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Exponat der Woche: Mauders Zeichnung

"Die Rothosen" bleiben unvergessen

Über all die Jahrzehnte der Vereinsgeschichte des FC Bayern kann man es heute als Fixum betrachten, dass der Klub stets auch von kreativ schöpfenden Menschen gestaltet wurde. Künstler, Schriftsteller oder auch Schauspieler spielen in der Geschichte des deutschen Rekordmeisters eine bedeutende Rolle - einige Zeugnisse hiervon sind auch heute noch in der FC Bayern Erlebniswelt zu bewundern. Einer der Einflussreichsten dieser Spezies war der 1884 geborenen Sepp Mauder. Er - der Kunstmaler, Kinderbuchillustrator, Schriftsteller, Dichter, Sportkarikaturist - prägte das Vereinsleben des FC Bayern auf seine Art fast sieben Jahrzehnte lang mit. Am 19. März wäre Mauder 139 Jahre alt geworden. Ihm gebührt das „Exponat der Woche“.

Als der in Sendling aufgewachsene Münchner im Jahre 1903 erstmals den FC Bayern mit seinem damaligen holländischen Ausnahmespieler Willem Hesselink auf dem Fußballfeld bewundern durfte, war es um ihn geschehen. „Der FC Bayern war für uns damals schon ´die Fußballmannschaft´. Von diesem Spiel ab wusste ich, wo ich hingehöre. Ich hatte mein Herz an die Bayern verloren“, sagte Mauder knapp 50 Jahre später.

Nicht einmal 100 Mitglieder zählte der Verein damals, wurde aber dennoch bereits von den anderen Münchner Fußballern teils bewundernd, teils neidisch, als „Scheißfein“ bezeichnet. Mauder war das egal: Er wollte Teil dieses FC Bayern werden, auch wenn sein Vorhaben kein leichtes war. „Die nahmen nicht jeden auf. Ich musste mich eines Abends in den Pschorrbräu-Bierhallen bei der Vorstandschaft vorstellen und wurde gemustert wie ein Rekrut.“ Nun, er hatte Glück: Mauder wurde bei der Musterung von den Herren um den damaligen Präsidenten Franz John für ´FC-Bayern-tauglich´ befunden.

Fortan zählte Sepp Mauder zu den Mitgliedern des FC Bayern. Bis zu seinem Tode im Juli 1969, als der Verein mit über 8.000 Mitgliedern bereits der zweitgrößte Sportverein in Deutschland war. Er erlebte die erste Deutsche Meisterschaft anno 1932 genauso wie die folgenden, mühsamen Jahre zwischen 1933 und 1945, den Bundesligaaufstieg 1965 und den Gewinn des Europapokals der Pokalsieger bereits zwei Jahre danach. Selbst am ersten Double im Jahre 1969 durfte er noch Anteil nehmen.

Mauders Wort und Pinselstrich hatten Gewicht

Kaum einem Anderen war es vergönnt, die Entwicklung des Schwabinger Vorstadtvereins zum europäischen Spitzenclub so nahe mit verfolgen zu dürfen wie Sepp Mauder. Kein Anderer aber auch dokumentierte diese Entwicklung des Vereins in Wort und Bild so eindrucksvoll wie er. Für den FC Bayern gestaltete der damalige Kapitän der 2. Mannschaft die frühen, heute leider nicht mehr erhaltenen Festschriften der Zehner-Jahre vor dem 1. Weltkrieg sowie bis in die fünfziger Jahre diverse Urkunden. Regelmäßig erschienen vom ihm Texte, Gedichte und Zeichnungen zu verschiedensten Themen in den Clubnachrichten.

Sein Wort und sein Pinselstrich hatten Gewicht beim FC Bayern. Zahlreiche Originale seiner Zeichnungen sind heute noch im Archiv der FC Bayern Erlebniswelt erhalten. Andererseits aber gab ihm sein FC Bayern auch sehr viel: „Die Jahre beim FC Bayern beeinflussten mein ganzes Leben! Der Verein erzog uns zu aufrechten Männern.“

Seine frühestes, bekanntes ´FC-Bayern-Werk´ hat in der FC Bayern Erlebniswelt einen festen Stammplatz in der Vitrine ´1900 bis 1933´ gefunden. Als sich der FC Bayern im Jahre 1906 als Fußball-Abteilung dem Münchner Sport Club anschloss und fortan deren auffällig roten Hosen trug, schuf Sepp Mauder das kleine, schmucke Gemälde „Die Rothosen“ – das Exponat der Woche.

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