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Der Katsche

Hans-Georg "Katsche" Schwarzenbeck

Hans-Georg Schwarzenbeck war sein ganzes Fußballer-Leben treu. Einmal dem FC Bayern München, für den er von 1966 bis 1982 spielte, und dann vor allem auch seinem „Chef“ Franz Beckenbauer, in dessen langem Schatten er stets stand.

Während seiner Spielerlaufbahn bekam der waschechte Münchner viele Spitznamen verpasst. Man nannte ihn den „treuen Vasallen“ oder den „Adjutanten“ oder gar das „Anhängsel“. Bei seinen Freunden hieß er immer nur der „Katsche“. Zu seiner Zeit gab es noch den typischen Vorstopper, den „Ausputzer“, eine Rolle, die ihm glänzend lag. Denn wenn einer in der Abwehr der Nationalelf oder beim FC Bayern abräumte, was sich so in Tornähe befand, dann war es des „Kaisers Bodyguard“. Katsche fiel in seiner Profikarriere nie groß auf, aber war letztlich sehr effektiv für das Spielsystem des deutschen Rekordmeisters.

Gelungenes Debüt mit 18

Sein Bundesliga-Debüt im Bayern-Trikot feierte Schwarzenbeck bereits als 18-Jähriger im Oktober 1966 und schon sieben Monate später war er im DFB-Pokal-Finale gegen den HSV mit dabei. Für den kompromisslosen Verteidiger war es ein besonderes Finale. Katsches Aufgabe war es, Uwe Seeler auszuschalten, was ihm auch glänzend gelang. „Es ist gut gelaufen für mich, aber an Details erinnere ich mich nicht. Dafür habe ich einfach zu viele Endspiele gespielt“, meinte Schwarzenbeck später. Die Partie gewannen die Bayern schließlich souverän mit 4:0. Besser hätte sein Start in die Profikarriere nicht sein können.

In seiner Laufbahn brachte er es auf 416 Bundesligaspiele, 70 Europacupspiele und 44 Partien für die deutsche Nationalmannschaft. Er wurde mit den Münchnern sechs Mal Deutscher Meister (1969, 1972, 1973, 1974, 1980, 1981), drei Mal Pokalsieger (1967, 1969, 1971), einmal gewann er den Europapokal der Pokalsieger (1967), drei Mal in Folge holte er den europäischen Landesmeistercup (1974, 1975, 1976) und einmal gar den Weltpokal (1976). Mit der Nationalelf wurde er 1972 Europameister, 1974 Weltmeister und 1976 Vize-Europameister.

Spektakulärer Triumph im Europapokal

Schwarzenbecks wohl glanzvollster, weil spektakulärster Triumph war das Duell mit Atletico Madrid im Finale des Landesmeistercups 1974 in Brüssel. 0:0 hieß es nach 90 Minuten. In der Verlängerung passierte dann bis zur 114. Minute auch nicht viel Bewegendes. In dieser Minute dann Aufregung vor dem Bayern-Strafraum. Jonny Hansen konnte einen Atletico-Spieler nur noch mit einem Foul bremsen. Den fälligen Freistoß knallte Luis unhaltbar für Torwart Maier ins Tor. Das Spiel schien entschieden.

Doch dann kam Schwarzenbeck. Buchstäblich in der letzten Sekunde zog der Ausputzer aus 25 Metern flach ab und traf zum 1:1. Es kam zum ersten und einzigen Wiederholungsspiel der Europapokal-Geschichte zwei Tage darauf. Bei der Wiederholung gewannen die Münchner überlegen mit 4:0. Die internationalen Gazetten feierten die phänomenale bayerische Mannschaft, die für die nächsten zwei Jahre den europäischen Vereinsfußball dominieren sollte. Nicht zuletzt dank Katsche Schwarzenbeck.