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Beitrag zur Erinnerungskultur

FC Bayern vergibt unabhängigen Forschungsauftrag

Seit Gründung 2012 ist die FC Bayern Erlebniswelt in der Allianz Arena nicht nur ein Ort, an dem die sportliche, sondern auch die gesellschaftliche Geschichte des FC Bayern München ausgestellt wird. Kontinuierlich hohe Besucherzahlen dokumentieren das große Interesse am Museum des Vereins. Eine immer wieder erweiterte ständige Ausstellung präsentiert Erfolge, Macher und Stars. Sorgfältig kuratierte Sonderausstellungen öffnen den Blick auf besondere Menschen im Vereinsleben, auf Entwicklungen und historische Zusammenhänge.

Auch die Jahre des Nationalsozialismus werden thematisiert, u.a. entlang der Biografie Kurt Landauers, ehemaliger FC-Bayern-Präsident jüdischer Abstammung.

Sonderausstellungen mit zeitgeschichtlichen Bezügen wie der NS-Zeit führen zu Veranstaltungen mit Schulen, ermöglichen einen regelmäßigen Austausch mit Kulturstiftungen, mit öffentlichen wie sportpolitischen Gremien und Organisationen.

„Großes Interesse an unserer Geschichte“

Um die zeitgeschichtliche Darstellungskompetenz der Erlebniswelt und den Austausch mit Bildungs- und Kulturträgern zu stärken, hat der FC Bayern München einen Forschungsauftrag an das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) vergeben. Die Projektfinanzierung läuft über drei Jahre, unterliegt keinen Weisungen des FC Bayern München und wird sich wissenschaftlich mit dem FC Bayern und dem deutschen Vereinsfußball während der Nazi-Herrschaft beschäftigen. Der durch das IfZ formulierte Arbeitstitel lautet: „Der FC Bayern München 1929 – 1949. Aufstieg und Niedergang eines Vereins im vergleichenden Kontext der Entwicklung des deutschen Fußballs“. Die Projektleitung übernimmt Frank Bajohr, anerkannter Historiker und Leiter des Zentrums für Holocaust-Studien am IfZ. Die Ergebnisse werden veröffentlicht und auch in der Erlebniswelt des FC Bayern München ausgestellt werden.

„Das Interesse an der Geschichte unseres Vereins wurde und wird durch die Erlebniswelt auf engagierte und seriöse Weise bedient“, sagt Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München. „Um die Historie des FC Bayern noch breiter in Kooperationen mit Schulen und Stiftungen auszulegen, haben wir das Institut für Zeitgeschichte gebeten, zu unserem Vereinsleben und zum deutschen Fußball in der Zeit des Nationalsozialismus zu forschen. Damit wollen wir auch einen Beitrag zur Erinnerungskultur in Deutschland leisten.“

„Seismograph für politische und gesellschaftliche Entwicklungen”

Das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung, die die gesamte deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart in ihren europäischen Bezügen erforscht. Gegründet wurde das IfZ 1949, um als erstes Institut überhaupt die nationalsozialistische Diktatur wissenschaftlich zu erschließen. Auf diesem Gebiet hat das IfZ seither weltweit anerkannte Grundlagenforschung geleistet.

„Auch der Fußball und seine Geschichte ist ein Seismograph für politische und gesellschaftliche Entwicklungen“, erklärt Professor Dr. Andreas Wirsching, Direktor des IfZ. „Unser Forschungsprojekt über den FC Bayern spannt den Bogen von den späten Jahren der Weimarer Republik über die Zeit des Nationalsozialismus bis hinein in die junge Bundesrepublik. Eine zentrale Fragestellung wird dabei insbesondere der Umgang mit jüdischen Vereinsmitgliedern sein.“