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Exponat der Woche

Ein Leben mit dem FC Bayern

„Ich stieß auf der Theresienwiese auf Mannsbilder, die dort mit einem Ball herumschlugen, wie ich ihn in dieser Größe noch nie gesehen hatte. Die Sache interessierte mich und ich blieb stehen und sah zu.“ Mit diesen Worten schilderte Georg Schmid seine erste Begegnung mit dem Fußballspiel. Kurz zuvor war er gerade einmal 17-jährig nach München gezogen. Sein erster Spaziergang führte ihn zur Bavaria auf der Theresienwiese. Man schrieb das Jahr 1897. „Wenn der Ball in meine Nähe kam, dann juckte es mich förmlich, auch draufzuschlagen.“ Schon nach wenigen Momenten schien ihn, Georg Schmid, das Spiel mit dem runden Leder in seinen Bann gezogen zu haben. Es sollte ihn zeitlebens nicht mehr loslassen.

„Als dann der Ball fast vor meine Füße rollte, konnte ich mich nicht halten und schlug auch darauf. Wobei ich das Massel hatte, daß ich einen pfundigen Schuß auf das Tor landete, den der Goalkeeper, so nannten sie ihn, nicht halten konnte. Ich wurde sofort umringt, anscheinend hielt man mich für einen Fußballchampion.“ Natürlich war Schmid das damals noch nicht. Vielmehr war er blutiger Anfänger. Nach seinem ,ersten Tor´ allerdings, wurde er spontan in diesem Kreis der Fußballer aufgenommen und war ab sofort einer von Ihnen. Bei diesen Fußballern handelte es sich um die, die zunächst beim MTV München kickten und drei Jahre später eine echten Fußallclub gründen sollten.

 Auf der Gründungsurkunde unten links

In der FC Bayern Erlebniswelt finden wir heute Schmids Signatur „Schmid Sg.“ auf der Gründungsurkunde ganz unten links stehen. Schmid gehörte auch zu den elf der 17 Gründungsmitglieder, die am 27 Februar 1900 im Cafe Gesela den Münchner Fußball-Club Bayern dann endgültig aus der Taufe heben sollten. In den folgenden Jahren war sein Stammplatz in der jungen Bayern-Mannschaft der des rechten Läufers. Auch bei allen Auslandsfahrten dieser Zeit, man spielte damals schon in Prag, St. Gallen, Meran und Graz, war der Schmid Schorsch immer mit zugegen.

 Seine Karriere kam ins Stocken: Ab sofort in Zivil

Allerdings war ihm in dieser Zeit das Glück nicht immer hold. Schwere Verletzungen, unter anderen ein Schlüsselbeinbruch, ließen seine Karriere schon 1903 für längere Zeit ins Stocken geraten. Einmal, im damals wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte, im  Endrundenspiel um die Süddeutsche Meisterschaft im März 1904 gegen die Stuttgarter Kickers, lief Schmid nochmals auf. Die 1:2-Niederlage konnte allerdings auch er nicht verhindern. Fortan finden wir ihn auf den Mannschaftsfotos nicht mehr im Spielerdress, sondern in  Zivil, rechts neben der Mannschaft stehend. Auch wenn er nicht mehr spielen konnte, wollte er mit dabei sein. In den nächsten Jahren übernahm der als Spielausschussvorsitzender in der Vorstandschaft Verantwortung.

Zeit seines Lebens hielt das Georg Schmid seinem FC Bayern die Treue. Anlässlich seines 75. Geburtstags im Jahre 1956 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Am 16. März 1960, kurz vor seinem 79. Geburtstag, verstarb Schmid als letzter der elf Gründungsmitglieder, die bei der historischen Begebenheit vor 115 Jahren im Cafe Gisela mit dabei waren. Vergangene Woche jährte sich Schmids Todestag zum 55. Mal.

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