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FC Bayern Museum: Infos, Tickets, Ausstellungen

Schenkungen an das FC Bayern Museum: Urkunden, Autogrammkarte und Fotos
© brandlutzt

FC Bayern Museum: Der geschenkte Schatz

Kostbarkeiten aus 126 Jahren FC Bayern: Von getragenen Trikots über bespielte Bälle bis hin zu uralten Urkunden – das Vereinsmuseum bewahrt einzigartige Schenkungen, die die Clubgeschichte lebendig machen. Ein spannender Einblick in Münchens schönstes Wimmelbild.

Was haben eine silberne Uhr, getragene Torwarthandschuhe und fünf uralte Gemälde gemeinsam? Dass sie zum „51“-Shooting alle neben-, auf- oder gar übereinander auf diesem doch beachtlich großen Tisch liegen, der im Nebenraum des FC Bayern
Museums aufgebaut wurde, ist das eine. Die Verbindung dieser Gegenstände geht aber über das Sichtbare hinaus. „All diese noch so kleinen Dinge schaffen es, das historische Erbe des Vereins aufrechtzuerhalten“, sagt Laura 
Nicolaiciuc – und die Frau weiß, wovon sie spricht. Sie ist verantwortlich für das Archiv unseres Vereins und liebt das Wimmelbild, das sich da vor ihr aufgebaut hat. Eine bunte Sammlung all jener Exponate, die dem FC Bayern im Laufe seiner 126 Jahre langen Geschichte geschenkt wurden.

Schenkungen an das FC Bayern Museum: Matchworn Trikots, Schuhe und Bälle
126 Jahre Tradition zum Anfassen: Mit diesen Museumsstücken wurde bayerische Fußballgeschichte geschrieben. | © Brandlutzt

Rund 1.500 dieser sogenannten Schenkungen sind im Archiv registriert, mit Blick auf – inklusive Leihgaben und Vereinseigentum – insgesamt knapp 8.000 Exponate eine 
beachtliche Menge. Und auch wenn nicht jedes historisch wertvolle Stück den Weg in die Ausstellung finden kann, sind gerade die weniger bekannten einen besonderen Blick wert. Sie stammen von ehemaligen Spielern, aus Familiennachlässen, den hintersten Kellerwinkeln, von Fans und Fanclubs, Privatpersonen wie Organisationen, Kolleginnen und Kollegen, und sie erzählen oft Geschichten, die die Historie des FC Bayern noch genauer verstehen lassen oder gar ergänzen. Als großartige und nach­haltige Quelle der Vereinsgeschichte sind sie alle in einer großen Datenbank registriert. Oft rücken viele von ihnen aus einem Karton ins Rampenlicht, ganz unverhofft.

Wenn Projekte wie Sonderausstellungen, Forschungsarbeit und Social-Media-Kampagnen anstehen, wird stets besonders deutlich, wie wertvoll der geschenkte Schatz im Archiv ist. Thematisch breit gefächert, gespickt mit echten Raritäten, überlassen mit einer großen Portion Vertrauen in den FC Bayern. Der Verantwortung für die Exponate gerecht zu werden, ist als Kultureinrichtung sinnbildend und verpflichtend. Auf diesen Seiten wollen wir daher Danke sagen. Danke für das schönste Wimmelbild Münchens!

Kuriose Schätze: Bunter geht’s nicht

Schenkungen an das FC Bayern Museum: Matchworn Trikots, Schuhe und Bälle
Teil 2 des Wimmelbildes zeigt unter anderem die getragenen Schuhe von Gina Lewandowski, die die Abwehrspielerin dem Vereinsmuseum in der Saison 2018/19 schenkte. | © Brandlutzt

Keine Sorge, das Bild hier riecht nicht! Und selbst wenn: Es wäre der Geruch von Rasen, Schweiß und (Freuden-)Tränen – mehr Fußball geht doch nicht! Wer alle geschenkten Trikots im Archiv des FC Bayern sehen möchte, braucht eine Menge Zeit. Schon die kleine Auswahl hier hat es in sich: etwa das Aufstiegstrikot, das Franz Beckenbauer 1965 beim legendären 8:0 über Tennis Borussia Berlin getragen hat, geschenkt vom langjährigen Mitglied Erich Böck aus Haimhausen. Oder das signierte von Patrik Andersson als Meisterheld der Saison 2000/01. Dazu gleich zwei von Jakob „Jaki“ Streitle, die zwar kein FC Bayern-Wappen, dafür aber den Bundesadler auf der Brust zeigen – eine Erinnerung an seine 15 Länderspiele vor einem Dreivierteljahrhundert. Fußballschuhe von Sebastian Deisler, Sammy Koffour, Thorsten Fink; Handschuhe von Raimond Aumann – und genauso interessante Exponate aus unserer Frauen-Mannschaft. Gina Lewandowski und Melanie Behringer haben ihre getragenen Schuhe als Erinnerung an ihre Zeit beim FC Bayern dagelassen. Kurios: Behringers Paar ist ein Männermodell – ein interessantes Detail zur Geschichte des Frauenfußballs, der sich in den letzten zehn Jahren enorm entwickelt hat.

