
Das FC Bayern Museum befindet sich derzeit im Umbau – spannende Ausstellungsstücke sind trotzdem für Sie erlebbar: Unsere Exponate erinnern an Dramen und Triumphe, die bis heute Emotionen wecken. Denn im April geht es im Europapokal traditionell in die heiße Phase. Schon 13-mal schaffte es der FC Bayern in ein Finale. Entdecken Sie die Fotostory aus der 51.

Wenn man schon weiß, dass der Tag ein guter ist, um Geschichte zu schreiben, schnürt man sich die Schuhe besonders gern zu. So geschehen am 23. Mai 2001 in den Katakomben des Giuseppe-Meazza-Stadions von Mailand. Giovane Élber hatte ein gutes Gefühl vor diesem Champions League-Finale gegen den FC Valencia, „weil wir alle Freunde waren“. Und so gab er in den weißen Predator mit der Aufschrift „Giovane“ alles für den großen Triumph. Heute bedeutet ihm jener 23. Mai so viel „wie mein Geburtsdatum“.

In Zeiten, in denen es ruhiger ist, muss man eben lauter werden. Und die Bayern hatten an diesem wunderbaren 23. August 2020 alles, was es dazu brauchte. Natürlich war es ein Jammer, dass dieses 1:0 gegen Paris Saint-Germain im Estádio da Luz von Lissabon ein Geisterspiel sein musste und somit nur wenige Menschen Zeugen des zweiten Triples der Vereinsgeschichte werden konnten. Den Feierlichkeiten aber tat das keinen Abbruch. Auf dem Rasen, in der Kabine, im Hotel: Es wurde laut und immer lauter. Das wichtigste Utensil dabei: ein blau-weißes Megafon, das bei der Kabinenparty unter anderem Alphonso Davies nutzte, um den Triumph unüberhörbar hinauszuposaunen.

Bevor Franck Ribéry diesen Ball im Oktober 2010 auf dem Rasen der Allianz Arena überreicht bekam, wusste er vielleicht noch nicht alles über die Final-Nacht von Nürnberg. Aber spätestens als „Bulle“ Roth ihm die Kugel in die Hand drückte, hatte der Franzose verstanden, wie magisch internationale Titel wirklich sind. Auch 43 Jahre nach dem ersten großen Europa-Triumph – dem Sieg im Europapokal der Pokalsieger 1967 – sah man dem damaligen Torschützen den Stolz an. Roth hatte 1967 das 1:0 gegen die Glasgow Rangers erzielt und wurde im Lauf der Historie zum absoluten Finaltor-Garanten. Wo dieser herrlich alte Ball hingehört? Ins Museum natürlich.

Zugegeben, diese unserem Verein von Markus Schmittlein geschenkte Eintrittskarte wäre noch wertvoller, hätte dieser Abend in Wien eine andere Wendung genommen. Aber wer in seiner Geschichte in 13 Europapokal-Finals stand, kann auch auf ein paar Niederlagen zurückblicken. Diese allerdings, ein 1:2 gegen den FC Porto, hatte 1987 niemand kommen sehen. „Schlitzohr“ Rabah Madjer leitete damals mit seinem Hacken-Ausgleich den Porto-Sieg ein. Trotzdem: Die 350 Schilling (umgerechnet rund 25 €) waren gut investiert.

Der Brauch stammt aus Südamerika und verdeutlicht, wie emotional und leidenschaftlich Fußball dort gelebt wird. Emotionen und Leidenschaft sind aber auch genau die richtigen Stichworte für die magische Nacht von Wembley. Was geht mehr, als das deutsch-deutsche Finale der Champions League gegen Borussia Dortmund zu gewinnen und nach zwölf Jahren endlich wieder den Henkelpott in die Luft zu stemmen? Richtig! Gar nichts! Und daher war es nur logisch, dass einige Stücke des Tornetzes am Tag nach diesem 25. Mai 2013 mit nach München kommen mussten. Das hier fotografierte Exemplar hatte Anatoliy Tymoshchuk im Koffer.

Immerhin kann man sagen: Als Schenker Bernd Reichardt dieses Programmheft das erste Mal in den Händen hielt, gab es den Begriff „Mutter aller Niederlagen“ noch nicht. Der FC Bayern hatte noch nicht wie der verdiente Sieger dieses Champions League-Finals 1999 von Barcelona ausgesehen, und Manchester United hatte noch nicht in der Nachspielzeit für einen K.-o. gesorgt, der immer noch schmerzt. Nimmt man es in die Hand, kann man dagegen die Vorfreude spüren, die große Finals so besonders macht – heute sogar in dem Wissen, dass aus großen Niederlagen große Siege entstehen können.

Es sieht aus wie neu, dabei hat es 90 schweißtreibende Minuten im Hampden Park von Glasgow hinter sich. Das Trikot, das Abwehrspieler Udo Horsmann an diesem Abend des 12. Mai 1976 trug, ist Zeitzeuge einer bisher in unserer Vereinsgeschichte einmaligen Serie: Zum dritten Mal binnen drei Jahren stemmten die Bayern bekanntlich nach dem 1:0 gegen AS Saint-Étienne vor heute 50 Jahren den Henkelpott in die Luft – eine goldene Ära, die den Verein bis heute prägt. Und der Schein des blitzsauberen Trikots trügt. Auch wenn das Team um Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Co. spielerisch herausragend war: Man musste schon auch ackern für den historischen Hattrick.