtvoller Hochaltar, der im barocken Stil gestaltet ist. In der Mitte steht eine große, goldene Figur des heiligen Petrus. Auf seinem Kopf trägt er eine Tiara, also eine besondere Papstkrone.
An den Außenmauern rund um die Kirche kann man alte, verwitterte Platten entdecken, die von Menschen erzählen, die hier vor vielen Generationen gelebt haben, fast wie ein Geschichtsbuch aus Stein. So wird ein Spaziergang um den Alten Peter herum fast wie eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit.
Wenn man noch einmal nach oben schaut, entdeckt man die Turmuhren. Sie gelten als die ältesten bekannten Stadtuhren Münchens und haben gleich acht Zifferblätter. Zusammen mit den Glocken gehören sie seit vielen Jahrhunderten ganz selbstverständlich zum Klang und zum Bild der Stadt München.
Mein Besuch beim Alten Peter war ein richtiges Abenteuer: Die Geschichten rund um die Glocken, die Kunst im Inneren und die ganze Atmosphäre rund um die Kirche haben mich sehr beeindruckt. Meine Reise durch München ist damit längst nicht zu Ende und ich bin schon ganz aufgeregt, dir bald den nächsten besonderen Ort zu zeigen. Bist du wieder mit dabei?
Ich schicke dir eine bärenstarke Umarmung und bis bald, dein Berni!