Papier, das die rote Welt bedeutet

Dass der FC Bayern einst als „Künstlerclub“ gegründet wurde, ist bekannt. Aber wie viel Kunst im Archiv des FC Bayern tatsächlich zu sehen ist, überwältigt dennoch. Vom „Schlittschuhfahrer“ bis zur „Winterlandschaft“, vom „Bergpanorama“ bis zum „jungen Mann im Gras“ ist auf den Gemälden des Gründungsmitglieds Wilhelm Focke alles zu sehen. Im Vergleich zu den imposanten Bildern nehmen viele andere im weitesten Sinne künstlerisch geprägte Exponate weniger Raum ein, müssen sich aber historisch gesehen 
keineswegs verstecken. Die Eintrittskarte aus dem Meisterschaftsfinale 1932 etwa, eine Schenkung von Frederic Roller aus Dürrmenz, gefunden im Nachlass seines Opas. Noch älter ist das 80 Bilder umfassende Konvolut von Georg Hutsteiner, der als Spieler die erste Mannschaft in den 1920er Jahren auch fotografisch begleitet hat – eine Reise in eine andere Zeit. Eine, aus der auch die geschenkten 25- und 50-Jahr-Chroniken stammen – und in der man für 150 Spiele im Verein das „einfache Spielerabzeichen“ bekommen hat, wie Josef Seitz 1950. Es liegt neben der Tüte der ersten Souvenir-Boutique, die 1983 an der Säbener Straße eröffnet wurde, als das Wort „Fanshop“ noch fremd klang. Daneben ein Programmheft vom bunten Abend im Olympiastadion, Autogrammkarten – und: ein Salatrezept von Uli Hoeneß. Einst veröffentlicht in der Zeitschrift „Bild + Funk“, seitdem millionenfach nachkredenzt. Mindestens!

126 Jahre „matchworn“

Das Aufstiegstrikot von Franz Beckenbauer im FC Bayern Museum
Eine bedeutende Schenkung in der Ausstellung: Das Aufstiegstrikot von Franz Beckenbauer | © Foto: FC Bayern München

Jupp Heynckes trägt Größe L? Zumindest im Adidas-Design „Downtime“, das der erste Triple-Trainer unseres Vereins in der Saison 2017/18 überstülpen durfte. Die geschenkte Jacke saß locker und luftig, etwas anders als jener Jersey-Pullover, in dem sich Jugendspieler Hans-Georg „Katsche“ Schwarzenbeck einst auf dem Rasen zeigte. Türkis, ganz schlicht, bedruckt mit einer kleinen „4“. Ja, auch die Mode hat sich verändert in der Geschichte des FC Bayern. Zeitlos schön allerdings ist die edle Uhr der Marke Longines, Modell „Admiral“, die Walter Fembeck als Geschenk zur Deutschen Meisterschaft 1969 ums Handgelenk trug. Etwas extravaganter kommt da das Armband von Lydia Köhl daher, das es vom DFB zur Meisterschaft 1976 gab. Beides Exponate unter dem Schlagwort „Kurioses“, unter dem es unter den Schenkungen so einiges zu finden gibt. Die Schallplatten-Sammlung ist groß, und der Fanclub „Rollwagerl eV“ hat nicht nur einen Rollstuhl, sondern gleich ein ganzes Fan-Equipment zur Verfügung gestellt. Vergleichsweise unspektakulär wirken zunächst die vier kleinen Dias, die vom Club Nr. 12 überlassen wurden. Wer den Projektor anschmeißt, ist allerdings schnell um mehr als 50 Jahre zurückversetzt. Zu sehen: die Baustelle des Olympiastadions, vermutlich aus Sicht des Olympiaturms. So entsteht also die größte Zeltdach-Konstruktion der Welt.

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