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Vier Stadien, eine Erfolgsgeschichte

Leopoldstraße: Es begann mit einer Schuhschachtel…

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15 Jahre spielt der FC Bayern also nun schon in München-Fröttmaning, die Arena ist wie kein anderes Stadion zuvor unsere fußballerische Heimat, unser Stolz, unser Wohnzimmer. Und sie ist gewissermaßen auch so etwas wie das Ende eines Streifzugs durch die verschiedenen Stadtteile Münchens. Von der Schyrenwiese, wo die Gründungsmitglieder ihre ersten beiden Heimspiele im Jahr 1900 austrugen, ging es über den „Spielplatz der Bayern“ an der Clemensstraße ins erste Stadion an der Leopoldstraße. Es folgten Grünwalder Stadion, Olympiastadion und schließlich Allianz Arena. Jeder Spielort hat seine eigene Geschichte. Vier Stadien, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Aber der Reihe nach.

Start an der Leopoldstraße – mit der erste Stadiontribüne Münchens

Wer heute durch das Museum des FC Bayern schlendert, kann sich zurückversetzen, und womöglich kann er beim Blick auf das Modell des ersten Stadions des FC Bayern auch vorstellen, wie es damals, am 15. September 1907 zugegangen ist. Für die Bayern, denen durch die Fusion mit dem Münchner Sportclub (MSC) ganz neue Möglichkeiten geboten wurden, war dieser Tag unvergesslich. Zum einen, weil der FC Wacker München mit 8:1 bezwungen wurde. Zum anderen, weil die Partie nicht wie die meisten anderen der bis dato siebenjährigen Vereinsgeschichte an der Clemensstraße, sondern in der Leopoldstaße auf Höhe des Parzivalplatzes ausgetragen wurde. In einem Stadion, dessen schnuckelige Holz-Tribüne im Volksmund liebevoll „Schuhschachtel“ genannt und an diesem Tag eingeweiht wurde. 200 Gästen bot diese Platz, insgesamt fasste der neue Fußballplatz maximal 1.000 Zuschauer. Damals war das ausreichend, es sollte sich jedoch schnell ändern. Denn schon damals waren die Bayern ihrer Zeit voraus.

Als nicht einmal ein Jahr nach der Einweihung, im April 1908 die „Pirates“ aus England gastierten, standen bereits 2.000 zahlende Zuschauer dicht gedrängt um den Platz. Und als dann im April 1911 der Deutsche Meister Karlsruher Fußballverein anreiste – es ging für den FC Bayern um die Süddeutsche Meisterschaft –, strömten über 5.000 Zuschauer in die Sportanlage des MSC. Das war nur möglich, weil durch Bodenaufschüttungen zusätzliche Stehränge geschaffen und Stufenbauten aus Holz aufgestellt wurden. Der absolute Zuschauerrekord im Stadion an der Leopoldstraße wurde aber erst nach dem 1. Weltkrieg erzielt. Die Angaben diverser Quellen zum Derby gegen den Turnverein von 1860 im Oktober 1920 schwanken zwischen 6.000 und 8.000 Besucher. Eine neue Dimension der Fußballbegeisterung.

Bis 1924 wurde das Stadion von den Herren genutzt

Das Grundstück an der Leopoldstraße gehörte der Stadt, die es an den MSC günstig verpachtete. Das Gelände war damals hochmodern, umfasste ein Clubhaus, mehrere Tennis-, Hockey- und Leichtathletik-Plätze und beherbergte im Inneren sogar Garderoben- und Waschräume. Die erste Mannschaft des FC Bayern nutzte diesen Vorteil bis zum letzten Spiel am 11. Mai 1924. Dann ging es nach kleinen Umwegen über Plätze an der Marbachstraße sowie der Lerchenauer Straße für die Herren ins Heinrich-Zisch-Stadion, heute besser bekannt als Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße.

Teil 2 folgt kommende Woche...

Copyright Modell-Bild: Christoph Rüttger