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Die "Schatzkammer" beheimatet auch ganz besondere Ehrengaben

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Mit einem 4:0 endete die Vorrunden-Partie in der Champions League in der Saison 2015/16 gegen Olympiakos Piräus. Ein Geschenk hatte der FC Bayern schon vor dem Anpfiff erhalten. Es war nicht – wie das Vereinswappen vermuten lassen würde – ein traditioneller Kranz aus Lorbeerblättern, sondern aus goldenem Efeu. Er sieht auch heute, sechs Jahre später, in seiner roten Samtschatulle noch so aus, als sei das Gold gerade frisch poliert worden, sehr stil- und wertvoll. Und er hat eine Bedeutung, deren Wurzeln weit vor der Vereinsgründung von Olympiakos im Jahr 1925 liegen.

So ist er ein hervorragendes Beispiel für die Goldschmiedekunst der hellenistischen Zeit. Goldkränze aus Olivenblättern, Myrte, Lorbeer oder Efeu wurden in Königsgräbern vor allem in Mazedonien, aber auch in Kleinasien und Süditalien gefunden. In der Antike, für die das Tragen der Kränze bei kultischen Prozessionen seit frühester Zeit belegt ist, gehörten sie auch zum sportlichen Wettkampf. Bei den Pythischen Spielen wurden die Sieger mit Lorbeer bekränzt, bei den Olympischen Spiele mit Olivenkränzen. Der Efeukranz wird wahlweise den griechischen Göttern Apollon und Dionysos gewidmet. Kurios: Man glaubte, dass Efeu dem Träger helfen würde, trotz Alkoholkonsum nüchtern zu bleiben und die Folgen des „Katers“ abzumildern.