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Der Samba-Stürmer

Giovane Elber

Das schönste Geschenk machte sich Giovane Elber zum Abschluss selbst. Mit 21 Treffern holte sich der Brasilianer in der Saison 2002/03 erstmals den Titel als bester Bundesliga-Torjäger. „Das ist Wahnsinn, dass ich das nach fast zehn Jahren Bundesliga geschafft habe“, strahlte Elber vor Freude. Für den damals 30-Jährigen erfüllte sich damit ein langer Traum. „Dass ich mit 132 Toren in 252 Spielen der erfolgreichste ausländische Torschütze der Bundesliga-Geschichte bin, interessiert in meiner Heimat Brasilien niemanden. Fahre ich aber als Torschützenkönig in den Heimaturlaub, bin ich ein Held.“

In seiner letzten kompletten Saison beim FC Bayern konnte er auch noch andere Titel feiern. Meister und Pokalsieger wurde er, außerdem - gewählt von seinen Profi-Kollegen - Bester Feldspieler der Saison. Und als Krönung gab es für Titelhamster Elber noch eine besondere Ehrung. Die Fans des FC Bayern kürten ihn erstmals zum Spieler der Saison.

Beliebt und erfolgreich

Dass der Brasilianer dank seiner Tricks und Treffsicherheit 2003 jede Menge Lorbeeren einheimste, ist kein Wunder. Elber war während seiner Zeit (Juli 1997-August 2003) einer der beliebtesten und erfolgreichsten Spieler, die je beim FC Bayern gespielt haben. Der Angreifer brachte es in seiner Bundesligakarriere auf 256 Einsätze und 133 Tore, davon absolvierte er 169 Partien für den deutschen Rekordmeister und erzielte dabei 92 Tore. Im Trikot der Münchner wurde er vier Mal Deutscher Meister (1999, 2000, 2001, 2003) und drei Mal DFB-Pokalsieger (1998, 2000, 2003), je einmal gewann er die Champions League (2001) sowie den Weltpokal (2001).

Als im August 2003 Elbers Wechsel zu Olympique Lyon feststand, kam beim FC Bayern Wehmut auf. „Der Abschied tut schon etwas weh, wenn man weiß, dass er hier nicht mehr auftaucht“, sagte Trainer Ottmar Hitzfeld. „Er hat großartige Leistungen für den FC Bayern gebracht“, so FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Manager Uli Hoeneß sicherte dem ehemaligen Publikumsliebling der Münchner-Fans einen „Super-Abschied“ zu: „Er verdient einen Abschied, wie ihn noch keiner hier gekriegt hat, der dann noch bei einem anderen Klub gespielt hat“.

Erster Ehrenspieler des FC Bayern

Wenige Monate nach seinem Weggang feierte Elber in der Champions League eine triumphale Rückkehr. Mit seinem neuen Verein Olympique Lyon gastierte er im November 2003 noch einmal im Münchner Olympiastadion - und erzielte an alter Wirkungsstätte den Siegtreffer für seine Mannschaft. Anschließend feierten ihn die Bayern-Fans. Nach einem kurzen Gastspiel bei Borussia Mönchengladbach kehrte Elber 2005 in seine Heimat zurück, wo er am 18. November 2006 seine Karriere beim brasilianischen Erstligisten Cruzeiro Belo Horizonte beendete.

Zuvor hatte Uli Hoeneß sein Versprechen eingelöst. Am 8. August 2006 bekam Elber sein ganz persönliches Abschiedsspiel. Mit seinem FC Bayern traf er in der Allianz Arena auf den TSV 1860 München. Das Ergebnis (0:3) geriet zur Nebensache, als der Stürmer unter tosendem Applaus der 69.000 Zuschauer eine letzte Ehrenrunde drehte. Elber wurde anschließend als erster Spieler überhaupt zum Ehrenspieler des FC Bayern ernannt.