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Rundgang durchs FC Bayern Museum

Erinnerungen und Visionen - mit Klaus Augenthaler

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Als Klaus Augenthaler den Zeittunnel betritt, ist er sofort angekommen in der Welt des FC Bayern. Der 62-Jährige blickt sich um, grinst – und kommt ins Plaudern. Der Besuch im FC Bayern Museum macht ihm sichtlich Spaß, denn die Geschichte des FC Bayern ist gewissermaßen ja auch mit seiner Lebensgeschichte verknüpft. Ein Rundgang mit dem Weltmeister.

Station Zeittunnel: Die Anfänge

Wie sind Sie zum FC Bayern gekommen?

„Ja, wie bin ich zum FC Bayern gekommen: Wir hatten mit dem FC Vilshofen eine sehr gute Jugendmannschaft. Unter anderem auch weil wir unter anderem in der Bayernliga Süd gegen den FC Bayern, gegen 1860 München gespielt haben. Wir sind mit unserem kleinen Verein, dem FC Vilshofen, Meister geworden in der Gruppe und haben da ein bisschen auf uns aufmerksam gemacht. Und dann sind nach dieser Saison vier Spieler vom FC Vilshofen zum Probetraining eingeladen worden. Zwei davon, Arbinger Alfred und mich, haben sie genommen. Das war mein Weg zum FC Bayern.“

Der Weg sollte sich lohnen – für beide Seiten. Augenthaler  gewann sieben Deutsche Meisterschaften, war  Kapitän der Mannschaft und galt als einer der besten Liberos in Deutschland. In der Zeitkoje der achtziger Jahren schwelgt er in Erinnerungen.

Station Zeitkoje: Die großen Jahre

Sie stehen bei der Saison 1985/86. War das eine besondere Saison für Sie?

„Die Saison 85/86 ist bei mir in sehr guter Erinnerung geblieben, weil wir vom ersten bis zum vorletzten Spieltag nie auf dem ersten Tabellenplatz waren. Am vorletzten Spieltag in Bremen vergab ihr bester Elfmeterschütze den Elfmeter, der gegen uns gegeben wurde. Dann hatten wir die Chance, am letzten Spieltag zu Hause gegen Gladbach die Meisterschaft zu gewinnen, wenn die Bremer in Stuttgart verlieren. Das war natürlich die emotionalste Meisterschaft, weil es am letzten Spieltag war. Das Kuriose dabei war, dass die Stuttgarter die Bremer geschlagen haben und eine Woche nach dieser Meisterschaft haben wir Pokalfinale gegen Stuttgart in Berlin 5:2 gewonnen.“

Haben Sie noch viele persönliche Erinnerung an diese Zeit und die damalige Mannschaft?

„Das war die Ära 1980 bis 1989 – mit meine erfolgreichste Zeit. Damals hat die Ära „Mia san Mia“ begonnen. Wir waren 12/13 Spieler im Kader und der Rest wurde mit Jugend- und Amateurspielern aufgefüllt. Und wenn man hier sieht: An Real Madrid habe ich sehr gute Erinnerungen, obwohl ich in Madrid mal vom Platz geflogen bin, aber wir haben öfters gegen die Madrilenen gespielt und da kommt auch der Begriff „Bestia negra“ her, weil sie damals Angst vor uns hatten. Wir haben es damals auch geschafft, in Madrid zu bestehen. Einmal sind wir gegen sie ausgeschieden.“

Der Weg durch das Museum führt weiter, durch die Via Triumphalis, vorbei an Meisterschalen und DFB-Pokalen in die Hall of Fame. Augenthaler ist eines von 18 Mitgliedern dieser Ruhmeshalle.

Station Hall of Fame: Mit 17 Großen in einer Reihe

Was ist das für ein Gefühl, Mitglied der Hall of Fame zu sein?

„Paul Breitner war lange in meiner Mannschaft. Fast mit allen Spielern der Hall of Fame habe ich schon einmal gespielt. Franz Beckenbauer sehe ich zum Beispiel. Ich habe sogar ein paar Spiele mit ihm gemacht; ich habe dann auch mal gegen ihn gespielt, als er beim HSV war; ich war Co-Trainer bei ihm; ich war dann noch Spieler bei der Nationalmannschaft. Wir haben zusammen den Weltmeistertitel gewonnen. Wenn man die anderen Spieler aus der neuen Zeit sieht wie Mehmet Scholl oder Giovane Elber, der jetzt noch für die Legenden zuständig ist – es macht immer Spaß, wenn man sich wieder trifft. Und es ist wirklich eine Ehre hier dabei zu sein.“

Augenthaler bleibt erst mal stehen und blickt sich um. An der Decke der Ruhmeshalle ist das Wappen des FC Bayern abgebildet, direkt davor dreht sich alles um die Werte dieses besonderen Vereins. Augenthaler ist ja auch heute noch ein Teil des Clubs.

Wie sieht ihr aktueller Job aus?

„Ich war ja 22 Jahre beim Verein und bin jetzt wieder seit drei Jahren beim FC Bayern tätig als Spielertrainer für die Legendenmannschaft, aber meine Hauptaufgabe ist die Jugendtrainerausbildung im Ausland. Ich bin sehr viel unterwegs. Dieses Jahr leider nicht durch die Corona-Krise, aber ansonsten sind wir auf der ganzen Welt unterwegs. Von China, Thailand, Japan bis über den großen Teich in Afrika (Nigeria) und auch ganz Amerika.“

Ein kurzer Schwenk nach rechts, schon steuert Augenthaler direkt auf die aktuelle Mannschaft zu. Die Spielerfiguren am Ende der Ausstellung sind lebensgroß und sehen täuschend echt aus. Gerne stellt sich der ehemalige Kapitän in die Reihe der heutigen Stars – und blickt in die Zukunft.

Station Spielerfiguren: Hoffnung auf den großen Coup

Wie schätzen Sie die aktuelle sportliche Situation ein?

„Wenn man sieht, wie die Mannschaft momentan spielt, nicht nur von den Ergebnissen, sondern auch von der Art und Weise dann gibt es momentan nichts Besseres in Deutschland. Und ich glaube sogar, dass wenn es weitergeht in der Champions League, wir auch da gute Chancen haben, ins Finale zu kommen oder den großen Henkelpott zu gewinnen.“

Vielen Dank, Klaus Augenthaler, für den Besuch im FC Bayern Museum!